1950 bis März 1952 - FFW Oerrel


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1950 bis März 1952

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  Aus den Protokollen von 1950 bis März 1952
Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel kamen in den ersten Jahren zu Monatsversammlungen zusammen. Das bedeutet aber nicht, dass in jedem Monat eine Versammlung abgehalten wurde. Vielmehr kam man je nach Bedarf zusammen. Dazwischen lag anfangs auch mal mehr als ein Jahr, so dass die Monatsversammlung eigentlich das war, was wir heute als Jahreshauptversammlung bezeichnen.  
Da die Protokolle aus dieser Zeit in Sütterlin-Schrift geschriebenen sind, werden sie hier im kompletten Wortlaut wiedergegeben, damit sie auch von jüngeren Generationen gelesen werden können. Außerdem geben diese Protokolle einen anschaulichen Einblick sowohl in die Arbeit der noch jungen Wehr als auch – zumindest ein kleinwenig - in das damalige Dorfleben. Die in Klammern eingefügten Texte dienen der zusätzlichen Erläuterung bzw. weisen – in Ergänzung mit einem „?“ - auf nicht eindeutig lesbare Wörter hin.  

  
1950
Die erste Monatsversammlung im neuen Jahrzehnt fand am 25. März 1950 um 20:30 Uhr im Bunker Wiesehomeier statt. Die Mitglieder wählen - mal so nebenbei - unter „Verschiedenes“ einen stellvertretenden Wehrführer und regen die Beschaffung eines Einsatzwagens und die Zuführung der Pumpe aus dem Lager an. Das Protokoll hat folgenden Wortlaut:
Nachdem Wehrführer Pötter die zahlreich erschienenen Kameraden begrüßt und insbesonders seiner Freude über die Teilnahme des Bürgermeisters und des Forstmeisters Ausdruck gegeben hatte, wurde in die Erledigung der Tagesordnung eingetreten:

  1. Protokoll der letzten Versammlung
Gegen die Abfassung der Niederschrift des Protokolls über die Versammlung vom 18.12.49 werden Einwendungen nicht erhoben. Zu den wesentlichen Punkten des Protokolls gibt Wehrführer Pötter aufschließende Erklärungen.

  1. Arbeits- und Kassenbericht
In eingehende Ausführungen berichtet der Wehrführer über die Arbeit der Wehr in den letzten Monaten. Aus seinen Worten wird erst die viele Arbeit ersichtlich, die in aller Stille von den mutigen Männern der Wehr geleistet wurde und auch weiter geleistet werden wird im Interesse aller Einwohner. Er hofft, daß (sich) das Verständnis Vieler, die der Wehr bis heute mehr Abseits gegenüberstehen, endlich durchbrechen möge. In seinem Bericht, der mit der Wehrgründung im September 1948 (im Protokoll steht 1947, was aber ein Versehen des Schriftführers sein dürfte, daher wurde es von mir auf 1948 abgeändert) beginnt, kommt Wehrführer Pötter alsdann auf die einjährige geleistete Arbeit zu sprechen. Insbesonders sind hier mit Gewicht die Heranbeschaffung, Instandsetzung und Ergänzung mit Gerät. Mit vieler Mühe ist es gelungen, die Wehr so hinzustellen, daß sie nunmehr jederzeit einsatzfähig ist.
Die Voraussetzungen, beginnend mit der Alarmierung, bis zum vollen Einsatz, sind heute gegeben. Hierbei streift der Wehrführer gleichzeitig die Kassenlage. Aus einem Nichts hat die Wehr, neben gestiegenen Kosten für Gerätbeschaffung und Instandsetzung, allein für Bekleidung der Wehrangehörigen 350,00 DM aufgewendet, ohne daß Zuschüsse von irgendwelchen Stellen geleistet wurden. Der Bericht über das Sylvestervergnügen der Wehr zeigte, daß man sich in der Zukunft reichlich überlegen müsse, weitere Veranstaltungen aufzuziehen. Aus dem Gesamtkassenbericht ging hervor, daß z. Zt. etwa noch 50,00 DM Bestand vorhanden sind.

