1948 bis 1949 - FFW Oerrel


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Freiwillige Feuerwehr Oerrel


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1948 bis 1949

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Aus der Anfangszeit der Oerreler Wehr
1948 und 1949
Wie ging es nach der Gründung mit der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel weiter?

Am Anfang lief nicht gleich alles so, wie bei der Gründungsversammlung vorgesehen. Das der Wehr zur Verfügung stehende Gerät musste instandgesetzt werden, damit es im Einsatzfall tatsächlich gebrauchsfähig war. Aus der Niederschrift einer der damals üblichen Monatsversammlungen (vom 1. Oktober 1948) geht hervor, dass die von einem Kameraden zugesagte Arbeit an der TKS aus beruflichen Gründen nicht durchgeführt werden konnte. Die Tragevorrichtung der TKS war beschädigt und das fehlende Stück war nicht mehr aufzufinden.

Die vorgesehene Teilnahme am Lehrgang in Celle war durch besondere Umstände ins Wasser gefallen. Dies wurde von Wehrführer Pötter im Interesse des Aufbaues der Wehr bedauert. Anschließend gab Pötter laut Protokoll ein interessantes Beispiel in Sachen Hilfeleistung der Wehr im Falle eines Brandes. Bei einem Feuer in Marklenburg wurde dem Brand durch eine Eimerkette erfolgreich zu Leibe gegangen.

Bezüglich der Bekleidung der Wehrangehörigen ist z. Zt. nichts zu veranlassen, da die Beschaffungskosten zu hoch sind und von den Männern nicht getragen werden können, heißt es im Protokoll. Und weiter: Die Dienstgrade in der Feuerwehr werden eingehend besprochen und erklärt. Hierbei wird noch einmal auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit zur Teilnahme an den vorgeschriebenen Kursen an der Feuerwehrschule hingewiesen. Insbesondere sind die Kurse wichtig für Ernennungen und Beförderungen in der Wehr.

Dann ging es auf der Versammlung um den Aufbau der Sirene. Festgehalten ist, dass auch vom anwesenden Forstmeister die Notwendigkeit gesehen wurde, die Sirene auf dem Feuerwachturm anzubringen, damit die im Wald arbeitenden Waldarbeiter die Sirene hören konnten, auch wenn sie noch so weit entfernt arbeiten. Damit es nicht zu teuer wurde, wurde der Aufbau etwa in halber Höhe des Turmes vorgeschlagen. Und in unmittelbarer Nähe des Feuerwachturmes sollte auch ein besonderer Feuermelder installiert werden. Der Forstmeister
sicherte die tatkräftige Unterstützung des Forstamtes bei der Kostendeckung zu.

Die Forst beabsichtigte auch, im kommenden Frühjahr (1949) ein eigenes Fahrzeug für die Waldbrandbekämpfung anzuschaffen, das dann auch der Wehr für alle sonstigen Einsatzfälle zur Verfügung gestellt werden könnte. Außerdem wurden von der Forst Spaten und Schaufeln im ausreichenden Maße zur Verfügung gestellt, die jederzeit ausgeliehen werden konnten.

Festgehalten wurde auch, dass es in Oerrel Probleme mit der notwendigen Löschwasserversorgung gab, so dass man nicht umhinkommt, die Errichtung einer Zisterne vorzusehen. Diese sollte bei den Eichen von Bauer Gralher gebaut werden, da dieser Platz am besten und zentral lag. Die Errichtung sollte durch besondere finanzielle Unterstützung der Forstverwaltung, die um eine entsprechende Beihilfe gebeten werden sollte, durchgeführt werden. Ein weiterer Vorschlag war, den Bunker der Magazinbaracke als Zisterne auszubauen, um die vorgesehene Sprengung zu verhindern. Um auch bei zeitweiligem Fehlen von Löschwasserstellen die Einsatzfähigkeit zu gewährleisten, und zwar wenigstens am Ort, ist das Schlauchmaterial festzustellen, und danach die günstigste und kürzeste Strecke zur Oertze festzulegen, heißt es in der Niederschrift weiter. Und hinsichtlich Sprit für die TKS wurde angeregt, die Bergungsgesellschaft (Anmerkung: Vermutlich in der ehemaligen MUNA) zur Herausgabe von Benzin zu veranlassen, die z. Zt. das in der TKS vorhandene Benzin auch verbraucht hat.

