* Auszüge aus alten Protokollen - FFW Oerrel


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* Auszüge aus alten Protokollen

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  Auszüge aus alten Protokollen
  
Bei den Sitzungen des Ortskommandos, den Jahreshauptversammlungen (JHV) oder bei Mitgliederversammlungen der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel wurden wichtige Beschlüsse oder Ereignisse in Protokollen festgehalten.

  
25.06.1952:
Versammlung im „Restaurant Bunker“
Unter TOP 2 heißt es im Protokoll: Wehrführer Pötter erstattet Bericht über die kürzlich in Oerrel stattgefundenen Wettkämpfe der Feuerwehren. Wenn die Wettkämpfe unserer Wehr auch keinen direkten Erfolg gebracht haben, so kann man das Ergebnis doch zum Nutzen werten. Er lobt insbesondere die Beteiligung am Dienst und bringt zum Ausdruck, dass sich unsere Wehr jederzeit in die Öffentlichkeit wagen kann.
Seit der letzten Versammlung sind fünf aktive und vier passive Mitglieder eingetreten. Neue aktive Mitglieder sind Ernst Rosenthal, Helmut Hominski, Albert Adler und die Gebrüder Simontowski. Passiv eingetreten sind August Helms, Ernst-August Helms, Gustav Lange und Karl Lebus.  Der Eintritt von Wolfgang Paul in die Wehr musste aufgrund seines jungen Alters zunächst noch zurückgestellt werden.  
Nachdem Bekleidungsstücke ausgegeben wurden, musste eine Bekleidungsliste angelegt werden, in der alle Kameraden den Empfang der Bekleidung bestätigen mussten. Es wurde beschlossen, die schon früher festgelegten Beiträge rückwirkend ab 1. April 1952 einzuziehen. Davon sollten besondere Ausgaben (z. B. Spenden bei besonderen Anlässen) beglichen werden. Zu Kassierern wurden Bruno Mühlbrodt und Reinhard Bär bestimmt. Aus der bisherigen Kasse konnten 20,00 DM übernommen werden. Außerdem steuerte die Gemeinde einen Betrag in Höhe von 50,00 DM bei. Hingewiesen wird auch noch darauf, dass für das „Zuschütten der neuen Zisterne“ eine Einnahme zu erwarten ist.
Die Versammlung beschließt im Juli eine Fahrt in die Holsteinische Schweiz zu unternehmen. Zunächst wurde der 20. Juli 1952 vorgeschlagen, da an diesem Tag aber bereits der Sportverein Oerrel eine Fahrt unternimmt, entscheidet man sich für Sonntag, den 13. Juli 1952. Sofort wird per Telefon die Zusage der Firma Meyerhoff eingeholt, so dass auf der Versammlung gleich die Abfahrtszeit des Busses für 5.30 Uhr festgelegt werden kann. So schnell ging das damals!

5. Oktober 1952
Kurzfristig einberufene Versammlung im Bunker aus traurigem Anlass
An dieser kurzfristig einberufenen Versammlung nahmen 21 Kameraden teil. Anlass dafür war der plötzliche Tod von Bürgermeister Wilhelm Schierwagen, der auch Ehrenvorsitzender der Wehr war. Wehrführer Pötter würdigte in eindringlichen Worten das Leben und die Verdienste des Verstorbenen gerade für die Wehr Oerrel. Gerade der Verstorbene hatte es sich zur Aufgabe gesetzt, die Wehr Oerrel zu einem Vorbild im Kreise herauszustellen. Seinem Wirken wurde durch den Tod ein jähes Ende gesetzt. Zu Ehren des Verstorbenen erhob sich die Versammlung von den Plätzen zu stillem Gedenken.
Der Wehrführer hatte bereits einen Nachruf für die Zeitung verfasst, dessen Wortlaut nachträglich von der Versammlung genehmigt wurde. Genehmigt wurde ferner ein Betrag in Höhe von 20,00 DM für eine Kranzspende. Um den verstorbenen Ehrenvorsitzenden einen letzten Dank abzustatten, wurde beschlossen, dass eine Gruppe in voller Ausrüstung den Sarg von der Halle bis zum Grab tragen soll, sofern dies von der Kirchenverwaltung genehmigt wird.
Bei dieser Gelegenheit gab Wehrführer Pötter den Kameraden der Wehr noch einige Rundschreiben bekannt, die er zwischenzeitlich erhalten hatte. Ferner teilte er mit, dass er vom Gemeinderat Oerrel einstimmig zum Brandmeister ernannt worden ist und er eine entsprechende Urkunde ausgehändigt bekommen hat.

23. Dezember 1952
Versammlung in der Heidequelle  
Vorbemerkung des Verfassers: Es ist mir derzeit nicht bekannt, um welches Lokal es sich bei der „Heidequelle“ handelt. Dieser Name taucht nur in der Überschrift dieses Protokolls auf. Es könnte sich dabei eventuell um die später „Lönsklause“ genannte Gaststätte handeln. Die Lönsklause war dort, wo heute der DRK-Kinderspielkreis untergebracht ist. Für diese Vermutung spricht der in diesem Protokoll erwähnte Eintritt von Heinrich Adler als passives Mitglied in die Wehr. Heinrich Adler war der erste Wirt in der „Lönsklause“ gewesen. Insofern könnte die Lönsklause zuerst den Namen Heidequelle gehabt haben. Das ist derzeit aber nur eine Vermutung.
Zurück zur letzten Versammlung des Jahres 1952, die mit 27 Kameraden gut besucht war, obwohl sie nur einen Tag vor Heiligabend stattfand.  
Brandmeister Pötter verlas die wichtigsten Eingänge der letzten Wochen, wobei im Protokoll neben einigen anderen zwei Schreiben der Kreisverwaltung erwähnt werden. Dabei ging es einmal um den Schutz der Feiertage, wobei der Wunsch geäußert wurde, die Übungen der Wehren so zu legen, dass die Gottesdienste nicht gestört werden. Zum anderen ging es um die Ausstellung von Feuerwehrdienstausweisen für alle aktiven Wehrmitglieder. Da die Ausweise ab 1. Januar 1953 gelten sollen, bittet Pötter die Männer, die Lichtbilder schnellstmöglich bei ihm einzureichen. In einem dritten Schreiben geht es um die unentgeltliche Nachbarschaftshilfe innerhalb eines Umkreises von 15 km. Bei Anforderungen über diesen Radius hinaus erfolgt dagegen eine Bezahlung nach festgelegten Richtsätzen.
Die Versammlung beschließt entweder am 24. oder am 31. Januar 1953 einen Kameradschaftsabend im Bunker durchzuführen. Je Teilnehmer soll ein Beitrag von 2,50 DM geleistet werden. Die Ausgestaltung des Abends wird einem Festausschuss übertragen, dem die Kameraden Emil Schöniger, Ernst-August Helms, Reinhard Bär, Albert Simontowski und Willi Niefer sowie Wehrführer Erich Pötter angehören. Zu dem Abend sollen auch Kreisbrandmeister Schröder aus Soltau und Unter-Kreisbrandmeister Hess aus Munster eingeladen werden.
Auf Beschluss der Versammlung werden Siegfried Walter aus Kohlenbissen als aktives Mitglied und Heinrich Adler aus Oerrel als passives Mitglied neu in die Wehr aufgenommen. In diesem Zusammenhang weist Wehrführer Pötter auf dringendem Ersatz bei den aktiven Kameraden hin, nachdem durch viele Abgänge in den letzten Monaten doch merkliche Lücken entstanden sind. Es fehle insbesondere am Zustrom von Jugendlichen. Er bittet daher alle Anwesenden, sich an der Werbung neuer Mitglieder tatkräftig zu beteiligen.  
Anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes weist Pötter auf die Brandgefahr durch unvorsichtigen Umgang mit Weihnachtsbäumen hin. Er hofft allerdings, dass überall die Sorgfalt an den Tag gelegt wird, um von vornherein den Verlust von Eigentum durch Feuer auszuschließen. Sollte dennoch ein Einsatz der Wehr notwendig werden, dann wird sie auch zur Stelle sein. Wenn auch unsere Wehr im abgelaufenen Jahr zu keinen rechten Einsatz gelangt ist, so ist doch allein im Kreise Soltau 1952 ein Brandschaden von rd. 80.000,00 DM entstanden und das ist eine recht hohe Summe.
Hinsichtlich der Brandwachen im Kino vertritt Pötter die Ansicht, dass diese auch weiterhin notwendig sind, obwohl die Brandgefahr heute (1952) durch die Verwendung von (Film-)Kassetten erheblich gesenkt worden ist.  
Der Wehrführer wünscht allen Kameraden und deren Angehörigen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr. Damit endet das Protokoll der letzten Versammlung im Jahr 1952.
3. März 1953
Jahreshauptversammlung im Bunker
Die Löschwasserversorgung war ein Thema auf dieser JHV, da der Landkreis Soltau dazu ein Rundschreiben verschickt hatte. Wehrführer Pötter verwies darauf, dass in Oerrel Lösungen für die abgelegenen Ortsteile bzw. Grundstücke, wobei er hier ausdrücklich das Grundstück von Finke am Brambosteler Weg erwähnt, gefunden werden müssen. Ansonsten könne man in Oerrel zwar zufrieden sein, nur in Kohlenbissen ist die Errichtung einer Löschwasserstelle bei der Kartoffelzucht Böhm vordringlich, was auch schon von Seiten der FF Munster gefordert wurde. Dort hatte es früher eine Löschwasserstelle gegeben, die leider zerstört worden ist.  
Weitere Themen waren die Ausrüstung der Wehr mit Kombinationen für den täglichen Dienst und für Einsätze, da die Tuchröcke dafür zu schade sind, und die Teilnahme an den Kreiswettkämpfen in Neuenkirchen, zu denen Oerrel wegen der erheblichen Abgänge an aktiven Kameraden in den letzten Monaten nur eine Gruppe gemeldet hat. Eine Teilnahme am Bundesfeuerwehrtag musste aufgrund der hohen Kosten leider abgesagt werden.  
Aus diesem Protokoll geht hervor, dass Erich Lange, der Schriftwart der Oerreler Wehr, mittlerweile Bürgermeister – als Nachfolger des verstorbenen Wilhelm Schierwagen – geworden ist, da er in dieser Eigenschaft noch einige Ausführungen machte. So gab er bekannt, dass es beabsichtigt ist, Mittel für eine weitere Löschwasserstelle in den Haushalt der Gemeinde für 1953 einzustellen. Außerdem könne die Wehr auch in Zukunft mit einer guten Unterstützung durch die Gemeinde rechnen.
Brandmeister Pötter berichtet von einer Tagung des Feuerlöschverbandes in Soltau, dem auch die Gemeinde Oerrel angehört und an der er als Vertreter der Gemeinde teilgenommen hat. Ganz besonders stellt er die Aufgaben der Schlauchpflegerei vor.  
Aus dem Bericht des Brandmeisters über das Jahr 1952 geht hervor, dass kein ernstlicher Einsatz der Wehr notwendig war. Die Wehr aber dennoch einsatzfähig und bereit ist, Leben und Eigentum der Einwohnerschaft zu schützen. Weitere Mitglieder zu werben und zu schulen bleibt ebenso eine vordringliche Aufgabe, wie der Besuch von Lehrgängen an der Feuerwehrschule in Celle. Es ist gelungen, die Ausrüstung und Bekleidung auf einen guten Stand zu bringen. Die Ausflugsfahrt nach Malente im vergangenen Jahr hat bei allen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Elf Einwohner der Gemeinde haben in den letzten Wochen den Weg in die Wehr gefunden. Neu aufgenommen wurden Georg Helms, Hermann Hestermann, Roman Naundorf, Hermann Kohlmeyer, Werner Koch, Herbert Felder, Hans Leisker, Willi Knoll, Willi Bade, Heinz Gade und Günter Kabitzsch. Der Beitrag für passive Mitglieder beträgt 1,00 DM im Vierteljahr.
Zum Gerätewart wird Kamerad Helmut Juhnke und zum Listenführer beim Dienst wird Kamerad Wolfgang Paul bestimmt, da die Führung der Dienstbücher zwingend vorgeschrieben ist.

27. Juni 1953
Monatsversammlung im Jugendheim
Aus dem Protokoll geht hervor, dass es einen Wechsel beim Schriftwart gegeben hat, da der bisherige Schriftführer Erich Lange fortziehen wird. Zum Abschied betont Brandmeister Pötter, daß die Wehr sich hat glücklich schätzen können, einen so guten Schriftführer gehabt zu haben, doch wird dessen Sohn das Amt weiterführen.
An den Kreisfeuerwehrwettkämpfen in Neuenkirchen hatte die Wehr mit einer Gruppe teilgenommen, doch trotz guter Vorbereitung war ihr keiner der ersten Plätze vergönnt gewesen. Angenommen wurde die Einladung anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Faßberg, zu der eine Abordnung entsandt wurde. Angekündigt wird für den 30. Juni 1953 eine Überprüfung der Wehr, an der neben dem Brandmeister auch der Bürgermeister teilnehmen wird.  
Nachdem Brandmeister Pötter kritisiert, dass gegen die vollkommen unzureichende Löschwasserversorgung im Ortsteil Kohlenbissen von Seiten der Gemeinde noch immer nichts unternommen wurde, erklärt der anwesende abgetretene Bürgermeister Lange, dass es der Gemeinde leider nicht möglich war, diesen Punkt in den Haushaltsplan mit aufzunehmen, da der Gemeinde ein großer Teil ihrer Einnahmen durch „höhere Verfügung“ verloren gingen. In Oerrel selbst wurde die Löschwasserversorgung als allgemein ausreichend angesehen.  
Als neue Mitglieder werden herzlich willkommen geheißen: Fritz Lewandowski als aktives Mitglied sowie Otto Kemsies, Wilhelm Helms, Hermann Quietmeyer, Werner Helms, Bernhard Brauner und Wilhelm Hestermann als passive Mitglieder. Die Wehr verlassen haben Karl-Heinz Schöniger (aktiv) und die passiven Mitglieder E. Nikolaus und E. Lange. Da alle drei Oerrel verlassen, wünscht Pötter ihnen „das Beste in ihrer neuen Umgebung“.
Geplant ist für den 19. Juli 1953 eine Gesellschaftsfahrt in den Harz. Abfahrt um 5.00 Uhr morgens, Fahrpreis ca. 8,50 DM. Von der Gemeinde wurde der Wehr ein Schrank zur Unterbringung von Bekleidungsstücken zur Verfügung gestellt.  
Am Ende der Versammlung ergreift der neue Bürgermeister, August Helms, das Wort und hofft auf weiterhin gutes Zusammenarbeiten zwischen Gemeinde und Wehr.  

12. Dezember 1953
Versammlung im Jugendheim
Themen dieser Versammlung waren ein Rundschreiben vom 8.7.1953 des Kreisfeuerwehrverbandes, in dem sich dieser über die ungenügende Kenntnisnahme der verschickten Rundschreiben in den Feuerwehren im Kreis beschwert. In dem Schreiben wird auch auf besondere Vorsichtsmaßnahmen wegen des trockenen Wetters in der bevorstehenden Ernte hingewiesen. Große „Übelstände“ können vom Gemeindebrandmeister dem Kreisfeuerwehrverband gemeldet werden. Ferner sollen neue Mützenabzeichen ausgegeben werden. Die Kreisschlauchpflegerei teilte am 29.8.1953 mit, dass in letzter Zeit vermehrt Totalschäden am vorhandenen Schlauchmaterial vorgekommen ist. Die Wehren werden gewarnt, dass derartige Schäden nach dem 1.8.1953 von der jeweiligen Gemeinde getragen werden müssen. Brandmeister Pötter weist hierzu darauf hin, dass die Nässeschäden im Oerreler Gerätehaus bereits vor 3 Jahren behoben worden sind.  
Neben vielen weiteren Regularien teilt der Brandmeister mit, dass jetzt in Bad Harzburg ein Feuerwehrerholungsheim eingerichtet worden ist. Bevor er zur Aufnahme neuer Mitglieder kommt, erklärt er, dass es ihm unerklärlich ist, daß im Orte so wenig Interesse, der Männer mittleren Jahrgangs, für den freiwilligen Feuerwehrdienst aufgebracht wird. Als neue aktive Mitglieder werden Horst Holdmann und Gustav de la Porte sowie K. Moderhack als passives Mitglied aufgenommen. Der Bürgermeister berichtet, dass er auch schon den Versuch gemacht hat, die männlichen Einwohner auf den (Feuer-)Wehrdienst hinzuweisen. Doch scheinen ihm seine Worte auf wenig fruchtbaren Boden gefallen.
Beschlossen wird Ende Januar 1954 wieder einen Kameradschaftsabend stattfinden zu lassen. Dem Festausschuss gehören die Kameraden Reinhard Bär, K.-H. Wisniewski, E-A. Helms, G. Vandreike, H. Hestermann, K. Moderhack und der Wehrführer an.
Zum Schluss der Versammlung weist der Brandmeister auf die geänderten Alarmzeichen hin, wobei er diese noch nicht als endgültig ansieht. Bei einem Ortsfeuer ertönt die Sirene 3 mal 12 Sekunden mit jeweils 12 Sekunden Unterbrechung. Bei einer Katastrophe schließt sich diesem Zeichen noch ein langer Ton an. Aus der Versammlung heraus wird angeregt, das Gerätehaus endlich mit Licht zu versehen sowie den, um den Feuerturm gezogenen Zaun auf die nebenliegende Zisterne zu erweitern.  