  1. Werbung
Es soll der Versuch gemacht werden, schnell einsatzfähige Männer, die am Ort arbeiten und jederzeit zur Stelle sein können, für die Wehr zu werben. Es muß Aufgabe und Pflicht jedes einzelnen Wehrangehörigen sein, besonders die jungen Menschen für die Arbeit in der Wehr zu gewinnen.

  1. Verschiedenes
Das Mitglied (Adolf) Kniez stellte den Antrag, ihm für seinen Pkw das Gerätehaus mitzuüberlassen. Er erklärte sich bereit, sein Fahrzeug der Wehr bei Bedarf zur Verfügung stellen zu wollen. Dieser Antrag konnte indes nicht entsprochen werden, zumal z. Zt. der Kreisbrandmeister gefordert hatte, dass das Gerätehaus nur der Wehr zur Verfügung stehen dürfe.
Einen breiten Raum nahmen die Ausführungen hinsichtlich der Unterstützung durch die Gemeinde und die Forst (ein). Bürgermeister Schirwagen brachte dabei zum Ausdruck, daß es immer sein Bestreben gewesen ist, die Wehr nach Möglichkeit zu unterstützen. Meistens sei jedoch der gute Wille am Mangel an Geldmitteln gescheitert. Er weist darauf hin, daß allein der Aufbau der Sirene erhebliche Mittel gefordert hat. Wenn auch im Augenblick noch mit finanziellen Schwierigkeiten zu rechnen ist, so gibt er seiner Hoffnung Ausdruck, daß seitens der Gemeinde in der Zukunft der Wehr größere Hilfe zuteil werden wird. Als erste Arbeit soll die Dachausbesserung des Gerätehauses endlich vergeben werden.
Ähnliche Ausführungen machte auch Forstmeister A. Buch, der betonte, daß der Staat sehr arm sei. Überdies könne er von sich aus wesentliche Zusagen von vornherein nicht machen, da er erst immer das Einverständnis höherer Stellen einholen müsste. Handelt es sich aber um geringe Angelegenheiten, beispielsweise die Hergabe von Holz usw., so habe er sich berechtigten Wünschen aber nie verschlossen gezeigt. Er gab noch bekannt, daß erst-(?) Mittel zum Ausbau des Feuerturmes bereits bewilligt sind und damit auch der Zaun (um den Turm) ein anders Gesicht bekommen wird.
Wehrführer Pötter dankte beiden Herren für die Ausführungen und Zusagen auf weitere Unterstützung und machte gleichzeitig Hinweise auf besondere Wünsche der Wehr.
Bezüglich der Teilnahme von Wehrangehören an Lehrgängen teilte er mit, daß nunmehr wieder Ersatz des Lohnausfalls erfolgt. Gerade der Besuch der Lehrgänge ist für jeden unerlässlich, da auf der Schule alles gelernt wird, was hier oft nicht gemacht werden kann.
Es wird der Vorschlag gemacht, für die Wehr einen Einsatzwagen bei Waldbränden zu beschaffen. Der Forst sollen entsprechende Vorschläge unterbreitet werden. Kamerad (Fritz) Mey macht noch einen Hinweis auf die Pumpe im Lager bei (Genmer? vermutlich ein Name). Es soll der Versuch gemacht werden, die Pumpe aus dem Lager herauszuschaffen, um sie der Wehr nutzbar zu machen.
Mit Rücksicht auf die arbeitsbedingte Abwesenheit des Wehrführers ist es erforderlich, einen ständigen Stellvertreter zu bestellen. Einstimmig wird dazu bestimmt Hans (Johannes) Fischer der einverstanden ist.
Um 21.45 Uhr beschließt Wehrführer Pötter mit Dank an alle Anwesenden für das rege Interesse die Versammlung. Anwesend waren 18 Kameraden.
Der Wehrführer Der Schriftwart - gez. Lange

