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Freiwillige Feuerwehr Oerrel


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Im Oktober kehren wir wieder in unsere Region zurück und bleiben auch gleich bei uns im Heidekreis. Denn im Oktober 2012 kam es in der Kreisstadt Bad Fallingbostel zum Katastrophenfall.

15. Oktober 2012
Dieser Montag und der darauffolgende Dienstag sind den Menschen in Bad Fallingbostel bis heute noch in Erinnerung geblieben. Alles begann um 13:24 Uhr mit einer Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt. Der Einsatzort lag auf dem Betriebsgelände der Firma Kraft (heute: Mondelez), das in unmittelbarer Nähe zur vielbefahrenen Autobahn A 7 liegt. Dort waren versehentlich in einen 30.000 Liter fassenden Behälter, in dem sich noch ca. 14.000 Liter Natronlauge befanden, 10.000 Liter Salpetersäure gefüllt worden. Nachdem der Fehler bemerkt worden ist, wurde sofort die Feuerwehr alarmiert. Wegen des großen Gefährdungspotenzials wurde Großalarm ausgelöst.
Was folgte war ein Großeinsatz für alle drei Kreisfeuerwehrbereitschaften des Heidekreises sowie weiter Feuerwehr-Fachzüge aus den benachbarten Landkreisen und aus Hamburg. Auch Polizei, THW, Bundeswehr  und Sanitäts- und Rettungsdienst waren alarmiert worden. Am späten Nachmittag wurde das ans Werkgelände angrenzende Wohngebiet evakuiert. Ca. 390 Personen wurden in der am anderen Ende der Stadt liegenden Heidmark-Halle untergebracht. Nachdem sich am Montagabend der Wind drehte, spitze sich die Lage weiter zu, so dass weitere 400 Personen aus nunmehr gefährdeten Wohngebieten evakuiert werden mussten. Aufgrund dessen stellte Landrat Manfred Ostermann um 19:07 Uhr den Katastrophenfall für das Gebiet der Kernstadt von Bad Fallingbostel fest, der erst am nächsten Tag um 15:45 Uhr wieder aufgehoben werden konnte.
Während dessen versuchten die Einsatzkräfte die Salpetersäure, die sich nicht mit der Natronlauge vermischt hatte, aus dem Tank abzusaugen. Dabei wurde sie zunächst in dafür ungeeignete Behälter geleitet, wodurch Gase entstanden und freigesetzt worden sind, woraufhin die Arbeiten erstmal wieder unterbrochen wurden. Nachdem das Problem gelöst werden konnte, setzte die Feuerwehr das Abpumpen fort. Zusätzlich musste der Tank von außen gekühlt werden, da inzwischen chemische Reaktionen für einen starken Temperaturanstieg des Behälters sorgten.
Als am Dienstagmorgen die Temperatur auf 107 Grad anstieg, drohte der Behälter zu bersten, wodurch eine giftige Schadstoffwolke hätte entweichen können. Dies galt es durch Kühlung und anderen Maßnahmen unbedingt zu verhindern. Erst als die Salpetersäure vollständig wieder abgesaugt war, sank die Temperatur des Behälters wieder. Nachdem der Tank zusätzlich mit zehn Kubikmetern Wasser geflutet wurde, lag sie schließlich bei sechs Grad, so dass am späteren Nachmittag der Katastrophenalarm wieder aufgehoben wurde und die evakuierten Einwohner zurück in ihre Häuser konnten.
Bei diesem Einsatz gab es so gut wie keine Personenschäden. Der Landrat lobte die Kooperationsbereitschaft der Bevölkerung und würdigte die Leistung der rund 1.000 Einsatzkräfte von Feuerwehren, THW, Rettungsdiensten und er Polizei. Auch der Niedersächsische Innenminister Peter Schünemann besuchte die Einsatzstelle und dankte allen Beteiligten, die Schlimmeres verhindert haben.
Wie groß die Erleichterung über den guten Ausgang dieses Unglücks war, zeigte auch die einige Tage später in der örtlichen Presse veröffentliche Anzeige des Heidekreises, in der Landrat Ostermann sowohl den Dank und die Anerkennung des Niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister als auch den von Innenmister Schünemann weitergab und selbst auch noch einmal seinen Dank zum Ausdruck brachte. Auch die Firma Kraft veröffentliche eine Anzeige, in der sie sich bei den Einsatzkräften bedankte und bei der Bevölkerung entschuldigte.

Wie die heimischen Presse – Walsroder-Zeitung, Böhme-Zeitung und Heide-Kurier – über den Katastrophenfall in der Kreisstadt berichtete zeigen die beigefügten Beispiele:
  
Über das Ereignis wurde aber auch in der überörtlichen Presse berichtet, wie die als Beispiel aufgeführten nachfolgenden Links zeigen.
Kreiszeitung.de berichtete über den Katastrophenfall:


Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete einige Tage nach dem Ereignis


Bilder / Fotostrecke:
Am 24. Oktober 1964
fand in Oerrel eine Katastrophenschutzübung statt, bei der ein großer Waldbrand angenommen wurde.

Der Zeitungsbericht über diese Übung kann in unserer Rubrik "Es  stand in der Zeitung" unter dem Datum 26.10.1964 nachgelesen werden.
Bei dieser Katastrophenschutzübung wurde ein Schmalfilm im damals  üblichen Format "Normal 8" aufgenommen. Eine digitalisierte Version  dieses Films kann über den nachfolgenden Link angeschaut werden.

In das Video wurden jetzt einige erklärende Untertitel hinzugefügt.
 
Katastrophenschutzübung Oerrel 1964 - YouTube
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