11. März 1954
Zu dieser JHV, an der 33 Kameraden teilnehmen, begrüßt Brandmeister Pötter auch Kreisbrandmeister Schröder, der zu allen wichtigen Tagesfragen Stellung nehmen wird.  
Bezugnehmend auf das verlesene Protokoll der letzten Sitzung berichtet Pötter, dass das mit dem Zaun um die Zisterne noch nicht erledigt werden konnte, da in diesem Winter Frostschäden an der Zisterne aufgetreten sind, so dass sie jetzt eine Betondecke erhalten soll.
Der Brandmeister gibt bekannt, daß der Telefonruf für die Feuerwehren im gesamten Bundesgebiet auf die Nr. 112 umgestellt werden soll. Doch ist es ihm noch nicht ganz klar, ob dieses auch in den kleinen Orten möglich sein wird.
In einer Entschließung des Kreisfeuerverbandes auf der Sitzung am 3.3. in Bispingen heißt es, daß die Kreiswettkämpfe forthin ausfallen. Dafür sollen die jeweiligen Unterkreise groß angelegte Übungen, unter Beteiligung aller ihm angeschlossenen Wehren, durchführen.
In einem eingegangen Schreiben wird mitgeteilt, daß die Mitgliedschaft in der HJ-Feuerwehrschar als Dienstzeit angerechnet wird, falls der Betreffende nach dem 18. Lebensjahr wieder in eine Feuerwehr eingetreten ist oder durch Berufsausbildung davon verhindert war. Zur Teilnahme am Feuerwehrverbandstag für das Land Niedersachsen vom 11.-13. Juni in Norderney ist auch bereits eine Einladung eingegangen. Die Teilnehmer müssen sich bis zum 1. Mai beim Kreisverband melden.
In seinem Jahresbericht erwähnt Pötter für das Jahr 1953 zwei Einsätze bei „unwesentlichen Waldbränden“ wie es im Protokoll heißt. Die Wehr hatte mit dem heutigen Stand (11.03.1954) 18 aktive und 34 passive Mitglieder. Es wurden 23 Übungsdienst durchgeführt. Bei den Wettkämpfer in Neuenkirchen konnte nur ein „Mittelplatz“ belegt werden. Im Sommer wurde die traditionelle Gemeinschaftsfahrt, die diesmal in den Harz ging, durchgeführt. Zufriedenstellend verlief der durchgeführte Probealarm mit einem Angriff auf eine 300 Meter entfernte Baracke. Bei den wöchentlichen Sirenenerprobungen am Samstagmittag wurden „drei Versager“ festgestellt. Der wie im jeden Jahr durchgeführte Kameradschaftsabend verlief bei großer Beteiligung in froher Stimmung und hat das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kameraden weiter gefestigt. Beschickt wurden vom Amerikahaus in Hamburg durchgeführte „Lehrtage für Tonfilmvorführer“, deren Prüfungsergebnis aber noch aussteht. Die Wehr kann dann gegen eine Leihgebühr von 3,00 DM selbst Filme vorführen. Die „Vervollständigung der Löschwasserversorgung“ in Kohlenbissen ist auch für das neue Jahr eine der bevorstehenden Aufgaben. Aus dem Kassenbericht geht hervor, dass die Wehr über einen Bestand von 65,33 DM verfügt.
Mit Hans Arlt und Erich Steinke werden auf der Versammlung zwei neue aktive Mitglieder aufgenommen. Eine lebhafte Diskussion wird über eine Beitragserhöhung für passive Mitglieder geführt, wovon aber wegen der großen Erwerbslosigkeit in der Gemeinde wieder Abstand genommen wird. Doch bleibt es den Mitgliedern überlassen, ihren Beitrag freiwillig zu erhöhen, heißt es im Protokoll.  
Nachdem Kamerad Ernst-August Helms mitgeteilt hat, dass – wie er aus seiner Arbeit im Sportverein wisse - die Feuerwehrkameraden unter 18 Jahren keinen Verdienstausfall bekommen, ergriff der Kreisbrandmeister das Wort und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Versammlung so gut besucht sei und die Wehr sich so großer Beliebtheit bei der älteren Einwohnerschaft der Gemeinde erfreue. Er erklärte weiter, daß in dem zu Gehör gekommenen Protokoll von einer Beschwerde des Kreisfeuerwehrverbandes gesprochen wurde und sagte, daß diese heutzutage nicht mehr vorkämen und bat um Richtigstellung. Weiter betont er ausdrücklich, daß die Jugendlichen nur beim Übungsdienst versichert sind, doch wolle er sich bei Unfällen dahintersetzen, daß ein Verdienstausfall ersetzt wird. Er kam auch auf den neuen Sammelruf der Feuerwehr und den Niedersächsischen Verbandstag in Norderney zu sprechen. Für letzten sind vom Kreisverband 200,00 DM zur Verfügung gestellt worden, doch darf ein Teilnehmer nicht mehr als 20,00 DM erhalten. Seinen Worten nach wird der diesjährige Kreisverbandstag in Breloh stattfinden mit dem wahrscheinlich die Wettkämpfe der Unterkreises Munster zusammenfallen werden. Er sagte noch, daß 98 % der Brände im vergangenen Jahr durch Fahrlässigkeit entstanden seien. Auch wies er darauf hin, daß die Zisternen in Ordnung gehalten werden müssen und sagte, daß die Gemeinden bei Zisternenneubauten 30 % Zuschuss erhalten können. Mit den Worten, daß es unsere größte Pflicht ist, das Recht unserer Mitmenschen zu achten, schloß der Kreisbrandmeister seine Ausführungen.
Hiernach ergriff der Gemeindebrandmeister noch einmal das Wort und trug im Namen aller Kameraden dem ältesten Mitglied der Wehr, Bauer Hermann Kohlmeyer aus Kohlenbissen, die Ehrenmitgliedschaft an, die dieser dankend annahm.
Der Brandmeister sagte auch noch, daß etwas getan werden müsse, um einen Alarm im Ortsteil Kohlenbissen bekanntgeben zu können.

14. Oktober 1954
Versammlung im Jugendheim  
Aus dem Protokoll geht hervor, dass – trotz eine sehr kurzen Einladungsfrist - 14 aktive Kameraden bei dieser Versammlung anwesend sind und dass die Zisterne am Feuerturm bisher noch keine Betondecke erhalten hat, aber noch in diesem Jahr bekommen soll. Verzögerung sind durch zusätzlich auszufüllende Fragebogen bei den Kostenanschlägen entstanden, in denen genaue Auskunft über den Ausbildungsstand und den Ausrüstungstand der Wehr verlangt werden. Ferner muss angegeben werden, wie viele strohbedeckte Bauten es im Ort gibt. Der Brunnen bei der Kartoffelzucht Böhm in Kohlenbissen wurde zwar ordnungsgemäß hergerichtet, doch hat ein dreimaliges Anlegen keinen Erfolg gehabt.
Es wird von einem Rundschreiben vom 21.06.1954 berichtet, mit dem die Wehren zu den am 5. September 1954 stattgefunden Bezirkswettkämpfen in Bardowick eingeladen wurden. Brandmeister Pötter teilt mit, daß er zusammen mit Bürgermeister Helms in Bardowick war. Er sagt, daß bei allen Wehren ein großer Aufschwung zu beobachten gewesen sei. Durch verschiedene Erleichterungen sei es möglich gewesen eine Übung in 62 Sekunden durchzuführen, was man vor Jahren noch nicht zu hoffen wagte. In Zukunft müssen die Wettkämpfe wieder in allen Landkreisen durchgeführt werden, so ist es durch die Landesregierung gesetzlich festgelegt worden.
Unter dem TOP 6 ging es um den Kinoschutz  in der Festhalle, die in den 1950er-Jahren nicht nur für Tanzveranstaltungen, sondern auch für Theateraufführungen und Kinoveranstaltungen genutzt wurde. Während der Filmvorführungen musste ein Feuerwehrmann zur Brandwache abgestellt werden. Während der Versammlung erklärten die Kameraden einstimmig, dass ein Feuerwehrmann zum „Kinoschutz“ nicht ausreichen würde, so dass Brandmeister Pötter erklärte, sich diesbezüglich mit dem Veranstalter noch einmal darüber zu unterhalten. Auch wolle er sich für die Anschaffung eines Notlöschgerätes (Feuerlöscher) einsetzen. Er fügte abschließend hinzu, daß es jeder Feuerwehrmann als seine Pflicht ansehen müsse, wirklichen Feuerschutz bei so einer Veranstaltung zu stellen. Vorgeschlagen wurde eine Liste mit den Namen aller Kameraden aufzustellen und herumzureichen, so dass der jeweilige Besitzer der Liste daran erinnert wird, dass er mit dem Kinoschutz an der Reihe ist.
Die Kameraden sprachen sich wieder für einen Kameradschaftsabend im Januar nächsten Jahres aus, wobei man sich aber überlegen müsse, ob dieser in der alten Form durchgeführt werden soll oder ob man etwas anderes beabsichtige. Diese Frage und die Wahl eines Vergnügungsausschusses wurden bis zur nächsten Versammlung vertagt.  
Für das nächste Frühjahr wird die Ausbildung einer älteren Gruppe geplant. Außerdem machte der Wehrführer den Vorschlag, mit der gesamten Gruppe einmal die Feuerwehrschule in Celle zu besuchen, da dies für alle Kameraden nur zum Guten sein könne.  

9. Dezember 1954
Versammlung im Jugendheim
Bei dieser Versammlung waren 17 Kameraden der Wehr anwesend, darunter einige der passiven Mitglieder einschließlich Bürgermeister August Helms. Vielleicht wurde deshalb unter dem TOP „Verschiedenes“ zum Schluss dieser Versammlung die Anschaffung eines Löschfahrzeugs angesprochen.
Nach dem Verlesen des Protokolls der letzten Sitzung, erklärt der Wehrführer, daß noch kein Notlöschgerät für den Kinoschutz beschafft werden konnte. Man könne jedoch ein altes Gerät wieder herrichten lassen. Bürgermeister Helms (…) teilt mit, daß die Anschaffung des erwähnten Gerätes sofort vorgenommen werden kann, da die Mittel dafür noch vorhanden sind. Auch sagt er, daß sofort die erforderlichen Signallampen sowie erforderliche Bekleidungsstücke gekauft werden können; denn hierfür ständen noch rd. 100,00 DM zur Verfügung. Mit einer kleinen Unterstützung beim Kameradschaftsabend kann auch noch gerechnet werden. Er kam auch auf die Bezirkswettkämpfe in Bardowick zu sprechen und wünschte, daß bei solchen Veranstaltungen doch mehrere der Kameraden daran teilnehmen. (…) bei offenen Wetter soll die Betondecke für die Zisterne am Beobachtungsturm im Januar oder Februar nächsten Jahres fertiggestellt werden. Er rief die Kameraden zur Durchführung der anfallenden Arbeiten zur Heranschaffung von Kies auf, denn die eingesparten Gelder könnten dann schon wieder der Wehr zu gute kommen. Der Wehrführer dankte dem Bürgermeister für seine Ausführungen und zeigte sich sehr erfreut über die Zusagen von Seiten der Gemeinde, die schnell die Belange der Wehr erfüllen wird.
Ein weiteres Thema dieser Versammlung wird vom Wehrführer angesprochen, indem er erklärt, dass die Wehr unbedingt einen Gerätewart einsetzen müsse, der das Gerätehaus in Ordnung hält. Hierfür stellte sich Kamerad W. (Wolfgang) de la Porte zur Verfügung.
Dann ging es um den für den 22. oder 29. Januar 1955 in Aussicht gestellten Kameradschaftsabend. Von den Kameraden wurde die Durchführung einer Tafel vorgeschlagen, worüber allerdings der Vergnügungsausschuss entscheiden solle. Dieser wurde mit den Kameraden E.-A. Helms, H.-J. Lange, E. Trude, W. Koch, G. Vandreike, E. Pötter und H. Gade besetzt und soll alle nötigen Vorbereitungen zum Gelingen des Abends vornehmen. Von jedem Teilnehmer soll wahrscheinlich 1,50 DM an Gebühr erhoben werden.  
Unter dem TOP 6 „Verschiedenes“ wurde der Vorschlag gemacht, daß die Gemeinde einen Antrag zur Anschaffung eines Löschfahrzeuges an die Regierung macht, da hier wegen der großen Waldgebiete ein Löschfahrzeug sehr gut zu gebrauchen sei. Die Anbringung einer Anschlagtafel für die Wehr wurde auch vorgeschlagen.
Mit einer an die Kameraden gerichteten Einladung des Wehrführers zu einer Zusammenkunft am kommenden Donnerstag im Jugendheim endete die letzte Versammlung des Jahres 1954.  


 
7. März 1955
Jahreshauptversammlung im Jugendheim, an der 27 Kameraden, Bürgermeister Helms und Unterkreisbrandmeister Hess aus Munster teilnahmen.
Zum Tagesordnungspunkt 2 „Lichtbildervortrag“ dieser JHV waren auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Trauen nach Oerrel gekommen, da Hauptbrandmeister Hess anhand der Lehrfilme „Brandschäden in der Landwirtschaft“, „Erste Hilfe bei Unfällen“ sowie „Die Grundausbildung an der TSA“ einen Vortrag hielt.  
Nach diesem Vortrag traten die Kameraden aus Trauen wieder die Rückreise an und um 21:15 Uhr begann dann der offizielle Teil der Jahreshauptversammlung. Neuwahlen waren laut Protokoll nicht erforderlich, da sowohl Kassenführer Helmut Hestermann als auch Schriftführer Hans-Jürgen Lange ihre Ämter fortführen wollen.  
Aktuell hatte die Wehr 16 aktive und 33 passive Mitglieder. Nachdem vier Kameraden die Wehr wegen Fortzugs verlassen haben, gibt es keine hundertprozentige Reservetruppe mehr, so dass bei Bedarf auf die älteren Kameraden zurückgegriffen werden müsse. Im vergangen Jahr hatte die Wehr drei Einsätze bei Waldbränden gehabt. Angeschafft wurden ein Total-Trockenlöscher (Feuerlöscher) und ein Sprühstrahlrohr. Wehrführer Pötter bedankte sich bei der Gemeinde Oerrel für die gute Zusammenarbeit. Zwei Kameraden hatten an den Bezirkswettkämpfen in Bardowick teilgenommen (Anmerkung: als Beobachter). Eine Gemeinschaftsfahrt und ein Kameradschaftsabend haben das Zusammengehörigkeitsgefühl gefestigt.
Auf der letzten Unterkreistagung wurde den Wehren die Anschaffung des „Gesetzes über das Feuerschutzwesen“ empfohlen, was Wehrführer Pötter seinerzeit abgelehnt hatte. Hauptbrandmeister Hess empfahl diese Anschaffung für Gemeinde und Wehr noch einmal. Für den gelieferten Trockenlöscher soll es noch eine Probelöschung durch die Lieferfirma geben, wozu auch Vertreter der Forst und des Krankenhauses eingeladen werden sollen.
Bürgermeister Helms sagte die Herrichtung der Beleuchtung im Gerätehaus, die Anbringung einer Anschlagtafel sowie weitere kleinere Anschaffungen für die Wehr zu. Er dankte für die im vergangen Jahr geleistete Arbeit.
Als neue Mitglieder wurden Horst Nilson, Roman Lach und Vasly Maschinski durch Handschlag in die Wehr aufgenommen.  