  
1951
Die nächste Versammlung fand dann erst am 19. September 1951 im Bunker Wiesehomeier statt. Auf dieser Versammlung wurde beschlossen, mit der Kleinbahn, der Eisenbahn von Munster nach Celle, zur Ausstellung „Roter Hahn“ in Celle zu fahren und – trotz leerer Kasse – ein Tanzvergnügen in der Festhalle auszurichten. Das Protokoll hat folgenden Wortlaut:

Tagesordnung
  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Mitgliederbeibringung
  3. Bekanntgabe an Eingängen
  4. Abhaltung eines Tanzvergnügens
  5. Verschiedenes

Zu 1.) Wehrführer Pötter eröffnet um 20.00 Uhr die Versammlung und begrüßt die erschienenen Kameraden.

Zu 2.) Den Beitritt zur Wehr als aktive Mitglieder haben erklärt:
  1. Reinhard Suttnik
  2. Bruno Mühlbrodt
  3. Hans Jürgen Lange
Der Wehrführer begrüßt die neuen Mitglieder herzlich und gibt seiner Freude darüber Ausdruck, daß gerade die Jugend zur Wehr findet, die für ihre Arbeit unerläßlich ist.

Zu 3.) Verschiedene Rundschreiben werden bekannt gegeben und besprochen. Besonderes Interesse wird der Einladung zur Teilnahme an der Ausstellung der „Rote Hahn“ in Celle entgegengebracht, die noch bis einschl. 7.10. läuft. Da sich die Kleinbahn (Anmerkung: Eisenbahn von Munster nach Celle) bereit erklärt hat, einen Sonderwagen für die Teilnehmer an der Ausstellung zur Verfügung zu stellen bei einer Ermäßigung von 66 2/3 %, soll von dem Angebot Gebrauch gemacht werden. Es wird beschlossen, die Fahrt nach Celle am Sonntag, den 7.10. durchzuführen. Die Fahrt soll mit dem Frühzug angetreten werden, um möglichst viel Zeit zur Verfügung zu haben. Wehrführer Pötter wird die Kleinbahn entsprechend verständigen.

Zu 4.) In den Reihen der Kameraden ist vielfach der Wunsch nach Abhaltung eines Tanzvergnügens geäußert worden. Obwohl keine rechte Aussicht besteht, die Veranstaltung mit einen finanziellen Erfolg abzuschließen, soll dem Wunsche der Kameraden doch stattgegeben werden. Die Versammlung beschließt daher einstimmig, etwa Mitte Oktober in der Festhalle einen Feuerwehrball durchzuführen. Um die Kosten gering zu halten, soll an besonderer Ausschmückung usw. abgesehen werden. Als Kapelle soll die Feuerwehrkapelle Bergen gewonnen werden, die preiswert und gut spielt. Sobald der genaue Tag feststeht, soll der Schriftwart die notwendigen Verhandlungen mit der Kapelle führen. Zu der Veranstaltung sollen die Wehren Brockhöfe, Bergen, Faßberg, Trauen, Poitzen, Breloh, Ilster und Munster eingeladen werden.

Zu 5.) Es wird noch ein Schreiben der „Gema“ verlesen, die für eine Veranstaltung am 2.10.50 den Betrag von 54,00 DM fordert, wenn Zahlung binnen 1 Woche geleistet wird. Da die Feuerwehrkasse z. Zt. leer ist, wird der Schriftwart beauftragt, Antrag auf Stundung zu stellen. Zahlung soll aus einem etwaigen Überschuß aus dem Tanzvergnügen geleistet werden.
Um 21.30 Uhr schließt Wehrführer Pötter die Versammlung mit Dank an die Kameraden. Anwesend waren 13 Mitglieder. Für die Richtigkeit: Lange, Schriftwart