Ferner schlug man vor, Theater-, Kino- und sonstige Veranstaltungen in der Halle durch besondere Wachen zu sichern. Für die Benachrichtigung der Wehrangehörigen in besonderen Fällen (Einladung zu Versammlungen usw.) wurde angeregt, den sogenannten Knüppel* (*Erklärung siehe unten) einzuführen, der die beste Garantie für eine glatte Benachrichtigung aller Männer bringt. Dieser Vorschlag wird allerseits besonders begrüßt. Damit endete diese Monatsversammlung.

Die Gründer der Freiwilligen Feuerwehr hatten ein Gründungsfest vorgesehen, das aber durch einen Beschluss auf der Monatsversammlung am 18. November 1948 auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurde. Um aber die Wehr in den Besitz von Geldmitteln zu bringen, die zur Bestreitung des notwendigen Bedarfs erforderlich sind, wird angeregt, am Sylvesterabend eine Tanzveranstaltung aufzuziehen. Die Versammlung heißt diesen Vorschlag gut und wählt gleichzeitig einen Vergnügungsausschuß. Der Ausschluss wird alsbald zusammentreten, um die erforderlichen Vorarbeiten zu leisten, heißt es im Protokoll dieser Versammlung.


Am 13.12.1948 traf man sich wieder und setzte für den kommenden Sonntag, 19.12.48, 8:00 Uhr, Übungsdienst an. Mit Rücksicht auf das Sylvestervergnügen muss zu dem Übungsdienst noch Arbeitsdienst verrichtet werden. Zum Schneiden und Zerkleinern für die Beheizung der Festhalle erklären sich elf Kameraden bereit.

Über die weiteren Vorbereitungen für das Fest zum Jahreswechsel 1948/49 wird vom Vergnügungsausschuß berichtet, dass noch erhebliche Arbeiten insbesondere für die Ausschmückung zu leisten sind, da die Halle so hergestellt werden soll, dass jeder Freude findet. Musik wird durch die Kapelle “Atlantik” gestellt. Zusage ist erteilt. Erhebliche Schwierigkeiten sind noch zu überwinden bezüglich der Beleuchtung und Herbeischaffung der erforderlichen Tische und Bänke für die Halle. Die Kasse soll bis nachts 1 Uhr offengehalten werden, da damit zu rechnen ist, dass auch nach 24:00 Uhr noch Gäste kommen werden. Die Kasse wird von dem Kameraden Pötter, Lange, Huy, Schöninger, Wisniewski und Völtz übernommen, die zu dritt je 3 Stunden stehen werden.

Festgehalten ist anlässlich dieser Sitzung auch, dass die Spritze wiederhergestellt ist. Noch vorhandene kleinere Mängel können leicht beseitigt werden, heißt es im Bericht.

Auf der nächsten Monatssitzung am 28. Januar 1949 gab Wehrführer Pötter bekannt, dass der Wehr vom Sylvestervergnügen ein Überschuss von 296,00 DM verblieben ist, der für Zwecke der Wehr zur Verfügung steht.

Ferner gab der Wehrführer bekannt, dass die Spritze nunmehr fertiggestellt und einsatzfähig sei. Die erste Wasserprobe soll beim kommenden Dienst am Sonntag, den 30.1.49 (9-11 Uhr) gemacht werden. Stück für Stück muss nunmehr weitere Arbeit geleistet werden. Nächstes Ziel muss der Aufbau der Sirene sein, da die Gefahrenszeiten kurz vor der Türe stehen.