24. September 1955
Mitgliederversammlung in der Gastwirtschaft Waldkrug, an der 19 Kameraden und der Bürgermeister teilnahmen.
Wehrführer Pötter erklärte, dass die Vorführung des Trockenlöschers immer noch nicht stattgefunden hat, allerdings hatten einige Kameraden bei einer Vorführung in Munster Gelegenheit gehabt, sich von der Wirkungskraft zu überzeugen.  
Unter TOP 4 „Dienstauffassung“ wird den Kameraden vom Gemeindebrandmeister ans Herz gelegt, doch in Zukunft mehr zum Dienst zu erscheinen. Auch müsse jeder Feuerwehrmann darauf bedacht sein, seinen Dienstanzug immer in Ordnung zu halten, denn die Feuerwehr ist immer das Aushängeschild der Gemeinde. Zur Überprüfung der Wehr durch den Kreisbrandmeister am 28. August 1955 kritisiert Erich Pötter, dass die Kameraden in solchen Fällen doch pünktlich erscheinen müssen. Es wird eine Anschlagtafel angebracht, an der der Dienstplan für jeden Monat eingesehen werden kann.  
Da Schriftführer Lange demnächst umziehen und daher seinen Posten abgeben muss, wurde Kamerad Moderhack als Nachfolger vorgeschlagen, den Wehrführer Pötter aber noch ansprechen muss, da er nicht anwesend ist.  
Bürgermeister August Helms kündigte das Anbringen eines Halters für den Trockenlöscher an und erklärte, dass trotz der entstehenden Kosten die Probevorführung für alle Kameraden noch durchgeführt werden soll. Für den Gerätewart stellte er ein kleines Entgelt in Aussicht. Bei der Anschaffung eines Fahrzeugs für die Wehr gibt es laut Bürgermeister noch Schwierigkeiten, doch brauche man die Hoffnung nicht ganz aufzugeben. Außerdem legte er den Besuch der Feuerwehrschule nahe.  

8. Dezember 1955
Mitgliederversammlung im Gasthaus Waldkrug, an der 22 Kameraden, der Bürgermeister und erstmals auch eine Pressevertreterin teilnahmen.
Vom Wehrführer wird berichtet, dass zwischenzeitlich verschiede Dinge erledigt wurden, so wurde der Halter für den Trockenlöscher fertiggestellt und die Anschlagtafel beschriftet und angebracht, wodurch er einen besseren Dienstbesuch feststellen kann. Außerdem stellte er fest, dass zu dieser Versammlung alle in ordentlicher Uniform erschienen sind.
Nachdem Gemeindebrandmeister Pötter mitgeteilt hatte, dass mehrere Einwohner um ihre Aufnahme in die Wehr nachgesucht haben, er aber wegen des „ungesunden“ Verhältnisses zwischen aktiven und passiven Kameraden Bedenken anmelden müsse. Daraufhin schlug Bürgermeister Helms die Festlegung von Statuten vor, wonach Männer bis zu 40 Jahren nur als aktive und erst ab 50 Jahren als passive Mitglieder aufgenommen werden sollten. Weiter ist im Protokoll festgehalten: Männer zwischen 40 und 50 Jahren können nur dann aufgenommen werden, wenn sie sich freiwillig zum Wehrdienst verpflichten. (Anmerkung des Verfassers: 1. Gemeint ist hier die Verpflichtung zum Dienst in der Feuerwehr, wobei nicht erkennbar ist, wobei hier der Unterschied zum aktiven Dienst, der bis 40-jährigen liegt, da es immer freiwillig ist)
Ferner schlägt der Bürgermeister eine Aufnahmegebühr von 3,00 DM vor und verweist darauf, dass Körperbehinderte grundsätzlich nicht zum aktiven Dienst herangezogen werden dürfen. (Anmerkung des Verfassers: Anscheinend wurden diese Statuen dann ab sofort umgesetzt, denn im Protokoll heißt es wörtlich: ) Die Versammlung beschloß dann die Aufnahme von W. Mautz und W. Cilinski als neue Kameraden. Dem Ersuchen eines Einwohners aus Kohlenbissen um Aufnahme in die Wehr konnte nicht entsprochen werden, da er schon einer anderen Wehr angehört.
Nachdem die Durchführung eines Kameradschaftsabends für den 21. oder 28. Januar 1956 beschlossen und ein Festausschuss bestehend aus den Kameraden W. Koch, H. Gade, G. Vandreike, K. Moderhack, E.-A. Helms und E. Pötter benannt wurde, gab der Wehrführer den Kameraden Gelegenheit ihre Außenstände bei den Mitgliedsbeiträgen zu „beseitigen“.  
Nachdem die Beiträge vom Kassenwart kassiert worden waren, ergriff Bürgermeister August Helms noch einmal das Wort und gab bekannt, daß der Gemeinderat die Anschaffung eines motorisierten Fahrzeugs für die Wehr beschlossen hat. Er gab der Hoffnung darüber Ausdruck, daß die übergeordneten Dienststellen ihre Zuschüsse nicht versagen.


10. März 1956
An der Jahreshauptversammlung im Jugendheim nahmen 27 Kameraden und der Bürgermeister teil.
Gemeindebrandmeister Pötter kann berichten, dass fast alles, was vor einem Jahr auf der JHV auf den Weg gebracht wurde, zwischenzeitlich erledigt ist. Die Nachwuchsfrage wurde von ihm als bedeutendes Problem in der Wehr bezeichnet. Daher muss die Ausbildung der Jugend ins Auge gefasst werden, um der Wehr die erforderliche Schlagkraft zu erhalten. Im vergangen Jahr 1955 rückte die Wehr zu 2 Brandeinsätzen aus.
Bei den 26 Übungsdiensten  und anderen Zusammenkünften hatte sich erwiesen, dass die Wehr nicht schnell am gewünschten Ort eintreffen konnte, da man immer auf fremde Hilfe angewiesen sei. Daher will die Gemeinde Oerrel ein Kraftfahrzeug für die Wehr anschaffen. Wehrführer Pötter hofft nun auf die Bewilligung der Mittel durch die Kreisverwaltung in Soltau, damit das Fahrzeug der Wehr dann auch bald zur Verfügung steht.  
Pötter dankte allen Kameraden, die das Jahr über in selbstloser Bereitschaft ihren Dienst tun, über den Gruppenführer, Kassierer, Gerätewart bis zum Schriftführer. Aber auch den Kameraden, die nicht aktiv am Dienst teilnehmen, aber alljährlich zum Gelingen des Kameradschaftsabends ihr Scherflein beitragen.  
In Erinnerung an die letzte Sitzung, in der Neuaufnahmen einige Schwierigkeiten zu Tage brachten, wies Pötter darauf hin, dass man jetzt die Satzungen über das Feuerschutzwesen zur Hand habe. Darin wird vor allen Dingen gefordert, dass nur unbescholtene Männer in eine Feuerwehr aufgenommen werden dürfen. Wegen auswärtiger Beschäftigung werden die Kameraden H. Hestermann und A. Simontowski der Wehr nicht mehr in vollem Umfang zur Verfügung stehen, was Pötter bedauert.
Karl-Heinz Wisniewski wurde zum Unterbrandmeister befördert. Weitere Beförderungen können erst erfolgen, wenn die jeweiligen Kameraden die Lehrgänge absolviert hätten.  
Da die Kameraden Lange und Hestermann Oerrel aus beruflichen Gründen verlassen, müssen die Ämter des Schriftführers und des Kassiers neu besetzt werden. Daraufhin wurde Kamerad Moderhack einstimmig zum Schriftführer gewählt. Für den Posten des Kassiers wurden die Kameraden Hominski, Koch, Wisniewski und Holdmann-Prudlick vorgeschlagen. Nachdem die ersten drei genannten eine Annahme des Postens ablehnten, erfolgte die Wahl von H. Holdmann mit allen Stimmer der anwesenden Kameraden.  
Wehrführer Pötter berichtete, dass er in den kalten Tagen dieses Winters bei allen Wasserstellen von Zeit zu Zeit etwas Wasser abgezapft habe, um dem Eis mehr Ausdehnungsmöglichkeiten zu lassen, wodurch Schäden am Mauerwerk vermieden werden konnte. Dem Bürgermeister dankte er für die gute Unterstützung, die die Wehr allzeit bei der Gemeinde findet.
Bürgermeister August Helms dankte der Wehr und hofft ebenfalls, dass die Wehr bald ein eigenes Fahrzeug besitzen wird, für das der Wehrführer dann schon einen geeigneten Kraftfahrer finden und der dem Fahrzeug die nötige Pflege angedeihen lassen werde. Er kritisierte aber auch, dass beim letzten Brand am Strohschuppen alle ein wenig durcheinandergelaufen sind. Er hoffe, dass dies beim nächsten Mal nicht mehr vorkommt.  
Mit dem Dank des Gemeindebrandmeisters an den Pächter (Anmerkung: vermutlich des Bauernhofes) für die Stellung eines Vorspannfahrzeugs und dem Hinweis auf den nächsten Übungsdienst für Sonntag, den 25. März 9:00 Uhr, beendete er die Jahreshauptversammlung um 22:00 Uhr.

26. September 1956
Zur Mitgliederversammlung im Gasthaus Walpuski (Waldkrug) waren nur die aktiven Kameraden eingeladen, von denen 15 Kameraden anwesend waren. Somit fast vollständig.
Diskutiert wird über einen Erlass des Niedersächsischen Ministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 28. Mai 1956 in dem klar gestellt wird, dass bei Waldbränden die technische Leitung für Einsatz und Bekämpfung absolut in den Händen des zuständigen Forstbeamten liegt, der für seinen Bezirk oder sein Revier ausgearbeitete Einsatz-Pläne vorliegen haben soll.
Debattiert wird auch über den Mitgliederbestand der Wehr, da in kurzer Zeit wieder mit einigen Abgänge vor allem von aktiven Kameraden gerechnet wird, da diese entweder zur Bundeswehr einberufen werden oder ihre Arbeitsstelle wechseln. Es wird grundsätzlich festgestellt, dass die Einberufung zur Bundeswehr den Austritt aus der Feuerwehr zur Folge haben muss, da der Kamerad auf Jahre sonst nur in den Listen geführt wird, wodurch ein falsches Bild über den Mitgliederbestand entsteht. Durch die Abgänge wird die Lehrgangsbesetzung in Frage gestellt.  
Ausführlich wurde noch über die Kraftfahrerfrage für den Einsatzwagen gesprochen, wobei festgestellt wurde, dass es ein Problem bleiben wird, hier weiterhin für Nachwuchs zu sorgen. *1)  
Wegen des am gleichen Tages ausgerichteten Sportfestes des SV Trauen-Oerrel konnte keine Mannschaft zu den Bezirks-Ausscheidungs-Wettkämpfen am 15. und 16. September 1956 entsandt werden.  
Eine rege Aussprache gab es auch über den Einsatz bei der Sturmkatastrophe *2). Im Protokoll heißt es dazu wörtlich: Im Verlauf dieser Debatte brachte der Bürgermeister zu Ausdruck, daß es immer wieder Leute gäbe, die durch ihre Schlaumeierei oftmals den ganzen Einsatz gefährden können. Grundsätzlich ist, bei Abwesenheit des Gemeinde-Brandmeisters, seinen Anordnungen zu folgen, wenn er nicht einem Vertreter bereits damit beauftragt hat. Er sprach seine Anerkennung aus für den vorbildlichen Einsatz, der gerade dieses Mal gut geklappt hat.
*1) Anmerkungen des Verfassers zum Einsatzwagen:
Aus den Protokollen des Jahres 1956 geht leider nicht deutlich hervor, dass die Oerreler Wehr am 22. Mai 1956 ihr neues Einsatzfahrzeug bekommen hat. Zu erkennen ist es nur dadurch, dass über den Kraftfahrer für dieses Fahrzeug gesprochen wird. Das Datum der Übergabe wird erst im Protokoll der JHV 1957 erwähnt.
*2) Anmerkung des Verfassers zur Sturmkatastrophe:
Am Samstag, den 25. August 1956, fegte ein Sturm mit orkanartigen Böen über große Teile Deutschlands hinweg. Besonders stark betroffen waren große Teile Norddeutschlands. So wurden am Flughafen Hannover Böen mit einer Spitzengeschwindigkeit von 117 km/h gemessen, was Windstärke 11 entspricht. Da die Laubbäume ihr volles Blätterkleid hatten, stürzten diese reihenweise um bzw. brachen ab, wodurch nicht nur verheerende Schäden angerichtet wurden, sondern allein in Niedersachsen 15 Menschen ihr Leben verloren und mindestens 80 schwer verletzt wurden. Allein im damaligen Gebiet der Bundesrepublik Deutschland (Westdeutschland) kamen durch diesen Sturm 24 Menschen ums Leben und mindestens 160 wurden zum Teil schwer verletzt.  
Laut einem Artikel im Hamburger Abendblatt über diesen Sturm hat es am Abend dieses Samstages in der Stadt Lüneburg wie nach einem Bombenangriff ausgesehen. Mannsdicke Bäume sind wie Streichhölzer umgeknickt. Die B 3 war zwischen Bergen und Soltau wegen zahlreicher umgestürzter Bäume nicht mehr passierbar. In der Eilenriede in Hannover wurden mehr als zweitausend wertvolle Bäume durch die Gewalt des Sturmes umgeknickt. Mehr als 20.00 Mann von Bundeswehr, Bundesgrenzschutz, Polizei, Feuerwehr und THW waren eingesetzt.  
Dieser Sturm dürfte auch zu mehreren Einsätzen der Feuerwehr Oerrel geführt haben. Aus den Protokollen geht aber nicht hervor, ob es im Ort größere Schäden gab. Die Älteren unter uns, erinnern sich vielleicht noch an dieses Unwetterereignis im August 1956.

17. Dezember 1956
20 Kameraden nahmen an dieser Mitgliederversammlung teil, die erstmals in der Lönsklause abgehalten wurde.  
Gemeindebrandmeister Erich Pötter verliest auf der Versammlung einen Brief des neuen Kreisbrandmeisters Werner Clausing (Anmerkung: die Schreibweise des Namens änderte sich Jahre später in Klausing) vom September 1956 , in dem dieser mitteilt, dass seine Ernennung zum KBM durch den Kreistag bestätigt wurde und er sich bei allen Wehrführern und anderen Kameraden für das Vertrauen bedankt, das ihm durch seine Wahl entgegengebracht wurde. In einer anschließenden Aussprache wird von den Oerreler Kameraden festgestellt, dass durch die Wahl des neuen KBM die Jugend ganz entschieden nach vorne gebracht wird.
Künftig können Brandberichte durch einheitliche Vordrucke schneller erledigt werden, wodurch eine erhebliche Arbeits- und Zeitersparnis eintritt. Begrüßt wird, dass es dadurch endlich eine einheitliche Linie gibt. Großbrände sind dem KBM weiterhin telefonisch zu jeder Tages- und Nachtzeit sofort zu melden. Durch den KBM wird in einem Schreiben der neue Brandverhütungsingenieur, Herr Hauch aus Schneverdingen, vorgestellt und zur Beteiligung an der diesjährigen Blindensammlung aufgefordert. Bürgermeister Helms weist darauf hin, dass in Oerrel im letzten Jahr 150,00 DM durch die Haussammlungen zusammenkamen, wofür er den Kameraden ausdrücklich seinen Dank aussprach.
Im Januar 1957 soll wieder ein Kameradschaftsabend stattfinden. Die Absicht eventuell einen öffentlichen Feuerwehrballes wurden nach reichlicher Diskussion verworfen. Unter TOP 5 ging es dann um die Kasse der Wehr. Dazu heißt es wörtlich im Protokoll: Die Kameraden stellten beim Kassierer unter Beweis, daß die Rückstände in dem Kassenbuch kein schlechter Wille ist (sind), sondern ein bisschen Nachlässigkeit. Viele holten das Vernachlässigte sofort an Ort und Stelle nach und versprachen sich zu bessern. Anschließend wurde die Ausgabeliste für Bekleidung überprüft.
In einem Rückblick des Jahres 1956 wurde die Anschaffung des Kfz. nochmals erwähnt und die damit verbundenen Schwierigkeiten aufgezeichnet. Der Wehrführer und auch der Bürgermeister dankten allen Kameraden für ihren selbstlosen Einsatz und beide brachten zum Ausdruck, daß sie sich darüber im Klaren sind, daß es im neuen Jahr 1957 in gleicher guter Kameradschaft so sein wird.