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Eine weitere Versammlung fand am 14. Dezember 1951 ebenfalls im Bunker Wiesehomeier statt. Trotz eines großen Minus in der Wehrkasse durch das Stiftungsfest wird erstmals die Ausrichtung eines Kameradschaftsabends im nächsten Jahr vorbereitet. Auch damals schon unterstützte die Wehr das Gemeinschaftsleben im Dorf. Wehrführer Erich Pötter in eindringlichen Worten dazu auf, für Nachwuchs in der Wehr zu sorgen. Die Wehr braucht einen Gerätewart und muss Maschinisten ausbilden. Das Protokoll hat folgenden Wortlaut:  

Tagesordnung
  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Verlesens des Protokolls der letzten Versammlung
  3. Stiftungsfest der Wehr am 20.10.51
  4. Aufnahme neuer Mitglieder
  5. Eingänge
  6. Kameradschaftsabend
  7. Dienstag verschiedenes

Zu 1) Um 20.10 Uhr eröffnet Wehrführer Pötter die Versammlung und heißt die anwesenden Kameraden herzlich willkommen.

Zu 2) Das Protokoll der Versammlung vom 18.9.51 wird vom Protokollführer verlesen. Einwendungen gegen das Protokoll werden nicht erhoben.

Zu 3) Wehrführer Pötter gibt einen eingehenden Bericht über das am 20.20.51 durchgeführte Stiftungsfest. Wie s. Zt. (seiner Zeit) erwartet wurde, hat das Fest mit einem Fehlbetrag geendet und einen Kassenfehlbetrag von rd. 100,00 DM erbracht, der nun irgendwie abgedeckt werden muß. Bei solchem Ausfall wird man geneigt sein, von ähnlichen Veranstaltungen in der Zukunft überhaupt abzusehen.

Zu 4) Wehrführer Pötter kann seiner Freude darüber zum Ausdruck bringen, daß wiederum 2 Männer den Weg zur Wehr gefunden haben. Als neue Mitglieder kann er heute Emil Prey und Willi Niefer begrüßen, von denen Prey anwesend ist. 2 Männer, die er im Einsatz der Wehr gut gebrauchen kann, 1 Feuerwehrmann und 1 Handwerker. Der Wehrführer kommt hier auf das Durchschnittsalter der Wehr zu sprechen, das nicht zu hoch liegen soll. Nachdem inzwischen 6 Kameraden die Wehr wegen Fortzugs verlassen haben, ist es unbedingt erforderlich für Aufwuchs zu sorgen, und gerade hier am Ort ist das so schwer. Der Abgang der 6 Kameraden soll und darf aber nicht dazu führen, nun Schluß zu machen. Jetzt erst recht müssen wir zusammenstehen, um die Wehr auf der Höhe zu halten. Nach diesen Worten beschließt die Versammlung die einstimmige Aufnahme der Kameraden Prey und Niefer, worauf der Wehrführer Emil Prey noch besonders herzlich begrüßt.

Zu 5) Die wichtigsten Eingänge werden verlesen. Hervorzuheben ist hier ein Schreiben der Feuerwehr-Unfall-Zusatzkasse bezügl. der Meldung der Mitglieder für die Zusatzversicherung 1952, die bis zum 31.1.52 vorzunehmen ist. Wehrführer Pötter nimmt Gelegenheit über die Leistungen der Vers. Ges. (Versicherungs-Gesellschaft) zu sprechen. Aus den Ausführungen können die Kameraden entnehmen, welche Leistungen ihnen bei Unfällen gewährt werden.
Weiter wird ein Schreiben der Feuerwehr Munster bezl. (bezüglich) der Wasserstellen in Kohlenbissen verlesen. Die Feuerwehr Munster hat bei einer Überprüfung festgestellt, daß die Wasserentnahmestelle in der Höhe der früh. (früheren) Sewzik-Baracke (vermutlich der Name des Bewohners) unbrauchbar ist, während 3 andere Stellen in Kohlenbissen in Ordnung waren.
Ferner wurde bekannt gegeben, daß inzwischen eine Mustersatzung für Freiw. Feuerwehren erlassen worden ist, die im Feuerschutzgesetz enthalten ist. Wesentliche Bestimmungen aus der Satzung werden den Kameraden zur Kenntnis gebracht.