Danach muss an den Aufbau von Löschwasserstellen herangegangen werden, da einige Baracken nicht erreicht werden können. Obwohl hier erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden sind, kann von einem Ausbau nicht abgegangen werden, heißt es im Protokoll zum Ende der Sitzung.

Am 9.2.1949 verlas Kamerad Pötter auf der Monatsversammlung ein Schreiben der Kreisverwaltung Soltau, aus dem hervorging, dass er (jetzt auch offiziell) als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel eingesetzt wäre. Weiter gab er bekannt, dass der Probelauf der Pumpe geklappt hätte und diese nunmehr tatsächlich einsatzfähig ist.

Bei dieser Versammlung waren auch Vertreter der Gemeinde und des Forstamtes anwesend, da es um die Schaffung neuer Löschwasser-Entnahmestellen ging. Es wird erneut festgestellt, dass die gesprengte Zisterne am (ehemaligen) Flakturm am meisten fehlt. Bürgermeister Schirwagen erklärt, dass er mit Major Gubbard bezüglich des Wiederaufbaues der Zisterne bereits Rücksprache genommen habe. Leider habe er eine Entscheidung bisher nicht erhalten.

Kamerad Pötter äußerte sich dann noch zur Errichtung der Alarmvorrichtung. Er erklärt, dass die Forst mit dem Aufbau der Sirene auf dem Feuerturm grundsätzlich einverstanden sei. Für den Aufbau eines Brettergestells auf dem 2. Podest des Turmes ist etwa 1 fm Holz (Eiche) erforderlich. Die Kosten für den Aufbau der Anlage betragen nach dem Anschlag des Kameraden Bruno Blaß 150,00 DM.

Wehrführer Pötter bemerkt noch, dass der Feuerturm eine gute Gelegenheit zum Trocknen der Schläuche biete, wogegen seitens der Forst keine Einwendungen erhoben werden. Kamerad Finke macht der Forst noch den Vorschlag, um den Flakturm einen anständigen Zaun mit Pforte herzurichten.

Die Versammlung beschloss zu guter Letzt, von den passiven Mitgliedern einen Monatsbeitrag in Höhe von 0,50 DM zu erheben. Daher wurde ein Kassenwart benötigt, wozu sich Kamerad Schöniger freiwillig bereit erklärte. Die Versammlung stimmte zu.

Am 10. Juni 1949 hatte die Freiwillige Feuerwehr Oerrel 31 aktive Mitglieder. Auf der an diesem Tag stattgefundenen Monatsversammlung wurde bekannt, dass die Kostenvoranschläge für den Ausbau der Zisterne am ehemaligen Flakturm vorliegen und an die zuständigen Stellen weitergeleitet wurden. (Anmerkung: Dabei handelt es sich um die Zisterne, die heute unter dem Eingangsbereich des Feuerwehrhauses liegt.) Dem Wunsch der Wehr nach Einbau einer Pforte in die Einzäunung des Feuerturmes (Flakturmes) ist die Forst nachgekommen, heißt es abschließend für diese Versammlung.

Aus dem Protokoll der Versammlung vom 12.11.1949 geht hervor, dass die GEMA die Gebühr für das Sylvestervergnügen 1948 auf Antrag auf den Mindestsatz von 24,00 DM festgesetzt hat. Ein völliger Erlass wurde abgelehnt. Im September 1949 hatte die Freiwillige Feuerwehr Oerrel ihr Jahresfest gefeiert.

Soweit der Einblick in die Anfänge der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel. Sicherlich könnte man noch vieles aus den vorliegenden Niederschriften der Anfangsjahre wiedergeben. Doch wäre dies so umfangreich, dass darüber ein eigenes Buch geschrieben werden müsste. Diese Auszüge zeigen aber schon, dass am Anfang viel Aufbauarbeit zu leisten war.