23. Februar 1957
An der Jahreshauptversammlung in der Lönsklause nahmen 23 Kameraden teil.
Zu Beginn der Versammlung wurden die fünf anwesenden neuen Kameraden in die Wehr aufgenommen. Befördert werden Werner Koch und Helmut Hominski. Gemeindebrandmeister Pötter weist darauf hin, dass Beförderungen nur nach Teilnahme an Lehrgängen und der „Bestätigung des Könnens“ im Einsatz möglich sind. Mit heutigem Stand (23.02.1957) hat die Wehr 53 Mitglieder, davon sind 19 aktiv und 32 passiv dabei.  
Gemeindebrandmeister Pötter berichtet in seinem Jahresbericht, dass die Wehr im zurückliegenden Jahr (1956) zu 9 Groß-Einsätzen und 9 leichten Einsätzen ausgerückt war. (Anmerkung des Verfassers: die hohe Anzahl dürfte mit dem Orkan im August 1956 zusammenhängen. Leider wird im Protokoll nicht näher auf die Einsätze eingegangen). Erwähnt wird allerdings als Großeinsatz der Scheunenbrand (an der B 71), der die ganze Arbeit der Wehr erforderte, um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Aber trotzdem wurde am darauffolgenden Tage der schon lange vorbereitete Ausflug der Wehr durchgeführt.
Am 22.5.1956 bekam unsere Wehr ihren so begehrten Einsatzwagen, heißt es dann im Protokoll zu Pötters Jahresbericht.
Unter TOP 8 – Aussprache – wurde das heikle Thema „Waldbrand“ behandelt. Die als Gäste anwesenden Oberförster Gerber und Helms betonten auch, daß ein Einsatz bei Waldbrand nur dann Erfolg verspricht, wenn die Einweisung durch den zuständigen Revierförster erfolgt. Eine Karte mit den Einteilungen der Jagen soll vom Forstamt zur Verfügung gestellt werden und im Gerätehaus zur Orientierung der Kameraden angebracht werden.

7. Dezember 1957
An der Mitgliederversammlung in der Lönsklause nahmen 21 Kameraden teil.  
Brandmeister Pötter verlas die neue Mustersatzung, die allen Feuerwehren zugeschickt worden war und die in der Diskussion volle Anerkennung fand. Daraufhin bat Bürgermeister Helms um Aufstellung einer Satzung für die Freiwillige Feuerwehr in Oerrel nach dem vorliegenden Muster, die er dann dem Gemeinderat zur Genehmigung vorlegen muss.  
Ferner verlas Pötter Hinweise zur und die wichtigsten Punkte der Satzung der Unfallverhütungsvorschriften. In der anschließenden Aussprache wurden Hinweise und Ratschlägen zur Verhütung von Unfällen bei Einsätzen diskutiert.  
Die Blindensammlung war auch in diesem Jahr (1957) ein voller Erfolg. Pötter dankte auch im Namen des Bürgermeisters für die Einsatzfreudigkeit der Kameraden, auch für solche nicht besonders beliebten Aufträge, wie er fügte.
Über die Aufnahme neuer Mitglieder gab es eine rege Aussprache, in der festgestellt wurde, dass in die Freiwillige Feuerwehr nur Mitglieder gehören, die es absolut ernst mit ihrer Mitgliedschaft meinen und nicht nur glauben, dadurch im Jahr ein Vergnügen mehr besuchen zu können. Daraufhin wurde die Anträge auf Aufnahme der Gemeindemitglieder Günther Bade, Arthur Finke und Walter Prediger an den zuständigen Ausschuß zur Erledigung übergeben. Der Ausschuß, der aus Brandmeister, dessen Vertreter und Schriftführer bestand, wurde auf Vorschlag erweitert. Zusätzlich wurden die Kameraden Ernst-August Helms, Kurt Quietmeyer und Werner Koch einstimmig in den Ausschuß gewählt.
Es wurde für das Jahr 1958, trotz des vorgesehenen großen Sommerfestes mit Einsatzübungen, einstimmig der Kameradschaftsabend im Januar 1958 gefordert, dem nach vorheriger Aussprache und Abstimmung auch stattgegeben wurde. Als Tag wurde der 25. Januar 1958 festgelegt. Ort: Jugendheim – Ausschank: Adler, Programm und Ausgestaltung wurde dem Festausschuß übertragen und überlassen.
Unter Verschiedenes forderte Bürgermeister August Helms unter Hinweis auf die Unfallverhütungsvorschriften die Kameraden auf, bei Einsätzen, wenn irgendmöglich und die Zeit es zuläßt, die Uniform zu tragen. Diese Kenntlichmachung gibt dem Kameraden einigen Schutz und auch Recht gegenüber Außenstehenden.


16. März 1958
Das Protokoll dieser Versammlung (vermutlich Jahreshauptversammlung) liegt nicht mehr vor. Das an diesem Tag eine Sitzung stattgefunden hat, ergibt sich aus dem Protokoll der nächsten Mitgliederversammlung im September, da dort das Protokoll verlesen wurde.

8. September 1958
Mitgliederversammlung in der Lönsklause
Bevor Brandmeister Pötter auf den wesentlich Punkt, dem Feuerwehrfest zum 10jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel zu sprechen kommt, gibt er eine Mitteilung des Kreisbrandmeisters bekannt, wonach in Zukunft keine Grundausbildung mehr an der Feuerwehrschule in Celle stattfindet. Diese müsse nunmehr bei den Wehren selbst durchgeführt werden. Diese Maßnahme wurde allgemein bedauert, da es den Dorfwehren oft nicht möglich ist, dem Mann die nötigen Grundlagen zu geben.
Es wurde sodann einstimmig beschlossen, dass das Feuerwehrfest als öffentliches Vergnügen in der Festhalle am 27. September 1958 stattfinden soll. Über die Ausgestaltung des Festes war man sich einig, dass es nicht nur ein voller Erfolg werden, sondern auch Reklame für die Feuerwehr sein muss. Es sollte von den Besuchern als eine lange nicht dagewesene Sache erlebt werden. Das ganze Dorf und seine Umgebung sollten daran teilhaben.  
Die Meinungen in der Ausgestaltung des Festes gingen sehr auseinander. Einig war man sich, dass der Saal in der jetzigen Dekoration für dieses Fest unmöglich war, also geschmückt werden musste. Daraufhin vertagte man sich bis zum 10. September 1958, damit sich alle Kameraden Gedanken machen konnten, wie und mit welchen billigen Kräften die Ausgestaltung gut durchgeführt werden kann.

10. September 1958
Fortsetzung der Mitgliederversammlung vom 8.9.1958
In der Versammlung wurde der Vorschlag von Ernst-August Helms, einen Fackelzug um 19 Uhr durch das Dorf und anschließend ein Feuerwerk auf dem Schulhof abzubrennen, angenommen. Danach soll der öffentliche Tanz in der Festhalle beginnen. Die Arbeit im Einzelnen und die sonstige Gestaltung wurde dem Festausschuss übertragen.  


27. Februar 1959
An der Jahreshauptversammlung im Waldkrug nahmen 26 Kameraden teil.
Laut Protokoll wurde auf dieser Versammlung kein Protokoll der letzten Sitzung verlesen, so dass anzunehmen ist, dass es nach der letzten Sitzung im September 1958 keine weitere Versammlung gegeben hat.  
Der Kassenbericht wird von Kassenwart Otto Klenner jun. vorgetragen, dem von den Kassenprüfern E.-A. Helms und W. Koch eine ordentliche Führung der Kasse bescheinigt und daraufhin durch den Gemeindebrandmeister Entlastung erteilt wird. Pötter fordert erneut die Kameraden dazu auf, die Beiträge pünktlich und regelmäßig zu bezahlen.
Der Jahresbericht des Gemeindebrandmeisters wird nachfolgend im vollem Wortlaut des Protokolls wiedergegeben, da er den Stand der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel am Ende der 1950er Jahre aufzeigt:
Gemeindebrandmeister Pötter schloß in seinen Jahresbericht alle Einsätze der Wehr und auch den Jubiläums-Ball sowie den internen Kameradschaftsabend aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der Ortswehr ein. Auch die Sommerwettkämpfe wurden erwähnt und es wurde festgestellt, daß die Gruppe für solche Wettkämpfe zu klein ist, sodaß auch in Hützel der Besuch der Wehr nur als Besucher möglich war. Der Wehr selbst sind Übungsmöglichkeiten in der ländlichen Gemeinde kaum gegeben. Viel Zeit muß für Instandhaltung, Sauberhaltung und Pflege des Gerätes und des Fahrzeugs aufgewendet werden. Auch ein wesentlicher Faktor ist in der Wehr der Diensteifer, der doch verschiedentlich nachgelassen hat. So war z. B. der Einsatz der Wehr beim Großbrand in Oerrel am 2. Februar 1959 nicht gerade befriedigend, viele Mängel müssen kritisiert werden.
Es gibt nur eine Möglichkeit bis Juli (zum) Beginn der Erntearbeit und nach dieser Zeit gründlich und intensiv Übungen durchzuführen, nochzumal jetzt auch die Grundausbildung von den Wehren durchgeführt werden muß. So wurden u. a.(zum) einen im Winter Schulungsabende abgehalten, wo auch im Besonderen die Unfallverhütung einen ersten Platz einnahm. Allein der Versicherungsschutz ist kein Freibrief. Lückenlose Ausbildung ist das A und O des Feuerwehrmannes.
Zum Schutz der Gemeinde und d. Volksgutes sind u.a. notwendig, daß die Wasserstellen, die Schläuche und alles dazugehörige Gerät in Ordnung und einsatzbereit sind. Es wurde durch den Kreisbrandmeister Clausing, Kreisbranding. Hauch und Unterbrandmeister Hess eine Kontrolle durchgeführt. Die Gemeinde hat gemauerte Zisternen, die keine Beanstandungen fanden. Die Anfahrten zu den Zisternen wurden in Ordnung gebracht. Es wurde festgelegt, daß für 2 Gruppen das Gerät einsatzbereit sein muß, was durch verschiedene Verbesserungen, die Kamerad Wisniewski in dem Gerätehaus durchgeführt hat, nunmehr auch gut möglich ist. Dazu gehört, daß das Fahrzeug mit passenden Schläuchen voll beladen ist und auch die 2. T.S. einsatzbereit ist. Waldbrandlöschgeräte sind leihweise vom Forstamt Oerrel zur Verfügung gestellt.
Im Gerätehaus soll ein Kalender angebracht werden, damit festgelegt (festgestellt) werden kann, wer das Gerätehaus betreten hat und was darin getan wurde.
Gemeindebrandmeister Pötter erwähnte weiter, daß der Kasten für Bekanntmachungen der Wehr dahin geändert werden muß, daß die Anschläge vor Beschmutzung und Beschädigung geschützt sind.
Ein Bericht, übersandt durch den Kreisbrandmeister, vom Feuerlöschverband Soltau wurde verlesen, worin mitgeteilt ist, daß der Zuschuß für die Ergänzung und Erneuerung des vollen B.-druck-Schlauchmaterials nur DM 350,00 beträgt. Die Höhe dieser Summe ist stark zu kritisieren.
Unter Verschiedenes fragt Kamerad Müller berechtigt nach Uniform. Uniform gehört zum Schutz beim Einsatz. Es kann den Kameraden, die in Zivil sind, passieren, daß sie von der Brandstelle gewiesen werden und Unannehmlichkeiten haben. Die Anschaffung von Kombis wird allgemein befürwortet. Es besteht größere Sicherheit, da die Kombis enger am Körper anliegen. Sie können in vielen Fällen sehr schnell über den Zivilanzug gezogen werden. Es wurde angeregt, noch vorhandene Uniformstücke an die Kameraden auszugeben, die bisher nicht ausgerüstet sind. Bürgermeister Helms bittet den Gemeindebrandmeister die Kombifrage zu regeln, da sie von der Gemeindevertretung grundsätzlich befürwortet wird.

17. September 1959
An der Mitgliederversammlung, die erstmals  in der Lachklause stattfand, nahmen 16 Kameraden teil. Anmerkung: Die Lachklause lag in dem Wald, der auf der anderen Seite der Kohlenbissener Straße in Höhe des „Großen Hauses“ liegt. Dort gab es auch eine Wäscherei und einen Kindergarten.  
Es wurde festgehalten, dass in Sachen Kombis bisher nichts geschehen ist, da die Sache erstmal zurückgestellt wurde.
Brandmeister Pötter hat als Delegierter an der Kreisversammlung (Anmerkung: Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Soltau) teilgenommen, auf dem u. a. die Satzungen für Wettkämpfe besprochen wurde. Besprochen wird auch der Niedersächsische Feuerwehrtag vom 14.6.1959, an dem Gemeindebrandmeister ebenfalls teilgenommen hat. Dort ging es u. a. um die Einrichtung eines Luftschutzes, der von den Wehren übernommen werden soll.  
Vom Nds. Ministers des Innern (MI) wird in einem Erlass vom 23.11.1958 der Neubau und Ausbau von Feuerwehr-Geräte-Häusern gefordert. In der Aussprache wird festgestellt, daß das Oerreler Gerätehaus nach dem Bebauungsplan der Gemeinde abgerissen werden müsste und somit ein Neubau für die Gemeinde an einer anderen Stelle notwendig wird.  
Anschließend wir die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges diskutiert. Im Allgemeinen wird die Anschaffung von allen Stellen befürwortet und auch bevorzugt. Ob das Gleiche für Oerrel ratsam wäre ist strittig. Bürgermeister Helms erläutert, daß wir froh waren, den Einsatzwagen anschaffen zu können und ist der Meinung, daß hier ein Tank-Anhänger den selben Dienst tut, eventuell noch ratsamer wäre. Derselben Meinung ist der Gemeindebrandmeister, der aus der Kriegszeit hier in Oerrel, aus der Praxis gesehen, den Tank-Anhänger absolut für ausreichend hält. Das Forstamt hat für die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges 6.000,00 DM in Aussicht gestellt.
Nach einem weiteren Erlass des MI ist die Mitnahme von Privatpersonen in Feuerwehrwagen verboten. Wegen mangelnder Haftpflichtversicherung würden die Fahrer in Regress genommen, so dass Bürgermeister und Gemeindebrandmeister eindringlich davor warnen.  
Das Forstamt Oerrel dankt in einem Schreiben des Herrn Forstmeisters für den erfolgreichen und schnellen Einsatz (Waldbrand) der Wehr am 21. Juni 1959. Daraufhin wurde über den Einsatz der Waldarbeiter in der Feuerwehr diskutiert.
Der Kameradschaftsabend soll in diesem Jahr im Herbst stattfinden. Dafür ist der 7. November 1959 vorgemerkt. Um die Kapelle usw. kümmert sich Kamerad E.-A. Helms.
Unter Verschiedenes erläutert Bürgermeister August Helms noch einmal, daß die Einrichtung des Luftschutzes nach neuesten Berichten keine Angelegenheit der Feuerwehr wird, sondern als eigene Einrichtung Funktion haben wird. Er glaubt auch hierfür noch Kräfte in der Gemeinde zu finden. Er selbst wird als Leiter des Luftschutzes eingesetzt. Er gibt dazu noch ein paar Erläuterungen. Anschließend beendet der Gemeindebrandmeister die letzte Versammlung des Jahres 1959, die übrigens am 11. Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr stattfand, was aber nicht im Protokoll erwähnt ist.
11. März 1960
An der Jahreshauptversammlung in der Lönsklause nehmen 21 Kameraden teil.
Nach dem Kassenwart Otto Klenner jun. den Kassenbericht gehalten und ihm Entlastung erteilt worden ist, wird das Thema „Kassiererwechsel“ angesprochen, da Otto Klenner jun. Demnächst aus Oerrel fortziehen wird. Da aber noch keine genaues Datum feststeht, wird er vorerst weiterhin mit der Führung der Kasse beauftragt.
Aus dem Jahresbericht des Gemeindebrandmeisters geht hervor, dass die Wehr durch Fortzug weiterhin an Mi9tglieder verliert. Derzeit sind noch 18 aktive und 29 passive Mitglieder in der Wehr. Die aktiven Mitglieder machten 25 Übungsstunden und rückten zu sechs Brandeinsätzen sowie zwei Notstandeinsätzen aus, die aber nicht näher erläutert wurden. Allerdings wurden die Mängel angesprochen, die sich bei den sechs Brandeinsätzen gezeigt haben. Um diese zu beseitigen sind einige Anschaffungen nötig: 4 neue Saugschläuche mit Schnellkupplung, 2 neue Lampen und 4 Handscheinwerfer. Außerdem wird die Anschaffung von Gummistiefeln als unbedingte Notwendigkeit erwähnt, da bei dem Waldbrand an der Oertze nur ein Paar Gummistiefel zur Verfügung stand. Die Anschaffung der Kombis für die Wehr wurde jetzt beschlossen, so dass diese bestellt werden können. Bürgermeister Helms fragt doch noch mal, ob nicht Jacke und Hose kombiniert praktischer wären, worauf die Kameraden auf bessere Erfahrungen mit den Kombis verwiesen.  
Im Frühjahr dieses Jahres – März und April 1960 – sollen verstärkt Übungen an den Sonnabend Nachmittagen mit 2 Gruppen je 6 Stunden durchgeführt werden, damit jeder eine bessere Grundausbildung erhält. Übungen dieser Art können nicht später im Jahr, wenn die meiste Landarbeit anfällt, abgehalten werden. Kamerad Koch berichtet vom Lehrgang in Celle, dass jeder, der keine genügende Grundausbildung hat, gleich wieder nach Hause geschickt wird. Dort wird nur noch vom Truppführerlehrgang aufwärts ausgebildet. Die Hauptausbildung liegt auf dem Löscheinsatz. In jeder Wehr soll der Truppführer ein Oberfeuerwehrmann sein.
Zur Diskussion stand auch die Anschaffung eines Tankanhängers, wobei von allen Seiten angeregt wird, doch gleich die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs dem Anhänger vorzuziehen. Bereits am 17. März 1960 um 16:00 Uhr wird die Firma Ziegler in Anwesenheit des Kreisbrandmeisters und einiger anderer Interessenten ein solches Fahrzeug in Oerrel vorführen.  
Nachdem die Anschaffung von Rauchmaskenfiltern für die vorhandenen Masken angesprochen wurde, beendet Pötter die Versammlung um 22 Uhr.