Zu 6) Besonderes Interesse erweckt der Punkt Kameradschaftsabend. Wehrführer Pötter sagt, daß es schon lange seine Absicht war, einen solchen Abend durchzuführen, der am besten geeignet ist, das Kameradschaftsgefühl zu stärken. Erfahrungsgemäß erfordern aber solche Abende einen erheblichen Kostenaufwand, der allein aus der Wehrkasse nicht gedeckt werden kann. Er bittet daher um Vorschläge zur Kostendeckung und über den Zeitpunkt. Einigkeit wird schließlich darüber erzielt, daß jeder Teilnehmer einen Beitrag von 5,00 DM (bei 1 Angehörigen 6,00 DM) zahlt. Den Rest soll die Kasse tragen. Als Termin für den Kameradschaftsabend wird der 19.1.52 vorgesehen. Die Durchführung des Abends wird einen Vergnügungsausschuß übertragen, der sich aus den Kameraden A. Gade, Helmut König, Bruno Mühlbrodt, Reinhard Bär und Reinh. Suttnik zusammensetzt.

Zu 7) Nächster Dienst findet statt am Sonntag, den 16.12.51 von 9 – 11 Uhr am Gerätehaus.

Zu 8) Bei diesem Punkt wird u. a. die Weihnachtsfeuer der Schule besprochen, die am Sonntag, d. 23.12.51 in der Halle stattfindet. Für die Ausschmückung der Halle soll die Wehr, wie auch die anderen örtlichen Vereine, etwa 4 Mann zur Verfügung stellen. Es melden sich für diese Arbeit Arnold Gade, Reinhard Bär, Erich Lange u. Karl-Heinz Wisniewski. Der Feuerschutz für die Veranstaltung wird gleichzeitig festgelegt.
Weiter wird darüber gesprochen, daß sich das Fehlen eines Gerätewartes mehr als bemerkbar macht. Über die Einsetzung eines Gerätewartes soll in nächster Zeit beraten werden, ebenfalls über die Ausb. (Ausbildung) von Maschinisten.
Um 22.30 Uhr wird die Versammlung mit Dank an die Kameraden für das große Interesse geschlossen. Anwesend waren 13 Kameraden. Für die Richtigkeit: Lange, Schriftwart.

1952
Die erste Versammlung im Jahr 1952 fand bereits am 5. Januar im Bunkerrestaurant – wie es im Protokoll dieser Sitzung heißt – statt, da an diesem Tag auch die Unterkreistagung stattgefunden hatte. Die Feuerwehren waren im damaligen Landkreis Soltau zum einen – so wie heute auch - in der Kreisfeuerwehr zusammengeschlossen. Unterhalb der Kreisfeuerwehr gab es dann aber noch die Zusammenschlüsse in den Unterkreisen. Die Unterkreise entsprachen in etwa den Gebieten der heutigen Städte und Gemeinden. Damals waren die Ortschaften noch selbstständige Gemeinden. Zum Unterkreis Munster gehörten die Freiwilligen Feuerwehren der damaligen Gemeinden Munster, Breloh, Oerrel, Trauen, Ilster, Alvern und Töpingen. Wobei die letzten drei Anfang der 1950er-Jahre noch eigenständig waren und sich erst Mitte dieses Jahrzehnts zu einer Wehr zusammenschlossen. Auch die Freiwillige Feuerwehr Hötzingen gehörte zum Unterkreis Munster.  
In dieser Zeit wurde auch der Kreisfeuerwehrverband Soltau neu gegründet, nachdem dieser bereits 1910 gegründete Verband zur Zeit des Nationalsozialismus aufgelöst worden war.
Zurück zur Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel, deren Protokoll folgenden Wortlaut hat:

Tagesordnung
  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Protokoll
  3. Mitgliederbewegung, Aufnahmen neuer Mitglieder
  4. Bericht über die Unterkreistagung am 5.1.52
  5. Kameradschaftsabend
  6. Verschiedenes

Zu 1). Wehrführer Pötter eröffnet um 20.05 Uhr die Versammlung und heißt die Kameraden herzlich willkommen.