Für diese Aufbauarbeit können wir unseren Gründungsvätern auch heute noch dankbar sein.
  Die Protokolle von 1948 und 1949 im Wortlaut
  
  
Damit auch spätere Generationen die ersten – noch in Sütterlin-Schrift verfassten – Protokolle der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel nachlesen können, werden sie hier im vollen Wortlaut wiedergegeben.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel kamen in den ersten Jahren zu Monatsversammlungen zusammen. Das bedeutet aber nicht, dass in jedem Monat eine Versammlung abgehalten wurde. Vielmehr kam man je nach Bedarf zusammen.  
Diese ersten Protokolle geben einen anschaulichen Einblick sowohl in die Arbeit der noch jungen Wehr als auch – zumindest ein kleinwenig - in das damalige Dorfleben. Die in Klammern eingefügten Texte dienen der zusätzlichen Erläuterung bzw. weisen – in Ergänzung mit einem „?“ - auf nicht eindeutig lesbare Wörter hin.
  
1948

Niederschrift
über die Monatsversammlung der Freiw. Feuerwehr Oerrel am Freitag, den 1.10.48 um 20.30 Uhr beim Kameraden Wiesehomeier, Bunker
Zu der auf Freitag, den 1.10.48 angesetzten Monatsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel im Bunker Wiesehomeier waren erschienen:
  
1 Pötter
5 Kniep
9 Juhnke
13 de la Porte
17 Völtz
  
2 Fetscher
6 Fischer
10 Lietz
14 Schöniger
18 Birr
  
3 Lange
7 Garz
11 Martin
15 Wisniewski, sen.

  
4 Blaß
8 Höpting
12 Nikolaus
16 Wisniewski, jun.

  
Als Gäste waren anwesend: Forstmeister v. Ulrici
Heinz Setters als Berichterstatter

Wehrführer Pötter eröffnet um 20.45 Uhr die Versammlung mit herzlicher Begrüßung der erschienen Kameraden und Gäste. Sodann gibt er die nachfolgende Tagesordnung bekannt:
Tagesordnung
  1. Verlesen der Niederschrift über die Gründungsversammlung der Freiw. Feuerwehr Oerrel am 17.9.48
  2. Bericht über Arbeit der Wehr
  3. Bekanntgabe verschiedener Mitteilungen
  4. Armbinden
  5. Verschiedenes

Zu1: Die Niederschrift über die am 17.9.48 stattgefundene Gründungsversammlung der Freiw. Feuerwehr Oerrel wird durch den Schriftwart verlesen. Einwendungen gegen Form und Inhalt des Protokolls werden nicht erhoben. Das Protokoll gilt damit als genehmigt.

Zu 2: Wehrführer Pötter vermerkt hierzu, daß es zuerst Aufgabe der Wehr ist, sich mit Arbeit zu beschäftigen, bevo9r sonstige große Punkte für die Tagesordnung vorgesehen werden können. In erster Linie muss das der Wehr zur Verfügung stehende Gerät so instandgesetzt werden, daß es für den Einsatzfall tatsächlich gebrauchsfähig ist. Er stellt in diesem Zusammenhang an den Kam. Fetscher die Anfrage, inwieweit er die zugesagte Arbeit an der TKS schon durchgeführt hat. Kam. Fetscher verneinte eine bisherige Arbeit aus beruflichen Gründen und sagte eine baldige Durchführung zu. Hinsichtlich der beschädigten Tragevorrichtung mußte festgestellt werden, daß das fehlende Stück bei der Bergungsges. (Bergungsgesellschaft) nicht mehr aufzufinden ist.

Die vorgesehene Teilnahme des Kam. Vandreike am Lehrgang in Celle fiel durch besondere Umstände ins Wasser. Wehrführer Pötter bedauert im Interesse des Aufbaus der Wehr die Nichtteilnahme.