15. September 1960
An der Mitgliederversammlung in der Lönsklause nehmen auch Unterkreisbrandmeister Schmidt aus Trauen und Bürgermeister Helms teil. Die Anzahl der teilnehmenden Kameraden wurde nicht festgehalten.
Der Gemeindebrandmeister kritisiert, dass einige Kameraden über den Sommer hinweg sehr „Dienstunlustig“ geworden sind und stellt allen Kameraden mit schlechter Dienstauffassung anheim, lieber freiwillig aus der Wehr auszutreten, ehe man gezwungen werde, diese auszuschließen. Unterkreisbrandmeister Schmidt verweist darauf, dass es leider in dieser Hinsicht in allen Wehren gleich aussieht.
Pötter gibt bekannt, dass die Aussicht besteht, dass das Tanklöschfahrzeug alsbald angeschafft wird, wodurch für die Wehr neue große Pflichten entstünden. Wichtiger ist aber, dass damit für die Wehr eine größere Einsatzbereitschaft vorhanden wäre. Bürgermeister Helms erklärt dazu, dass das Tanklöschfahrzeug nicht nur schon bestellt, sondern dass sogar bald mit der Lieferung zu rechnen ist.  
Da Kassierer Otto Klenner jun. am 1. Oktober 1960 Oerrel verlässt, muss ein Nachfolger gewählt werden. Auf Vorschlag der Kameraden wird das Amt des Kassierers auf zwei Kameraden verteilt. Als Hauptkassierer und Rechnungsführer wird Kamerad Ernst-August Helms und als Außenkassierer Helmut Hominski vorgeschlagen und anschließend einstimmig gewählt.
Für den auf Sonnabend den 5. November 1960 festgelegten Kameradschaftsabend werden die Vorbereitungen auf den Festausschuss, bestehend aus GemBM Pötter und den Kameraden Wisniewski, W. Koch, E.-A. Helms, K. Moderhack, Hans Arlt und Helmut Hominski, übertragen.  
Mit einem Dank des Unterkreisbrandmeisters Schmidt dass er durch diese Versammlung in der Mitte der Kameraden sein konnte , war diese letzte Versammlung im Jahr 1960 zu Ende.  

25. Januar 1961
An der Jahreshauptversammlung im Waldkrug nehmen auch Kreisbrandmeister Clausing, Unterkreisbrandmeister Schmidt, Trauen, und Bürgermeister Helms sowie nur wenige Kameraden teil, darunter aber acht neue Kameraden, die der Einladung zum Eintritt in die Wehr gefolgt sind.  
Nach dem Kassenwart Ernst-August Helms den Kassenbericht gehalten hat, berichtet Gemeindebrandmeister Pötter, dass das abgelaufene Jahr 1960 ein ruhiges Jahr für die Feuerwehr Oerrel war. Außer den 20 Übungsdiensten wurde die Wehr zweimal alarmiert. Zu einem Entstehungsbrand in der Forst nahe dem Lager und zu einem Schuttkuhlenbrand in Munsterlager, wie es im Protokoll heißt. Außerdem fand im Herbst eine Einsatzübung auf dem Hof Gralher statt. Über den Kameradschaftsabend, der am 5.11.1960 in der Lönsklause gefeiert wurde, heißt es im Protokoll, dass dieser „ebenfalls den Umständen entsprechend gut gelungen“ war.
Aus dem Protokoll geht außerdem hervor, dass der Wehr 1960 ihr Tanklöschfahrzeug übergeben wurde, wodurch der Dienstbetrieb nun noch interessanter gestaltet wird. Bei der Übergabe des Fahrzeugs war auch Oberkreisdirektor Dr. Bachmann aus Soltau anwesend. Anschließend fand ein gemeinsam Essen statt.
Bei der Festsetzung des Dienstplanes für 1961 kam es zu einem Meinungsaustausch, da im Ort auch die kirchlichen Belange und die Vertragsspiele des Sportvereins zu berücksichtigen sind. Es wird festgesetzt, dass es zweimal im Monat einen Dienst geben wird. Laut Innenministerium gelten für die Feuerwehr die roten Ausweise, die jetzt auch mit einem Lichtbild versehen sein sollen.  
Ferner ging es um die Zufahrt zur Kleinen Oertze, die endlich geregelt werden müsste, um das Befahren jedes Grundstücks im Einsatz und bei Übungen, wobei letzteres fraglich sei. Um die Abgabe des Antrages für das neue Gerätehaus bis zum 11.02.1961, was unmöglich zu schaffen sei. Aber mit der Planung für das Jahr 1962 müsse rechtzeitig begonnen werden.
KBM Clausing gab noch einige Erläuterungen über das Feuerwehrwesen und hob den alten Wahlspruch der Feuerwehren „Einer für Alle, Alle für Einen“ hervor.  
Die eingeladenen jungen Männer aus der Gemeinde wurden auf die Rechte und Pflichten in der Feuerwehr hingewiesen und anschließend aktiv neu in die Wehr aufgenommen: Siegurd Walpuski, Gerd Kemsies, Dieter Felder, Rudi und Siegfried Schlumm, Paul Martin, Siegfried Prey, Wilhelm Müller und rückwirkend vom 1. Juli 1960 Kamerad Arno Teske.  
Mit einem Hinweis auf den nächsten Dienst am 8.2.1961 um 20 Uhr im Jugendheim, wo Unterkreisbrandmeister Schmidt einen Lichtbildervortrag über Unfallbestimmungen halten wird, endet die JHV.

3. November 1961
An der Mitgliederversammlung in der Lachklause nehmen 18 Kameraden teilt.
Gemeindebrandmeister Pötter bedauert, dass die jungen Gemeindemitglieder, die immer noch außenstehen und zu dieser Versammlung persönlich eine Einladung erhalten hatten, leider nicht erschienen sind. Erfreut zeigt er sich darüber, dass die bei der JHV neu aufgenommenen Kameraden recht regelmäßig zum Dienst erscheinen und auch heute alle dabei sind,  
Der für Ende November geplante Kameradschaftsabend wurde nach kurzer Aussprache wegen der schweren Erkrankung von Bürgermeister August Helms auf einen späteren Termin verschoben.  
Dagegen soll die Weihnachtsfeier der aktiven Kameraden aber als kleines Fest mit einem Essen durchgeführt werden. Allerdings nicht in einer Gastwirtschaft. Da das Jugendheim nunmehr abgerissen ist, stellt Lagerleiter Moderhack hierfür einen Raum im Lager zur Verfügung.
Dann gibt es eine längere Diskussion über das Für und Wider der Blindensammlung durch die Wehren, bis sich schließlich einzelne Wehrmitglieder freiwillig dafür melden. Brandmeister Pötter teilt daraufhin das Dorf in 6 Bezirke ein und lässt die Sammellisten verteilen. Er gibt dabei ein Schreiben des Ausschusses für das Blindenwesen in Niedersachsen bekannt, in dem auf den Zweck und den Wert der Sammlung hingewiesen wird.  
Außerdem wurde beschlossen, die Kameraden Hans Arlt (sen.), Siegfried Prey, Johann Wiesniewski und Kurt Quietmeyer, die aus Alters- oder anderen Gründen nicht mehr so aktiv dabei sein können, in die Gruppe der passiven Mitglieder umzuschreiben, damit die Liste der aktiven Wehrmänner den tatsächlich einsatzfähigen Stand aufzeigt.
Nachdem die Wehr 1961 zu keinem ernsthaften Einsatz gekommen war, ermahnt Brandmeister Pötter die Kameraden keinesfalls in der Ausbildung nachzulassen, um die Wehr einsatzstark zu halten und sogar noch zu verbessern. Bei der Aufstellung des Dienstplanes für die restlichen Wochen des Jahres musste wegen der Adventszeit auf den Gottesdienst der beiden Konfessionen Rücksicht genommen werden.

21. Februar 1962
Außerordentliche Versammlung in der Lönsklause, zu der 28 Mitglieder gekommen sind.
Über den Grund der Einberufung heißt es im Protokoll wörtlich:
Am 7. Febr. 1962 hatten die für einen Festausschuß gewählten Kameraden nach längerer Aussprache und auf Wunsch vieler Wehrangehöriger beschlossen, am 24.2.1962 in der Lachklause den Kameradschaftsabend stattfinden zu lassen. Nach Rücksprache mit Kameraden Lach, wurde der Saal hierzu zur Verfügung gestellt. Gedacht war: Um 20 Uhr die JHV. Auch die geladenen Familienangehörigen sollten daran einmal teilnehmen. Anschließend ein Essen und Tanz, ohne besonderes Programm.
Nach Einbruch der großen Katastrophe im norddeutschen Küstengebiet *) wurde am 21. Febr. 1962 von verschiedenen Seiten der Einwand gemacht, daß die Abhaltung eines Vergnügens mit Tanz unmoralisch wäre. Zur Klärung wurde kurzfristig die Versammlung einberufen.
In seiner Eröffnung der Versammlung erwähnt Gemeindebrandmeister Pötter daß durch die Landesregierung ab heute bis einschließlich 26. Febr. 1962 Landestrauer angeordnet wurde. Daraufhin wurde einstimmig beschlossen, die Empfehlungen keine Vergnügen abzuhalten als unmoralisch anzuerkennen und das geplante Vergnügen auf einen späteren Termin zu verlegen.
Anschließend wurde angeregt, das Vergnügen im Herbst durchzuführen und im Frühjahr einen Ausflug mit einem Bus zu unternehmen. Termin und Ausflugsziel müssten noch festgelegt werden. Ins Auge gefasst wurde dafür der 26. Mai 1962. Die JHV wurde für Donnerstag den 1. März 1962 in der Lachklause festgelegt. Dort soll dann über den Ausflug, das Herbstvergnügen und eine Sammlung in der Wehr für das Katastrophengebiet *) beraten werden.

*) Anmerkung des Verfassers zur erwähnten Katastrohe:  
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 wurde die deutsche Nordseeküste und die Freie und Hansestadt Hamburg von einer sehr schweren Sturmflut getroffen, durch die insgesamt 347 Menschen ihr Leben verloren.

1. März 1962
Jahreshauptversammlung in der Lachklause, an der Kreisbrandmeister Clausing und Unterkreisbrandmeister Schmidt sowie der (neue) Bürgermeister Ernst-August Helms teilnehmen.  
Aus dem Jahresbericht des Gemeindebrandmeisters geht hervor, dass die Wehr 1961 keine Einsätze hatte aber 31 Zusammenkünfte. Die starke Bautätigkeit in Oerrel beeinträchtigt in dieser Zeit den Dienstbetrieb sehr stark. 20 aktive und 35 passive Mitglieder gehören der Wehr an. Karl-Heinz Wiesniewski wird zum Oberlöschmeister und Werner Koch wird mit Einverständnis des Kreisbrandmeisters zum Löschmeister befördert. Ferner werden befördert: OFM Müller zum HFM, die Feuerwehrmänner Wilmer, Vandreike und Johannes Arlt (jun.) zum OFM. Zwei Mitglieder können in eines der 5 Feuerwehrerholungsheime fahren, die Gutscheine dafür erhalten Johannes Arlt sen. und Wolfgang Gronych.  
In seinem Grußwort gratuliert KBM Clausing den Beförderten und bittet in Zukunft Beförderungen mit schriftlichen Verpflichtungserklärungen zu verbinden. Er dankt der Gemeinde für die vorbildliche Einsatzbereitschaft der Oerreler Wehr durch die Anschaffung wertvoller Geräte. Clausing erklärt, warum von den hiesigen Wehren keine Hilfeleistungen an der Nordsee möglich war damit, da es dort in erster Linie auf Einsätze mit Booten ankam, die man hier nicht habe. Unsere Geräte dienen der Brandbekämpfung und waren daher nicht gefragt. Erste Pflicht wäre es, für den Einsatz im Ort gerüstet zu sein.
Bürgermeister Ernst-August Helms dankt dem Kreisbrandmeister und erklärt, dass die Gemeinde 50,00 DM je Wehrmann, der zur Erholung ins Feuerwehrerholungsheim fährt, beisteuert. Außerdem ist in der Gemeinde an den Bau eines Feuerwehrgerätehauses gedacht. Das steht derzeit an erster Stelle und wird durch Rückstellungen im Etat schon berücksichtigt.  
Der Ausflug findet am 26. Mai 1962 statt und eine Sammlung für die Flutkatastrophe erbrachte 51,35 DM und 100,00 kommen noch aus der Wehrkasse hinzu.

26. September 1962
Mitgliederversammlung in der Lönsklause
Da der bisherige Schriftführer Kamerad Moderhack Oerrel verlässt, muss ein Nachfolger gewählt werden. Vorgeschlagen werden Arno Teske und Johannes Arlt, wobei letzterer die Wahl nicht annehmen würde. Daraufhin wird Arno Teske einstimmig gewählt.  
Der Kameradschaftsabend wird einstimmig auf den 3. November 1962 festgelegt und soll in der Lach-Klause stattfinden. Um die Vorbereitungen kümmert sich der Vergnügungsausschuss. Kamerad Teske gibt einen kurzen Bericht von dem von ihm besuchten Lehrgang an der Feuerwehrschule in Celle und Bürgermeister E.-A. Helms gibt Erklärungen über den Bau des Feuerwehrgerätehauses ab, wobei der Gemeinderat klären soll, ob der Bau überhaupt möglich ist.
Gemeindebrandmeister Pötter kann das Aufhängen und Trocknen der nassen Schläuche auf dem Feuerwachturm nicht mehr verantworten, da es zu gefährlich und umständlich sei. Dort rauf zu klettern. Auch ist nicht immer jemand da, wenn die Schläuche trocken sind und abgenommen werden müssen, so dass sie so manches Mal vom Regen wieder nass werden. Daher sollen bei Übungen jetzt immer soviel Schläuche nass gemacht werden, dass sich die Fahrt zur Schlauchpflegerei nach Soltau lohnt und wir keine Arbeit mehr damit haben.  

24. Oktober 1962
Außerordentliche Mitgliederversammlung im Waldkrug (Walpuski)
Diese Versammlung diente nur der endgültigen Klärung, ob der für den 3. November 1962 vorgesehene Kameradschaftsabend in der Lach-Klause stattfinden könne oder wegen der ebenfalls an diesem Tag vorgesehenen Einweihungsfeier des neuen Lokals im Waldkrug verschoben werden müsse, damit es keine Überschneidung gibt. Kamerad Walpuski erklärt daraufhin, dass er mit dem Umbau bis zum 3.11.1962 nicht fertig werden würde, so dass an dem Tag der Kameradschaftsabend wie geplant stattfinden könne. Anmeldungen sowie den Unkostenbeitrag in Höhe von 2,50 DM pro Person nehmen Gemeindebrandmeister Pötter und Hauptkassierer E.-A. Helms entgegen.