Zu 2). Das Protokoll über die Versammlung am 14.12.51 wird verlesen. Einwendungen werden nicht geltend gemacht.

Zu 3). Wehrführer Pötter macht zum Punkt Mitgliederbewegung längere Ausführungen und stellt insbesondere heraus, daß die Gemeinde zur Haltung einer Wehr in Stärke von mindestens 1/18 verpflichtet ist. Ist dies oder die Gründung einer freiw. Wehr nicht möglich, so treten die Bestimmungen über die Pflichtfeuerwehren an deren Stelle. Wehrführer Pötter sagt, daß keiner der Mitglieder von der Wehr etwas verlangen kann, vielmehr alle die ganze Kraft in den Dienst der guten Sache stellen müssen. Was wir sind, wollen wir ganz sein u. bleiben. Diese Worte, insbesondere auch an die jüngsten Mitglieder gesprochen, sollen aber kein Bangemachen sein, sondern nur auf den wirklichen Ernst der Arbeit hinweisen.
Die Versammlung nimmt dann Kenntnis von dem Antrag auf Aufnahme von Erdmann Flöter und Alfred Wall und billigt einstimmig die Aufnahmen dieser Mitglieder. Wehrführer Pötter begrüßt darauf herzlich die beiden jungen Kameraden.

Zu 4). Wehrführer Pötter berichtet sodann über die heute stattgefundene Tagung des Unterkreises. Er führt aus, daß sich die Feuerwehren ein Organ schaffen wollen, daß besonders geschützt ist und daß sich dem Wesen aller Wehren anpaßt. Im Kreise Soltau ist inzwischen ein Verband gegründet worden. Satzungen wurden bereits provisorisch ausgearbeitet. Als Beitrag werden 0,10 DM je Mitglied erhoben, der von den Gemeinden zu tragen ist. Zu dem Verbandsausschuß, der jähr5lich einmal zusammentreten soll, entsenden die Wehren je 30 angefangene Mitglieder 1 Delegierten.
Es ist dem Wehrführer gelungen, die nächste Tagung des Unterkreises nach Oerrel zu legen. Das den Wehren zwingend vorgeschriebene Dienstbuch, das wahrheitsgemäß über Dienst, Gerätebestand usw. Auskunft geben soll, ist dem Kreisbrandmeister oder seinem Beauftragten bei Übungen vorzulegen u. von ihm zu unterschreiben. Dem Unterkreis (sind) sollen (= vermutlich ein Schreibfehler des Schriftwartes) sofort der Mitgliederbestand u. die bisherigen Teilnehmer an Lehrgängen in Celle gemeldet werden.
Auf der Tagung wurde auch die Uniformfrage besprochen. Mehr Meinung besteht für die sog. (sogenannte) Schutzbekleidung. Beförderungen bis zum O.Feuerwehrmann (Oberfeuerwehrmann) werden durch den Wehrführer, darüber hinaus vom Kreisbrandmeister ausgesprochen. Zu den Beförderungen ist das Einverständnis des Gemeinderats vorher einzuholen.

Zu 5). Zum Punkt Kameradschaftsabend setzt eine rege Aussprache ein. Kamerad Bär gibt bekannt, daß es ihm gelungen ist, einen Musiker für den Abend zu gewinnen, Fredi Böhm aus Munster. Die Durchführung des Abends soll im Bunker erfolgen, die Räume werden ohne besondere Entschädigung bereitgestellt. Der Kameradschaftsabend soll mit einer Kaffeetafel im großen Raum eröffnet werden, innerhalb der eine Ansprache des Wehrführers u. des Bürgermeisters stattfinden sollen.
Im Anschluß daran Tanz und Unterhaltung mit Tombola in bunter Reihenfolge. Zu dem Kameradschaftsabend wird der Wehrführer auch den Kreisbrandmeister und Unterkreisbrandmeister Heß einladen. Kamerad Bär macht den Vorschlag, daß sich einige Kameraden bereitfinden müßten, für die Kaffeetafel etwas Kuchen zu stiften, um die Kosten herabzusetzen. Der Vorschlag findet Zustimmung. Der Beginn der Veranstaltung am 19.1.52 um 19.30 Uhr- Die anteiligen Beträge sollen bis zum 18.1.52 eingezahlt werden.