Wehrführer Pötter kommt dann auf die Hilfeleistung der Wehr im Falle eines Brandes zu sprechen, insbesondere wenn eine Spritze nicht zur Verfügung steht. Er gibt dazu ein interessantes Beispiel über ein Feuer in Mecklenburg, wo durch eine Eimerkette dem Brand erfolgreich zu Leibe gegangen werden konnte. Er bespricht hierbei ähnliche Merkmale der Hilfeleistung in Ernstfällen, wie sie jederzeit an die Wehr herantreten können.

Zu 3: Wehrführer Pötter gibt dann einige Punkte aus den Mitteilungen des Kreisbrandmeisters Soltau vom 30.8.48 (?) zur Kenntnis, soweit sie für die Wehr insbesondere von Wichtigkeit sind.

Bezüglich der Bekleidung der Wehrangehörigen ist z. Zt. nichts zu veranlassen, da die Beschaffungskosten zu hoch sind und von den Männern nicht getragen werden können.

Die Dienstgrade in der Feuerwehr werden eingehend besprochen und erläutert. Hierbei wird noch einmal auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit zur Teilnahme an den vorgeschriebenen Kursen an der Feuerwehrschule hingewiesen. Insbesondere sind die Kurse wichtig für Ernennungen und Beförderungen in der Wehr.

Zu 4: Bezüglich der Ausstattung der Wehr mit Armbinden hat Brandmeister Heß bereits darauf hingewiesen, daß eine Beschaffung durch ihn nicht möglich ist. Auch dem Wehrführer ist es nicht gelingen, das Material für die Anfertigung der Binden zu beschaffen. Es liegt nun bei jedem Kameraden selbst, die Armbinde herzustellen, und zwar möglichst binnen kürzester Frist. Die Breite der Bunde wird mit 8 cm festgelegt (Ärmelweite 18 cm).

Zu 5: Bei diesem Punkt setzt eine rege Aussprache über alle die Ortsfeuerwehr interessierenden Fragen ein. Wehrführer Pöter kommt noch einmal auf das Gerätehaus zu sprechen. Insbesondere muß eine Ausbesserung des Daches erfolgen, wenn das Haus erhalten werden soll.

Hinsichtlich des Aufbaues der zur Verfügung stehenden Sirene bittet er noch einmal um geeignete Vorschläge, insbesondere wird hier die Stellungnahme der Forstverwaltung gewünscht, die in erster Linie auf eine gut funktionierende Alarmeinrichtung bedacht sein muß. Forstmeister v. Ulrici hält auch seinerseits die Anbringung der Sirene auf dem Feuerwehrturm für notwendig, um die Voraussetzung dafür zu schaffen, daß die im Wald arbeitenden Waldarbeiter die Sirene hören und wenn sie noch so weit entfernt arbeiten. Um eine Verteuerung zu vermeiden, wird der Aufbau etwa in halber Höhe des Feuerwehrturmes vorgeschlagen. Kamerad Blaß erhält den Auftrag, einen entsprechenden Vorschlag für den Aufbau vorzulegen. In unmittelbarer Nähe des Feuerturmes wird die Einrichtung eines besonderen Feuermelders für erforderlich gehalten. Hinsichtlich der Kostendeckung versichert Forstmeister v. Ulrici die tatkräftige Unterstützung der Forst.

Forstmeister v. Ulrici gibt noch bekannt, daß die Forst beabsichtigt, im kommenden Frühjahr ein eigenes Fahrzeug für die Waldbrandbekämpfung anzuschaffen. Dies Fahrzeug könnte auch der Wehr für alle sonstigen Einsatzfälle zur Verfügung gestellt werden, so daß damit eine weitere Ausbesserung in der Ausrüstung der Wehr erzielt würde. Außerdem stehen Spaten und Schaufeln bei der Forst in ausreichendem Maße zur Verfügung, die jederzeit ausgeliehen werden können.