16. Februar 1963
An der Jahreshauptversammlung im Waldkrug (Walpuski) nahmen auch Unterkreisbrandmeister Schmidt aus Dethlingen und Bürgermeister Ernst-August Helms teil. Schriftführer Arno Teske verlas das Protokoll des Vorjahres und Hauptkassierer Ernst-August Helms gab den Kassenbericht ab. Die Kasse war durch die Kameraden Leisker und Arlt geprüft worden.  
Im Jahresbericht ging der Gemeindebrandmeister auf die beiden Einsätze des Jahres 1962 ein. Am 1. Juli brannte die Baracke Jehne und am 2. September der Strohhaufen auf dem Bauernhof Gralher. Pötter lobte die Kameraden, die bei allen 25 Zusammenkünften der Wehr dabei gewesen waren und ermahnte die übrigen, es ihnen gleich zu tun, da die Bautätigkeit, die oftmals als Entschuldigung galt, nicht mehr so stark sei. Erwähnt wurde auch die Einsatzübung, bei der in Oerrel die Bürgermeisterei und die umliegenden Schuppen als angenommenes Brandobjekt zu „löschen“ waren. Beteiligt waren auch die Feuerwehren Trauen, Munster und Breloh. Kreisbrandmeister Clausing und Unterkreisbrandmeister Schmidt, die die Übung beobachteten, waren mit der Übung sehr zufrieden. Bei einer Fahrt mit dem Tanklöschfahrzeug durch den Landkreis am 21.10.1962, die mit einer Übung in Sellhorn verbunden war, wurde ein Fehler an den Bremsen festgestellt, der am 24.10.1962 in einer Werkstatt in Soltau behoben wurde. Der Kamerad Helmut Hominski, der vor zehn Jahren in die Wehr eingetreten war und seitdem als aktivstes Mitglied zählt, erhielt den Gutschein zum Aufenthalt im Feuerwehrerholungsheim.  
Gemeindebrandmeister Pötter wurde zur Wiederwahl vorgeschlagen und daraufhin einstimmig für weitere sechs Jahre gewählt. Auch das Kommando, bestehend aus dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister Karl-Heinz Wisniewski, Hauptkassierer Ernst-August Helms, Unterkassierer Helmut Hominski, Schriftführer Arno Teske und Kassenprüfer Hans Arlt, wurde auf Vorschlag des Gemeindebrandmeisters zur Wiederwahl für weitere zwei Jahre einstimmig gewählt. Allerdings stellte Hauptkassierer Helms sein Amt etwas später doch noch zur Verfügung, da er als Kaufmann und als Bürgermeister voll ausgelastet sei. Pötter schlägt ihn aber dennoch zur Wiederwahl vor, da er mit den Bankgeschäften vertraut ist und die Einzahlungen der Beiträge auf das Konto bei ihm in guten Händen sei. Daher sei er der geeignetste Mann dafür. Damit wurde er doch wiedergewählt und nahm die Wahl endgültig wieder an.
Zuvor ging es um eine Beitragserhöhung, die vom Gemeindebrandmeister vorgeschlagen worden war. Dieser hatte für die aktiven Mitglieder eine Anhebung auf monatlich 50 Pfenning (von bisher 20 Pf.) und für die passiven Mitglieder auf 1,00 DM (von bisher 0,50 DM) vorgeschlagen, was Hauptkassierer E.-A. Helms befürworten würde. Von Kamerad Leisker kam der von Werner Helms unterstützte Gegenvorschlag: Aktive Mitglieder 1,00 DM im Vierteljahr und Passive 1,00 DM im Monat. Gemeindebrandmeister Pötter freute sich über die rege Aussprache und stellte den Gegenvorschlag des Kameraden Leisker zur Abstimmung, der einstimmig angenommen wurde. Auch der Vorschlag des Hauptkassierers die Beiträge weiterhin vierteljährlich zu kassieren, wurde einstimmig angenommen. Anmerkung des Verfassers: Das war beste Basisdemokratie.
Unterkreisbrandmeister Schmidt überbringt nicht nur die Grüße des verhinderten Kreisbrandmeisters, sondern gratuliert auch Kamerad Arno Teske zum Hauptfeuerwehrmann. Bürgermeister Helms geht in seiner Ansprache auf die Wiederwahl des Gemeindebrandmeisters ein, die er ebenso begrüßt, wie den Eintritt von den Kameraden Tonhäuser und Baack als passive Mitglieder und G. Göhrke als aktives Mitglied in die Wehr. Der Bürgermeister gibt ferner bekannt, dass im Gemeinderat nun endgültig der Bau eines neuen Gerätehauses beschlossen worden ist und das dieses so schnell wie möglich fertig gestellt werden soll, da eine richtige Wartung und Pflege der wertvollen Geräte der Wehr im alten Gerätehaus nicht mehr gewährleistet ist. Es sei viel zu klein und die Geräte sind daher auf verschiedene Stellen in der Gemeinde verteilt untergebracht. Der Frage des Bürgermeisters auf eventuelle Selbsthilfe durch die Wehr beim Bau, um Kosten zu sparen, wurde mehrheitlich zugestimmt.  
Zum Schluss der Versammlung wies Gemeindebrandmeister Pötter darauf hin, dass jedes aktive Mitglied ab sofort einen Jahresdienstplan bekommt, um sich auf den Dienst besser vorbereiten zu können und sich der Anschlag an die Tafel erübrigt, der meistens sowieso nicht gelesen wird. Kreis- und Unterkreisbrandmeister bekommen jeweils auch einen, damit sie wissen, wo die Wehr zu finden ist, falls man sie mal beim Dienst besuchen möchte.  

  
24. Januar 1964
An der Jahreshauptversammlung in der Lönsklause (Gastwirt Hinz) nehmen alle aktiven und viele passive Kameraden sowie der Unterkreisbrandmeister Schmidt aus Dethlingen, der auch den durch Krankheit verhinderten KBM vertritt, teil. Da Hauptkassierer Ernst-August Helms verhindert ist, wird der Kassenbericht von Kassenprüfer Kamerad Leisker vorgetragen.  
Gemeindebrandmeister Pötter verkündet, dass die Wehr zum Jahresende 1963 20 aktive und 30 passive Mitglieder hat, nachdem Dietmar Felder zur Bundeswehr musste und Rudi Schlumm von sich aus austrat. Als neues Mitglied trat Günther Goehrke in die Wehr ein, der heute nach einjähriger Probezeit zum Feuerwehrmann verpflichtet wurde. Pötter verkündet ferner, dass in diesem Jahr das neue Feuerwehrhaus fertig wird und die beiden Löschfahrzeuge der Gemeinde dann dort gut untergebracht sein werden.  
Im zurückliegenden Jahr (1963) hatte die Wehr sieben Einsätze – alles Wald- und Heidebrände – gehabt, wobei sich das Tanklöschfahrzeug besonders bewährt hat. Den ersten Brand gab es bereits am 31. März 1963 an der Bundesstraße 71 zwischen Oerrel und Lintzel im Staatsforst Oerrel. Wenige Tage später, am 10. April 1963, brannte der Wald an der sogenannten Oststraße am Rande des ehemaligen Ausländerlagers. Am 15. April 1963 rückte die Wehr nach Kohlenbissen aus, da dort an der alten Wacht (Schwarze Marie) ein Ast auf die Hochspannungsleitung gefallen war und die Leitung zerrissen hat. Durch die herabhängenden Drähte wurde die Heide entzündet. Am 30. Mai 1963 musste die Wehr einen Waldbrand in der vom Staatsforst Oerrel an die Bundeswehr vermieteten Waldfläche bei Kohlenbissen löschen. Am 12. Juni leistete die Wehr Oerrel zusammen mit den Wehren aus Trauen und Munster der Bundesfeuerwehr aus Munster Löschhilfe bei einem Brand im Privatwald (des Bundes) an der B 71 zwischen Dethlingen und Munster. Am 21. Juli 1963 löschte die Wehr ein Bodenfeuer in einem dem Bundesforstamt Munster-Heide gehörenden Waldstück bei Kohlenbissen und am 24. Juli 1963 brannte es wieder auf den Artilleriestellungen in Kohlenbissen. Alle Brände konnten laut dem Gemeindebrandmeister durch schnellen und tatkräftigen Einsatz im Keime erstickt werden.  
Im Unterkreis (Munster) war die Wehr bei einer Übung auf dem Esso-Hof in Dethlingen dabei, mit der man allgemein zufrieden war. Ferner führte die Wehr Oerrel eine außerörtliche Übung im benachbarten Brambostel auf dem Hof Albert Johannes durch, da es dort im Dorf keine Feuerwehr gibt. Auch mit dieser Übung war man zufrieden. Bei den Kreiswettkämpfen am 12. Mai 1963 belegte die Gruppe aus Oerrel einen mittleren Platz. Neben Erich Seidel als passives Mitglied wurden bei dieser JHV als neue junge aktive Mitglieder Ulrich Mautz, Helmut Katzenberg, Heinz Merk, Manfred de la Porte und Wolfgang de la Porte, der wieder nach Oerrel zurückgekommen war, in die Wehr aufgenommen.  
Unterkreisbrandmeister Schmidt, Dethlingen, lobte den schnellen und wirkungsvollen Einsatz der Oerreler Wehr bei den Waldbränden. Dafür bedankte sich auch Oberförster Leisker im Namen des Leiters des Staatlichen Forstamtes Oerrel, wobei er hervorhob, dass keiner dieser Waldbrände einen gefährlichen Umfang angenommen hatte und der Schaden somit in Grenzen blieb, was in erster Linie ein Verdienst der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel sei, die stets in kürzester Zeit zur Stelle war.

4. Mai 1964
An dieser Kommandositzung im Waldkrug (Walpuski) nahmen neben Gemeindebrandmeister Pötter die Kommandomitglieder Koch, Teske, Helms, Hominski, Arlt sowie Unterkreisbrandmeister Schmidt teil. Stellv. GemBM Wisniewski war verhindert. Auf Vorschlag von E.-A. Helms wurde eine Tagesfahrt für den 13.06.1964 beschlossen, bei der es wahrscheinlich nach Schulau bei Hamburg gehen soll, was aber noch unbestimmt ist. Besprochen wurden die Wettkampfbestimmungen für die diesjährigen Kreiswettkämpfe in Steinbeck (Luhe). Nachdem Unterkreisbrandmeister Schmidt die Satzung für die Feuerwehren verlas, versprach Kamerad Helms in seiner Eigenschaft als Bürgermeister sechs davon zu bestellen, damit jedes Kommandomitglied ein Exemplar bekommt. Nachdem sich Kameraden der Wehr beim GemBM nach einer Beschaffung von Uniformen erkundigt hatten, verweist Pötter darauf, dass die Gemeinde Oerrel damit in diesem Jahr nicht belastet werden könne, da der Bau des Gerätehauses viel Geld gekostet hat. Fehlende Kombis würden aber beschafft werden. Neuaufnahmen sind nur noch schriftlich an die Wehr zu stellen. Das Kommando entscheidet dann über die jeweilige Aufnahme. Mündliche Anträge sind nicht mehr gültig.

14. Oktober 1964
In dieser Kommandositzung, die in der Gaststätte Waldkrug abgehalten wurde und an der die Kameraden Pötter, Helms, Wisniewski, Teske, Koch, Arlt und Hominski teilnahmen, wurde der Kameradschaftsabend auf Sonnabend den 7.11.1964 in der Gaststätte Waldkrug (Walpuski) ab 20.:00 Uhr festgesetzt. Für ein unterhaltsames Programm sorgt E.-A. Helms. Ein gemeinsames Essen (Hähnchen mit Brot) soll um 20:15 Uhr serviert werden. Um eine Kapelle kümmert sich K.-H. Wisniewski.  
Das Kommando hat keine Bedenken gegen den Antrag von Polizeimeister Klenner ab 1.7.1964 als passives Mitglied in die Wehr aufgenommen zu werden, so dass die Aufnahme beschlossen ist. Ferner ging es um den Verbleib der Kameraden Martin und Goehrke in der Wehr, nachdem diese seit Monaten an keinem Dienst mehr teilgenommen haben. Daher sollten sie aufgefordert werden, ihre künftige regelmäßige Teilnahme zu erklären.  
Die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel ist vom Gemeinderat genehmigt worden und wurde durch Brandmeister Pötter einigen Kameraden des Kommandos ausgehändigt. Die Satzung ist mit ihrer Genehmigung am 8.7.1964 in Kraft getreten.

5. Februar 1965
Zu der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Waldkrug begrüßte GemBM Pötter Bürgermeister Helms, Kreisbrandmeister Clausing und Unterkreisbrandmeister Schmidt sowie die zahlreich anwesenden aktiven und passiven Kameraden. Nach den üblichen Verlesen der Niederschrift und dem Kassenbericht sowie dem Bericht der Prüfer hielt Pötter seinen Jahresbericht, in dem er auf die Ereignisse der Jahres 1964 einging. Am 28.3.1964 rückte die Wehr zu einer Suchaktion aus, da sich der aus der Ostzone (Anmerkung für alle, die nach 1990 geboren wurden: Als Ostzone bezeichnete man in Westdeutschland damals das Gebiet der DDR) zu Besuch weilende Schwiegervater des Bürgermeisters im Wald verlaufen hatte. Außerdem gab es zwei Brände in der Schuttkuhle, die eine Gefahr für den unmittelbar angrenzenden Wald waren. Dorthin rückte jeweils nur das Tanklöschfahrzeug aus.  
Am 13.06.1964 ging der Ausflug  der Wehr mit dem Bus nach Hamburg-Blankenese. Am 18.7.1964 fand eine Übung auf dem Hof Kohlmeyer in Kohlenbissen statt, an der auch der ganze 3. Zug aus Munster beteiligt war. Diese Übung diente zur Wasserförderung über weite Wegstrecken, da die Löschwasserversorgung in Kohlenbissen nicht sehr gut ist und man ausprobieren wollte, inwieweit die vorhandene Löschwasserversorgung ausreicht. Am 30.7.1964 brannte es auf der Feuerstellung 16 in Kohlenbissen. Zum Löschen war nur das Tanklöschfahrzeug ausgerückt. Am 22.8.1964 nahm man am Schießen bei der Bundeswehr und am 19.9.1964 mit einer Gruppe am Feuerwehrtag in Breloh teil. Am 24.10.1964 fand in Oerrel eine große Katastrophenschutzübung statt, bei der das Revier Karrenbusch durchkämmt wurde.  
Am 22.12.1964 wurden die Fahrzeuge der Feuerwehr in das neue Gerätehaus eingestellt. Daran anschließend hatte die Gemeinde Oerrel zum Jahresabschluss zu einem kleinen Umtrunk eingeladen.
Unterkreisbrandmeister Schmidt ernannte Wolfgang Spirius, Manfred de la Porte, Helmut Katzenberg, Heinz Merk und Ulrich Mautz zu Feuerwehrmännern und beförderte Sigurd Walpuski, Lothar Müller, Rudi Berg, Gerhard Draband und Siegfried Schlumm zu Oberfeuerwehrmänner.
Angesprochen wurde noch einmal die Katastrophen(schutz)übung. Dabei teilte Oberförster Leisker mit, dass die Forstabteilung der Regierung Lüneburg die Beschaffung von Funksprechgeräten zur Waldbrandbekämpfung zurzeit nicht vorgesehen hat, da sich diese in Waldgebieten nicht bewährt hätten. Dem widersprach KBM Clausing, in dem er darauf hinwies, dass dies örtlich sehr unterschiedlich sei. Erst müsse erprobt werden, wie die Geräte im Oerreler Gebiet arbeiten, bevor man ein negatives Urteil über Funkgeräte beim Einsatz im Wald fällt. Der KBM lobte die Wehr für ihren Einsatz und die Gemeinde für den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses, was er als besonders anzuerkennende Leistung mit den Worten „Was in Oerrel für den Feuerschutz getan wird ist vorbildlich und einmalig im Kreise Soltau“ hervorhob.  
Nachdem das Kommando - bestehend aus GemBM Pötter, stv. GemBM Wisniewski, Helms, Hominski, Teske, Koch und Arlt - einstimmig wiedergewählt wurde, dankte Bürgermeister E.-A. Helms allen Kameraden im Namen des Gemeinderates für den Arbeitsdienst am Gerätehaus. Außerdem wies er darauf hin, dass es nicht unbedingt sein müsse, dass wir von den Wettkämpfen einen Pokal mit nach Hause bringen, denn schon das Mitmachen ist auch Ausbildung. Helms bestätigte, dass die Einsatzübung am 18.7.1964 gezeigt hat, dass der Brunnen auf dem Hof Kohlmeyer in Kohlenbissen für die Löschwasserversorgung nur bedingt einsatzfähig ist. KBM Clausing zeigte sich zuversichtlich, dass die Gemeinde da Abhilfe schaffen wird, da es im Ernstfall nicht möglich ist, dort mit mehreren Rohren anzulegen.