Zu 6). Besondere Anfragen zu diesem Punkt liegen nicht vor. Nächster Dienst findet statt am Sonntag, dem 13.1.52 um 9.00 Uhr am Gerätehaus.
Um 21.15 Uhr schließt Wehrführer Pötter mit Dank an die Kameraden die Versammlung.
Anwesend waren 13 Mitglieder. Lange, Schriftwart

  
Das letzte in Sütterlin-Schrift geschriebene Protokoll stammt von der Versammlung am 7. März 1952, die wieder im Bunkerrestaurant stattfand. Diese Versammlung war mit einem Schulungsdienst verbunden, daher nahmen auch Kameraden der neugegründeten Freiwilligen Feuerwehr Trauen an dieser Veranstaltung teil. Das Protokoll hat folgenden Wortlaut:
Niederschrift über die Versammlung der Freiw. Feuerwehr Oerrel mit Schulungsdienst am 7. März 1952 im Bunkerrestaurant. Tagesordnung:
  1. Begrüßung
  2. Protokollverlesen
  3. Bekanntgabe der Eingänge
  4. Festsetzung des Dienstplans für März
  5. Schulungsdienst

Zu 1): Wehrführer Pötter eröffnet kurz nach 20.00 Uhr die Versammlung und begrüßt die erschienenen Kameraden. Sein besonderer Gruß gilt dem U.Kreisbrandmeister (Unterkreisbrandmeister) Heß, der sich bereitgefunden hat, den Schulungsdienst anhand eines Lichtbildervortrages durchzuführen. Gleichzeitig werden die an der Versammlung teilnehmenden Wehrangehörigen der neugegründeten Wehr Trauen herzlich begrüßt.

Zu 2): Das Protokoll über die Versammlung am 5.1.52 wird verlesen. Einwendungen gegen Form u. Inhalt des Protokolls werden nicht geltend gemacht.

Zu 3): Wehrführer Pötter gibt die vorliegenden Rundschreiben bekannt. Die wesentlichsten Punkte aus diesen Rundschreiben werden eingehend besprochen, wobei U.Kreisbrandmeister Heß noch erläuternde Ausführungen machte.

Zu 4): Der Dienstplan für den Monat März wurde festgelegt und 1 Stück dem U.Kreisbrandmeister Heß übergeben. Dieser bemängelt, daß die Vorlage der Dienstpläne in der letzten Zeit sehr mangelhaft gewesen wäre. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß dies in der Zukunft wieder termingemäß geschehen werde.
U.Kreisbrandmeister Heß übergab dem Wehrführer gelegentlich der Aussprache über Dienstplan u. Ausbildung der Wehrangehörigen gleichzeitig einige Einladungsschreiben für Wehrangeh. Wehrangehörige). An der Feuerwehrschule Celle mit der Bitte, die Entsendung der Teilnehmer auch rechtzeitig vorzunehmen, andernfalls ihm die Scheine kurzfristig zurückzugeben.

Zu 5): Nach Schluß des offiziellen Versammlungsteils fand ein Schulungsdienst statt. An Hand eines Lichtbildervortrages „Die Löschgruppe im Einsatz“ erläuterte U.Kreisbrandmeister Heß die richtige Handhabung des Dienstes. Gute Bilder und klare Ausführungen vermitteln allen Teilnehmern bleibenden Eindruck.
An der Versammlung nahmen 11 Kameraden teil. Für die Richtigkeit: Lange, Schriftwart



Über den Inhalt der weiteren Protokolle des Jahres 1952 sowie der nachfolgenden Jahre berichten wir in einem eigenen Unterabschnitt.  
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