Besonders im argen liegt es in Oerrel mit dem notwendigem Löschwasserstellen, so daß man nicht umher kommt, an die Errichtung einer Zisterne heranzugehen, obwohl erhebliche Kosten entstehen werden. Als geeigneter Platz werden die Eichen bei Gralher angesehen, da dieser Platz am besten u. zentral liegt. Die Errichtung der Zisterne soll durch besondere finanzielle Unterstützung der Forstverwaltung, die um eine entsprechende Beihilfe gebeten werden soll, durchgeführt werden. Wehrführer Pötter wird sich mit dem Projekt noch näher befassen und entsprechende Vorschläge noch machen. Es wird auch noch der Vorschlag gemacht, den Bunker der Magazinbaracke als Zisterne auszubauen, um die immer noch vorgesehene Sprengung zu verhindern.

Um auch bei zeitweiligem Fehlen von Löschwasserstellen die Einsatzfähigkeit zu gewährleisten, und zwar wenigstens am Ort, ist das Schlauchmaterial festzustellen, und danach die günstigste und kürzeste Strecke zur Oertze festzulegen.

Bezüglich der Beschaffung von Sprit für die TKS regt Kamerad Garz an, die Bergungsgesellschaft zur Herausgabe von Benzin zu veranlassen, die z. Zt., das in der TKS vorhandene Benzin auch verbraucht hat.

Kamerad Martin macht den Vorschlag, Theater-, Kino- u. sonstige Veranstaltungen in der Halle durch besondere Wachen zu sichern.

Für die Benachrichtigung der Wehrangehörigen in besonderen Fällen (Einladung zu Versammlungen usw.) regt Kamerad Garz noch an, den sogen. (sogenannten) Knüppel *) einzuführen, der die beste Garantie für eine glatte Benachrichtigung aller Männer bewirkt. Dieser Vorschlag wird allerseits besonders begrüßt.

Auf dem Dienstplan ist Dienst für Sonntag den 3.10. und Sonntag, den 17.10.48 vorgesehen. Der Dienstbeginn für Sonntag, den 3.10.48 wird für 9.30 Uhr vereinbart. Über den weiteren Dienst im Monat soll noch besondere Nachricht ergehen.

Anmerkung:
Das Protokoll endet an dieser Stelle, da die Seite voll war. Die Beendigung der Versammlung ist darauf nicht mehr enthalten. Ein weiteres Blatt liegt von diesem Protokoll nicht vor.


*) Was hat es mit dem Knüppel auf sich?
Bis  Anfang der fünfziger Jahre war es in vielen Heidedörfern (zum  Beispiel in Müden/Oertze) üblich, das offizielle Mitteilungen auf einem  Holzbrett befestigt wurden, das mittels einer Lederschnur an einem  achteckigen Stab (Knüppel) hing. Das Brett wurde dann von Haus zu Haus  weitergereicht. Diese Art der Benachrichtigung  innerhalb der Feuerwehr wurde bei der Versammlung am 1. Oktober 1948 zur  Verbreitung von Nachrichten eingeführt.

Wie das aussah, können wir anhand der heute noch vorliegenden Einladung vom 14.11.1948 zur nächsten Versammlung der Oerreler Wehr am 18.11.1948 sehen. Da der 14. November 1948 ein Sonntag war, an dem die Mitglieder vermutlich alle zu Hause waren, wurde die Einladung noch am gleichen Tag von allen zur Kenntnis genommen, was sie durch ihre Unterschrift bestätigt haben.

Und so sah das aus:
Nachfolgend das Protokoll der Versammlung zu der mittels „Knüppel“ eingeladen wurde.
  