28. April 1965
Bei dieser Kommandositzung im Schulungsraum im neuen Feuerwehrgerätehaus war auch Maschinist Wolfgang de la Porte anwesend, da es um die Anschaffung einer neuen TS ging. GemBM Pötter legte dazu zwei Angebote, von den Firmen Ziegler und Domeyer, vor. Da beide TS für gut befunden wurden und es keinen Preisunterschied gab, musste man sich für eine Firma entscheiden. Die Wahl fiel auf die Bachert von Domeyer, so dass dieser Vorschlag zur endgültigen Entscheidung an den Gemeinderat weitergeleitet wurde.  
H.-G. Katzenberg wurde als neues aktives Mitglied aufgenommen. Außerdem ging es um ein passives Mitglied, das aufgefordert werden sollte, seinen rückständigen Beitrag für 1964 und für das erste Halbjahr 1965 nachzuzahlen, da andernfalls die Mitgliedschaft in der Wehr erlöschen würde.  

29. September 1965
In dieser Kommandositzung wurde bekannt gegeben, dass das langjährige aktive Mitglied Gustav de la Porte ausgetreten ist. Wegen Fortzugs aus Oerrel ist auch das aktive Mitglied Helmut Katzenberg ausgetreten. Wegen zweijährigen Beitragsrückstand wurde ein passives Mitglied aus der Wehr ausgeschlossen, nachdem der Beitrag trotz schriftlicher Aufforderung durch die Gemeinde nicht entrichtet worden war. Neuaufnahmen passiver sowie aktiver Mitglieder nur durch schriftlichen Aufnahmeantrag, bei aktiven Mitgliedern ist zusätzlich ein ärztliches Attest vorzulegen, für das die Gemeinde die Kosten übernimmt. Über die Aufnahme entscheidet jeweils das Kommando.  
Der Kameradschaftsabend wurde auf Sonnabend, den 23.10.1965, festgesetzt. Da der Waldkrug in dieser Woche geschlossen ist, findet der Abend in diesem Jahr in der Löns-Klause (Gastwirt Görlitz) statt. Um die Musik kümmert sich K.-H. Wisniewski, E.-A. Helms sorgt für das Programm. Angebote für das gemeinsame Essen sollen von Frau Görlitz schnellstens vorgelegt werden.  

15. Oktober 1965
Zu dieser Mitgliederversammlung im Schulungsraum waren nur aktive Mitglied eingeladen, die fast vollständig anwesend waren. Wehrführer Pötter gab bekannt, dass der Kameradschaftsabend in diesem Jahr schon am 23.10.1965 stattfindet und nicht wie gewohnt am ersten Sonnabend im November, da die Wehr an dem Tag zu einem gemütlichen Abend bei der Bundeswehr 1/96 in Munster eingeladen ist. Da der Waldkrug in der Woche geschlossen ist, findet der Kameradschaftsabend diesmal in der Löns-Klause (Görlitz) statt. Pötter ermahnt alle, ihre Anmeldungen baldmöglichst abzugeben. In diesem Jahr soll auch der Gemeinderat eingeladen werden, da der zum Bau und das gute Gelingen unseres Gerätehauses beigetragen hat.  
Pötter gibt die nach Satzung gültige Regelung hinsichtlich der Aufnahmeanträge bekannt. Die Anträge können bei ihm empfangen werden. Ferner verkündet er, dass zu den nächsten Wettkämpfen 1966 eine vollständig neue Gruppe aufgestellt werden müsse, denn er bedaure es, dass unsere Gruppe bei den Wettkämpfen jedes Mal die letzte ist. Wolfgang Gronych verweist darauf, dass intensiver geübt werden müsse, denn jeder müsse jeden Trupp ausführen können, was derzeit nicht der Fall sei.  
Maschinist Wolfgang de la Porte schlug vor, beide Feuerwehrfahrzeuge in eine ordentliche Werkstatt zu geben, da sie in diesem Monat zum TÜV müssten. Pötter berichtete dazu, dass Unterkreisbrandmeister Schmidt sich darum bemühen will, dass unsere Fahrzeuge auf dem Esso-Hof in Dethlingen zusammen mit den landwirtschaftlichen Fahrzeugen vom TÜV abgenommen werden.

18. Februar 1966
Auf der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Waldkrug, an der Herr Kohlmeyer aus Kohlenbissen als stellvertretender Bürgermeister, Kreisbrandmeister Clausing aus Soltau und Unterkreisbrandmeister Schmidt aus Dethlingen teilnahmen, bat Schriftführer Arno Teske darum für dieses Amt einen Nachfolger zu wählen, da er jetzt als Gerätewart ausgelastet sei. Im späteren Verlauf der Versammlung wurde Wolfgang Spirius als neuer Schriftführer gewählt. Für den aus Oerrel wegziehenden Kassenprüfer Kamerad Leisker wurde Erich Steinke als neuer Kassenprüfer gewählt.  
Zuvor hatte Gemeindebrandmeister Pötter seinen Jahresrückblick abgegeben. Statt der angesetzten 22 Übungsabende kam die Wehr 1965 insgesamt 41 Mal zusammen. Dies kam durch zusätzliche freiwillige Dienste und Arbeitseinsätze bei den Planierungsarbeiten am neuen Gerätehaus und Übungen für die Wettkämpfe. Der Gemeindebrandmeister lobte die gezeigte Dienstbereitschaft, wobei er betonte, dass es heute bei der materiell eingestellten Wohlstandsgesellschaft schwer sei, Menschen am Dienst für den Nächsten zu begeistern. Er bedankte sich im Namen aller Kameraden bei der Gemeinde für das schöne Gerätehaus, das als Vorbild für viele andere Gemeinden gelte.
Die Wehr nahm über die Kreisgrenze hinweg an einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr Brockhöfe teil, zu der unsere Wehr zur Löschhilfe gebeten wurde. Diese Übung fand am Nachmittag des Tages statt, an dem abends der wie immer gelungene Kameradschaftsabend gefeiert wurde. Unser Tanklöschfahrzeug hatte an einer Zugübung der Kreisbereitschaft teilgenommen. Es gab 1965 zwei Einsätze für die Wehr: Ein Stallbrand in der neuen Siedlung (heute: Stettiner Straße) und an der (Gemeinde-)Grenze Oerrel – Trauen, verursacht durch Strauchverbrennung. Dabei wurden beide Male die schnelle Einsatzbereitschaft des Tanklöschfahrzeugs hervorgehoben.
Kreisbrandmeister Clausing lobte Oerrel als eine Gemeinde, in der die Zusammenarbeit seitens der Verwaltung und der Feuerwehr vorbildlich sei. Er gab dann einen Bericht über den Sinn und Zweck einer übergebietlichen Bereitschaftsübung, der interessierte Zuhörer fand. Er versprach, dass auch das Tanklöschfahrzeug aus Oerrel bald, d. h. wenn es die finanziellen Mittel erlauben, mit einem Sprechfunkgerät ausgerüstet wird.  
Der Leiter des Forstamtes Oerrel, Herr von Hoythausen, ließ durch Herrn Seeger den Dank der Forstverwaltung für bewiesene schnelle Einsatzbereitschaft aussprechen. Der stellvertretende Bürgermeister, Herr Kohlmeyer, versprach seitens der Gemeinde auch weiterhin ein offenes Ohr für die Sorgen und Fragen der Wehr zu haben. Es wurde beschlossen, eine TS anzuschaffen. Das Geschäft sollte durch das Kommando angebahnt werden. Unterkreisbrandmeister Schmidt beförderte Walter Gronych zum Oberfeuerwehrmann.

26. September 1966
In dieser Kommandositzung im Sitzungssaal des Gemeindehauses (Feuerwehrhauses) ging es um einen Termin für die Saugprobe für den Brunnen in Kohlenbissen, die auf den 28.9.1966 festgelegt wurde. Anschließend wurde über die Anschaffung von Gerät und Ausrüstungsstücke beraten. Der Gemeindebrandmeister wurde beauftragt, sich im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel um die Anschaffung von Kombinationen und Ausrüstungsstücken für die neu eingetretene Kameraden zu kümmern.
Im Protokoll ist als wichtigster Punkt des Abends die Gestaltung des diesjährigen Kameradschaftsabends genannt, der im Waldkrug stattfinden soll. Da der bisherige Eintrittspreis als mittlerweile zu gering angesehen wurde, einigte man sich für dieses Jahr auf 5,00 DM als Anteil für Essen, Musik usw. Kamerad Helms, der zu Beginn der Aussprache über die Ausgestaltung des Abends erklärte, dass er in diesem Jahr soweit wie möglich davon verschont werden wollte, erklärte sich „letzten Endes“ doch wieder bereit, den „Löwenanteil“ zu übernehmen. Er machte auch schon gleich ein paar Andeutungen was er für Ideen hat.

17. März 1967
Bei der Jahreshauptversammlung in der Lönsklause waren auch wieder Bürgermeister Helms, Kreisbrandmeister Clausing und Unterkreisbrandmeister Schmidt anwesend. Da der Bürgermeister noch zu einer anderen Veranstaltung musste, bat er als Kassenwart darum, dass der Kassenbericht und der Bericht der Kassenprüfer vorgezogen werden, was von der Versammlung auch genehmigt wurde. Daraufhin wandte sich Herr Helms aber erstmal als Bürgermeister an die Wehr und dankte für den geleisteten uneigennützigen Dienst. Er versprach, dass die Gemeinde auch weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein offenes Ohr für die Wünsche und Belange der Wehr haben werde. Mit humorvollen Worten – wie es seine Art war – leitete er dann zum Kassenbericht über. Gemeindebrandmeister Pötter dankte Ernst-August Helms sowohl als Kassenwart als auch als Bürgermeister für seine aufopfernde Zeit, die er neben seiner beruflichen und vieler anderer ehrenamtlicher Arbeit für die Wehr aufbringt.
In seinem Jahresbericht erwähnt Pötter, dass im letzten Jahr (1966) zur Modernisierung der Wehr eine neue TS gekauft wurde, da die alte den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen war. Er freute sich, dass sich Kameraden freiwillig bereitfinden, dem Gerätewart bei der Wartung und Pflege der Fahrzeuge und Geräte zu helfen. Abgesehen von einem Holzdiemen-Brand in Dethlingen, bei dem das Tanklöschfahrzeug Löschhilfe leistete, gab es im letzten Jahr keine Einsätze.  
Pötter erwähnte neben einer Zugübung am 24. April 1966 und den Kreiswettkämpfen in Schülern, an denen eine Gruppe mit der TS teilgenommen hatte, die Löschübung in der Nachbargemeinde Brambostel im Landkreis Uelzen. Wobei er vor allem die freundliche Bewirtung unserer Wehr nach der Übung hervorhob. Da die Zisterne in Kohlenbissen bei der Einweihung von den drei dort eingesetzten Männern dank der tatkräftigen Hilfe unseres Ordnungshüters Otto Klenner innerhalb von nur drei Stunden befüllt werden konnte, brauchten die anderen Männer, die sich noch für den Abend bereit gestellt hatten, nur noch zu einem Umtrunk nach Kohlenbissen geholt werden. Auch hier waren die Männer von der Bewirtung begeistert, berichtet Pötter.  
Die Fahrt ins Blaue ging 1966 ins Zonenrandgebiet. (Anmerkung für alle, die nach 1990 geboren wurden: Das Zonenrandgebiet bildeten die Landkreise und Gemeinden, die auf westdeutscher Seite nahe der Grenze zur damaligen DDR lagen. Das dazugehörige Gebiet reichte aber einige Kilometer weit nach Westen und begann von Oerrel aus gesehen bereits an der Kreisgrenze zum Landkreis Uelzen.) Die Fahrt der Feuerwehr ging 1966 unter anderem nach Hösseringen und nach Oerrel bei Hankensbüttel im Landkreis Gifhorn. Abends gab´s ein gemeinsames Abendessen und es wurde auch getanzt.
Am 16. Oktober 1966 wurde bei einem Arbeitsdienst die Abdeckung der Zisterne beim Waldkrug (Wildackerweg) gereinigt. Durch freiwillige Spenden einzelner Kameraden wurde die Teilnahme am Vergleichsschießen bei der Bundeswehr sichergestellt. Der Kameradschaftsabend wurde als wieder gelungene Veranstaltung ebenso hervorgehoben, wie die Weihnachtsfeier, bei der es einen Hirschbraten gab, der mit Hilfe einiger Frauen der Kameraden lecker zubereitet worden war.  
Nachdem die Anwärter Kemsies, Schulz und Sewczik vom Gemeindebrandmeister durch Handschlag zu Feuerwehrmännern verpflichtet und Wolfgang Gronych von ihm zum Hauptfeuerwehrmann befördert worden waren, wurde das Kommando in seiner Gesamtheit wiedergewählt. Anschließend lobte und dankte Kreisbrandmeister Clausing sowohl der Wehr als auch der Gemeinde Oerrel.  
Zum Abschluss der Versammlung gab GemBM Pötter bekannt, dass die diesjährigen Kreiswettkämpfe (1967) nach Oerrel vergeben wurden. Er bat alle Kameraden bei den nun an uns herantretenden Arbeiten tatkräftig mit anzupacken.  

01. März 1968
Auch bei dieser Jahreshauptversammlung im Waldkrug waren Kreisbrandmeister Clausing und Unterkreisbrandmeister Schmidt dabei und verfolgen den vom Gemeindebrandmeister vorgetragenen Jahresbericht für 1967. Er erwähnte, dass die Wehr zwar von ernsthaften Einsätzen verschont worden war, aber doch zweimal ausrücken musste. Am 7. Februar 1967 brannte der Holzschuppen von Bantschenko, der vom Tanklöschfahrzeug mit 3 Mann Besatzung gelöscht wurde. Am 7. März 1967 rückte wieder das TLF zur Löschhilfe aus, diesmal zu einem Brand in Breloh, der aber bereits gelöscht war, als es dort eintraf.
Der Höhepunkt des Jahres 1967 waren sicherlich die Kreiswettkämpfe in Oerrel. Dazu heißt es im Protokoll wörtlich: Der 21. Mai war für unsere Wehr ein wichtiger Tag. Nach mühevoller Kleinarbeit war alles für die Kreiswettkämpfe der Feuerwehren des Kreises vorbereitet, die in unserer Gemeinde stattfinden sollten und für deren Ausrichtung unsere Wehr verantwortlich war. Unter einem strahlend blauen Himmel zeigten die einzelnen Wettkampfgruppen ihr können! Am Vormittag fand die Sitzung des Kreisfeuerwehrtages in der Gaststätte Waldkrug statt. Als Bilanz könne man sagen, daß auch eine kleine Wehr tatkräftig zupackend vor größere Aufgaben nicht zu kapitulieren brauche. Und so waren auch die Aufräumungsarbeiten nach Abschluß der Wettkämpfe bald abgeschlossen.
Weiter berichtete Pötter über eine Unterkreisübung in der Forschung Trauen, die am wohl heißesten Tag des Jahres stattfand und so in besonderer Erinnerung blieb. Am 4. August 1967 war wieder die schon zur Tradition gewordene Löschübung in Brambostel, am 16. September eine Übung des DRK in Oerrel, an der auch eine Gruppe unserer Wehr teilnahm, am 24. September fand eine Zugübung in Oerrel statt, bei der die gelieferten Motorsägen erprobt wurden. Nach dem Kameradschaftsabend am 9. Oktober fand am nächsten Tag die Kreisübung der Kreisbereitschaft statt, was auch schon fast „Tradition“ geworden sei.  
Pötter berichtet, dass die Wehr mit 29 aktiven und 26 passiven Mitgliedern noch nie so viele Mitglieder hatte wie 1967. Mittlerweile habe sich die Zahl allerdings auf 52 zahlende Mitglieder reduziert (28 und 24), was aber immer noch sehr hoch ist. Er verpflichtete die Anwärter Lietz, Erasmus, Tramp und Cielinski durch Handschlag als Feuerwehrmänner und die neuen Kameraden H. Praetsch, H. Vandreike und G. Vandreike als Anwärter. Bürgermeister Helms führte in seiner Rede den starken Mitgliederstand auf den guten Ruf der Wehr in der Bevölkerung zurück und versprach weiterhin für die Belange der Wehr einzutreten.
Im weiteren Verlauf der JHV wurde auch das Thema Aufstellung einer Altersgruppe angesprochen, wobei es aber letztendlich keinen Beschluss gab, eine aufzustellen. Kreisbrandmeister Clausing hatte zuvor berichtet, dass man in Soltau gute Erfahrungen mit einer Altersgruppe gemacht habe. Er riet aber davon ab, auch passive Mitglieder in die Altersgruppe aufzunehmen. Der KBM dankte der Wehr nochmals für die geleistete Vorarbeit bei den Kreiswettkämpfen, die die Voraussetzungen für das gute Gelingen waren. Natürlich hat auch das gute Wetter dazu beigetragen, aber die anfänglichen Bedenken sind durch den guten Erfolg widerlegt worden.  
Kamerad Arlt wird vom Oberfeuerwehrmann zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Kamerad Prudlick bittet um Wiederaufnahme in die Wehr, wogegen keine Bedenken bestehen. Gerätewart Teske warnt, dass die Sirene im letzten Winter bei jedem Frost eingefroren sei, so dass er bei jedem Probebetrieb am Sonnabend aufs Dach musste, um die Sirene in Gang zu setzen. Da müsse dringend etwas geschehen.

6. März 1969
Bei der Jahreshauptversammlung im Waldkrug, an der wie gewohnt der Bürgermeister, der KBM und der Unter-KBM teilnehmen, werden die Anwärter H. Vandreike, G. Vandreike und H. Praetsch durch Handschlag zu Feuerwehrmännern verpflichtet. Wieder in die Wehr aufgenommen werden G. de la Porte und Horst Prudlick. Auch der anwesende Kamerad Paul Martin möchte wieder aufgenommen werden, was von der Versammlung genehmigt wird.
In seinem Jahresbericht über das Jahr 1968 erinnert Gemeindebrandmeister Pötter daran, dass das zurückliegende Jahr ein Jubiläumsjahr war. 20 Jahre gäbe es nun die Freiwillige Feuerwehr Oerrel. Pötter sagte laut Protokoll: Vor 20 Jahren waren einige tatkräftige Männer entschlossen den Brandschutz in der Gemeinde zu übernehmen. Die Gründungsversammlung fand am 17.9.1948 in der damaligen Gaststätte Wiesehomeier im Bunker statt. Die jungen Kameraden können sich heute gar nicht mehr vorstellen, unter welch schwierigen Bedingungen man damals arbeiten mußte. Unter anderem mußte das Gerät unter Stroh versteckt werden. Es waren nicht genügend Ausrüstungsgegenstände für die aktiven Kameraden da. Aber man habe damals auch schöne Stunden zusammen verlebt. Das 20jährige Jubiläum sollte erst groß gefeiert werden. Aber man beschloß dann, das Jubiläum im Rahmen des Kameradschaftsabends zu feiern, was dann auch geschehen ist.
Von größeren Schadenfeuern blieb die Gemeinde auch 1968 verschont. Aber zu einigen kleineren Brandeinsätzen musste die Wehr ausrücken. So am 15. März als nach Dienstschluß die Wehr noch ohne Alarmierung zum 6-Familienwohnhaus für Ausländer gerufen wurde. Ein total verstopfter Ofen, der Glutstücke in das Zimmer verpuffte, war der Anlaß. Die Männer konnten nur mit Schaufeln und Haken die Lumpen, die in der Nähe des Ofens lagen, entfernen und den Gefahrenherd beseitigen. Es bestand die Gefahr sich kleine Tierchen aufzulesen, heißt es dazu im Protokoll.
Die Mitglieder haben an einem Filmvortrag der Esso über die Bekämpfung von Öl- und Benzinbränden teilgenommen, da bei der heutigen (1969) Verkehrsdichte auch unsere Wehr zu solch einem Einsatz gerufen werden könne. Daher müssen die Männer über die Bekämpfung solcher Brände unterrichtet sein. Bei den Kreiswettkämpfen am 26. Mai in Bispingen hat die Wehr zwar mit einer Gruppe teilgenommen, aber wieder keinen Pokal gewonnen, was auch nicht entscheidend sei. Denn bei der großen Teilnehmerzahl ist ein Mittelplatz auch schon viel wert, betont der Gemeindebrandmeister.  
Am 31. Mai wurde die Wehr nachts zu einem Entstehungsbrand ca. 500 Meter hinter dem Ortsausgang nach Uelzen gerufen, der in kürzester Zeit gelöscht werden konnte.  
Enttäuschend war die Teilnahme an den Wettkämpfen in Eimke, da dort nach anderen Richtlinien gewertet wurde. Dafür gewannen die Männer der Wehr beim traditionellen Schießen in Brockhöfe zahlreiche Einzelpreise. Die Fahrt ins Blaue ging durch die Vierlande nach Hamburg zum Fernsehturm. Abends wurde in Amelinghausen gegessen und getanzt. Bedauerlich war nur, dass der Organisator der Fahrt, Ernst-August Helms, nicht an der Fahrt teilnehmen konnte.
In Kohlenbissen gab es eine Nachtübung, bei der die Wasserbeschaffung über lange Wegstrecken zur Aufgabe der einzelnen Wehren gehörte. Außerdem beteiligte sich eine Gruppe an der 100-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr in Soltau. Der Festumzug gab zwar einen guten Einblick in die Entwicklung der Feuerwehr, wurde aber leider durch einen Dauerregen beeinträchtigt. Ferner besuchte die Wehr in zwei Gruppen die neue Zentrale der Schlauchpflegerei in Soltau.
Nach seinem Kassenbericht dankt Kassenwart Ernst-August Helms wie jedes Jahr seinen Kassierer Helmut Hominski für sein fleißiges Wirken und bittet anschließend die Versammlung einen neuen Kassenwart zu wählen, da er aus verschiedenen Gründen das Amt nicht mehr ausführen könne. Er ist aber bereit dem neuen Kassenwart jederzeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Versammlung dankt mit lebhaften Beifall und der Gemeindebrandmeister bittet Kamerad Helms der Wehr bei der Organisation und Ausrichtung der verschiedenen Festlichkeiten wie Kameradschaftsabend und Fahrten weiterhin zur Verfügung zu stehen.  
Gemeindebrandmeister Pötter übergibt den Vorsitz vorübergehend an den Kameraden Arlt, der nun die Wahl des Gemeindebrandmeisters leitet. Auf seine Bitte um Vorschläge wird aus den Reihen der Versammlung nur der Vorschlag auf Wiederwahl von Erich Pötter gemacht, der daraufhin einstimmig in seinem Amt bestätigt wird. Nachdem dieser die Wahl angenommen und den Vorsitz wieder übernommen hat, dankt er für das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wird. Ob er aber seine Tätigkeit für weitere sechs Jahre ausüben könne, ist noch fraglich, da das neue Raumordnungsgesetz*) auf uns zukommt. Pötter betonte aber, dass es ihm aber auch schwergefallen wäre, wenn er jetzt hätte aufhören müssen. 20 Jahre dabei zu sein haben ihn mit der Wehr und der Aufgabe verwachsen lassen, so dass er entschlossen sei, wie bisher weiterzumachen.  
Nachdem Kamerad Sigurd Walpuski einstimmig zum neuen Kassenwart gewählt wurde, wurden als weitere Kommandomitglieder die Kameraden Rudi Berg und Wolfgang Gronych gewählt. Allerdings wies GemBM Pötter darauf hin, dass die jetzige Auslegung der Satzung nicht eindeutig klarlegt, wer zum Kommando gehört, so dass bei der Gemeinde eine Satzungsänderung beantragt werden müsse. Laut Satzung gehören zum Kommando nämlich der Kassenwart (neu im Amt Sigurd Walpuski), der Schriftführer (Wolfgang Spirius) und der Zeug- oder Gerätewart (Arno Teske).
Bürgermeister Helms ging neben den üblichen Worten des Dankes und der Unterstützung seitens der Gemeinde auch auf das neue Raumordnungsgesetz *) ein, in dem er ausführte, dass man heute noch nicht näheres dazu sagen könne. Fest steht aber, das Munster ein Mittelpunktort ist. Da gehe kein Weg dran vorbei. Aber aus einem Ort wie Oerrel, der besonders durch seine Lage gefährdet sei, ist eine Freiwillige Feuerwehr gar nicht wegzudenken. Daher bitte er alle Kameraden, der Wehr die Treue zu halten und wie bisher weiterzumachen.  
Gemeindebrandmeister Pötter holt dann noch eine Verpflichtung nach, indem er den Kameraden Simontowski, der im Laufe des Jahres zur Wehr gekommen ist und seine Einsatz- und Arbeitsfreude bewiesen hat, mit Handschlag zum Feuerwehrmann verpflichtet. Er ruft anschließend dazu auf, der Wehr Fotos von den Kreiswettkämpfen zu überlassen, die in einem Album zusammengestellt werden sollen.
Kreisbrandmeister Clausing dankt Gemeindebrandmeister Pötter für die letzten sechs Jahre seiner aufopfernden Tätigkeit im Dienste des Feuerschutzes und freut sich über dessen einstimmige Wiederwahl. In Bezug auf die Raumordnung *) solle man in Ruhe abwarten. Es könne sich in der heutigen Zeit keiner erlauben, eine Feuerwehr aufzulösen. Es gelte nur der blauen Farbe die Treue zu halten. In Sachen Reform wäre die Feuerwehr schon vor Jahren durch die Bildung der Unterkreise mit den einzelnen Schwerpunktorten tätig gewesen. Die Aufgaben der Feuerwehr sind größer und mehr geworden. Durch die Erweiterung des Katastrophenschutzes haben die Feuerwehren Aufgaben übernehmen müssen, die nicht in der eigentlichen Feuerwehrarbeit vorgesehen sind. Die Männer sind dazu bereit; nur müsse der Bund die notwendigen Geräte stellen.  
Unterkreisbrandmeister Schmidt weist in seinen Grußworten darauf hin, dass auch der Kreisbrandmeister Clausing wiedergewählt wurde.  

*) Anmerkung zum mehrfach erwähnten Raumordnungsgesetz: Es handelt sich um das Gesetz zur Gebietsreform (auch als Gemeindereform bezeichnet), das für Munster am 1. Februar 1971 in Kraft trat.

13. Februar 1970
Die letzte Jahreshauptversammlung als eigenständige Freiwillige Feuerwehr Oerrel fand in der Gaststätte Waldkrug statt.
Gemeindebrandmeister Pötter danke allen Kameraden für die gute Dienstbeteiligung, die er darauf zurückführt, dass es jetzt einen Jahresdienstplan gibt, nach dem sich jeder richten könne. In seinem Jahresbericht für 1969 wies er darauf hin, dass es keine größeren Einsätze gab, kleinere Einsätze aber schon. So brannte am 21. April 1969 der Schweinestall am Haus Bantschenko, der mit dem TLF schnell gelöscht werden konnte. Am 9. August 1969 wurde die Wehr durch die Polizei zum Brand bei Harber angefordert. Am 26. August 1969 mussten brennende Strohreste am alten Forsthaus gelöscht werden. Am 21. Oktober wurde die Wehr mit beiden Fahrzeugen nach Breloh zum Brand im Sägewerk Meyer gerufen, musste dann aber doch nicht mehr eingesetzt werden. Ein zügiges Erreichen dieser Brandstelle wurde durch die geschlossenen Bahnschranken verhindert. Schließlich kam es Anfang November noch zu einem Einsatz während des Kameradschaftsabends, als ein verunglückter Pkw in den Garten von Jentsch (heute: Kohlenbissener Straße 19) fuhr und dort in Brand geraten war. Hier wird kritisch angemerkt, dass die Leute nicht wussten, wo die Feuerwehr zu alarmieren ist.
An den Kreiswettkämpfen in Steinbeck hatte die Wehr zwar teilgenommen, laut Pötter zählte sie leider auch dieses Mal nicht zur Spitzengruppe. Aber es kann ja nicht jeder Sieger sein; man lernt auch bei solchen Veranstaltungen, fügte der GemBM hinzu.
Zusammen mit der Forstverwaltung wurde eine Probealarmierung durchgeführt, mittels der festgestellt werden sollte, in welcher Zeit die Wehr an einer bestimmten Stelle eintrifft. Die Zeit der Oerreler Wehr war zufriedenstellend, die Faßberger fanden die angegebene Stelle dagegen nicht, heißt es dazu im Protokoll.
Der aktuelle Mitgliederstand war nach vier Austritten jetzt 25 aktive und 23 passive Mitglieder. Die Anwärter Paul Martin und Hans Wilmer werden vom Gemeindebrandmeister durch Handschlag zu Feuerwehrmännern verpflichtet. Anschließend bittet er die Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Kommandos, den Kameraden Hans Arlt zum Ehrenmitglied zu ernennen, da über eine solche Ernennung nach § 1 unserer Satzung die Mitgliederversammlung zu entscheiden hat. Daraufhin entsteht laut Protokoll erst einmal eine lebhafte Debatte über die Auslegung der Satzung und über die Gründe. Da eine Altersgruppe in unserer Wehr noch nicht besteht und aufgrund der stets vorbildlichen Haltung des Kameraden Arlt, den man es doch tatsächlich nicht mehr zumuten kann, mit den jüngeren Kameraden im Tempo mitzuhalten, der aber für unsere Wehr zu wertvoll ist, um ihn passiv beiseite stehen zu lassen, begründet der Gemeindebrandmeister Pötter den Vorschlag und bittet die aktiven Mitglieder um Abstimmung. Einstimmig wird Kamerad Arlt von der Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Gemeindebrandmeister Pötter bedankt sich für das Ergebnis der Abstimmung. Er führt aus, dass die Altersgruppe nicht aufgegeben worden ist, sondern nur zurückgestellt wurde.
Bevor der Kassenbericht gehalten wird, bittet Kamerad Helms um das Wort, der zu bedenken gibt, dass durch die Beitragsfreiheit von Kameraden während der Ableistung ihrer Wehrpflicht der Kasse viel Geld entgehe und man bei einem Jahresbeitrag von 4,00 DM doch überlegen sollte, ob dies noch richtig ist. Darauf erwiderte Pötter, dass die Kameraden, die nach Ableistung ihrer Wehrpflicht weiterhin bei der Bundeswehr bleiben, den vollen Beitrag bezahlen müssen, sofern sie weiter in der Wehr bleiben wollen.  
Unter dem TOP Verschiedenes wurde die Frage gestellt, ob passive Mitglieder nicht Wahl- oder Stimmrecht haben, worüber lebhaft und ausführlich diskutiert wurde. Letztendlich wurde zwar festgestellt, dass passive Mitglieder den fördernden Mitgliedern gleichzusetzen sind, aber zu einem endgültigen Schluss kam die Versammlung in dieser Frage dann doch nicht.  
Unterkreisbrandmeister Schmidt überbrachte die Grüße des diesmal leider verhinderten Kreisbrandmeisters Clausing und ging dann auf die zuvor in der Versammlung angesprochenen Probleme ein. Er verwies darauf, dass bei Ableistung der Wehrpflicht eine allgemeine Beitragsfreiheit bestehen würde. Zum Status der passiven Mitglieder meinte er, dass dies eine echte Streitfrage ist. Dann verabschiedete er sich, indem er bedauerte, dass er heute das letzte Mal in Oerrel als Unterkreisbrandmeister bei der Jahreshauptversammlung sei. Es hätte ihm Spaß gemacht mit der Oerreler Wehr zusammenzuarbeiten. Wenn nun der Gemeindebrandmeister Pötter meine, es sei in Oerrel nichts los gewesen, so spricht er in seinem Jahresbericht von fünf Einsätzen. Das ist doch allerhand an Arbeit gewesen. Zum 90-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Munster bat er alle aktiven Kameraden an den Veranstaltungen in Munster teilzunehmen. Vorgesehen sei der 2.5.1970. Die Kreiswettkämpfe seien für Anfang Juni vorgesehen. Abschließend bat Unterkreisbrandmeister Schmidt seinem Nachfolger das gleiche Vertrauen entgegenzubringen, wie ihm und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit.
Laut Protokoll wurden dann noch zahlreiche Fragen aufgeworfen und besprochen. Nur eines wird nicht erwähnt, nämlich dass es die letzte Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel als eigenständige Gemeindefeuerwehr war. Woraus geschlossen werden kann, dass es zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war, dass sich die Gemeinde Oerrel zum 01. Februar 1971 der Stadt Munster anschließen und somit aus der Gemeindefeuerwehr Oerrel eine Ortsfeuerwehr der Stadt Munster werden würde.  

Da es ein Einschnitt in die Geschichte der Wehr ist, werden die Auszüge aus den Protokollen nach 1970 in einem eigenen Unterabschnitt fortgeführt.

Foto: Letzte Seite des mit Schreibmaschine geschriebenen Protokolls vom 13.02.1970:
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