Protokoll
Über die Monatsversammlung der Freiw. Feuerwehr Oerrel am Donnerstag, den 18.11.1948 um 20.00 Uhr im Bunker
Um 20.10 Uhr eröffnet Wehrführer Pötter die Monatsversammlung und begrüßt die nachstehend aufgeführten Kameraden:

  
Um 20.10 Uhr eröffnet Wehrführer Pötter die Monatsversammlung und begrüßt die nachstehend aufgeführten Kameraden:

  1. Heinrich Finke
  2. Emil Schöniger
  3. Albert Huy
  4. Walter Birr
  5. Fritz Garz
  6. Arnold Gade
  7. Wilh. Wiesehomeier
  8. Edmund Steinke
  9. Erich Nikolaus
  10. Helmut Draband
  11. Erich Felden
  12. Gerhard Vandreike
  13. Adolf Höpting
  14. Philipp Wimmelmann
  15. Johann Wisniewski
  16. Helmut Juhnke
  17. Heinz Wisniewski (Karl-Heinz)
  18. Georg de la Porte
  19. Helmut Hestermann
  20. Werner Völtz
Er gibt sodann die nachstehende Tagesordnung bekannt:

  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Niederschrift über die Mitgl.-Versammlung am 1.10.48
  3. Bekanntgabe der Eingänge
  4. Bericht über den Stand der Arbeiten
  5. Festlegung des Termins für das Gründungsfest der Wehr
  6. Verschiedenes

  
Zu 1) erledigt.
Zu 2) Die Niederschrift über die am 1.10.48 stattgefundene Monatsversammlung wird verlesen. Einwendungen gegen Form und Inhalt des Protokolls werden seitens der Versammlung nicht erhoben.
Zu 3) Wehrführer Pötter gibt sodann verschiedene Rundschreiben zur Kenntnis und erläutert die wichtigsten Punkte.
Zu 4) Über den Stand der Arbeiten macht der Wehrführer kurze Ausführungen.
Zu 5) Über die Festlegung des Termins für das vorgesehene Gründungsfest wird e3ingehend debattiert. Es wird der Beschluß gefaßt, das Gründungsfest auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, da verschiedene größere Vorbereitungen für ein solches Fest zu treffen sind. Um aber die Wehr in den Besitz von Geldmitteln zu bringen, die zur Bestreitung des notwendigen Bedarfs erforderlich sind, wird angeregt, am Sylvesterabend eine Tanzveranstaltung aufzuziehen. Die Versammlung heißt diesen Vorschlag gut und wählt gleichzeitig einen Vergnügungsausschuß aus folgenden Kameraden:

  1. Fritz Garz
  2. Bruno Blaß
  3. Erich Felden
  4. Helmut Draband
  5. Adolf Höpting
  6. Erich Lange
Der Ausschuß wird alsbald zusammentreten, um die erforderlichen Vorarbeiten zu leisten.

Zu 6) Sind keine besonderen Punkte zu besprechen
Um 22 Uhr schließt Wehrführer Pötter die Versammlung mit Dank an die Kameraden.

Pötter, Wehrführer

Die nächste Versammlung, zu der wieder mittels „Knüppel“ eingeladen wurde, fand am 13.12.1948 statt. Das Protokoll dieser Versammlung wurde vom Schriftwart am 18.1.1949 verfasst und hat folgenden Wortlaut:

Freiwillige Feuerwehr Oerrel, den 18/1.49
Oerrel

Niederschrift
Über die Monatsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel am 13.12.48 im Bunker.

Zu der auf heute 20.00 Uhr einberufenen Monatsversammlung der Freiw. Feuerwehr Oerrel waren die nachstehend aufgeführten Kameraden erschienen:
1.)  Schöniger
2) Blaß
3) Vandreike
4) Joh. Wisniewski
5) K.H. Wisniewski
6) Garz
7) Fetscher
8) Schultz
9) Völtz
10) Fischer
11) Huy
12) Höpting
13) Felden
14) Lange
15) Pötter
16) de la Porte
17) Juhnke
18) Hestermann
19) Bär
20) Wiesehomeier
21) Finke
Wehrführer Pötter eröffnet um 20.10 Uhr die Versammlung und gibt nachstehende Tagesordnung bekannt:

  1. Niederschrift über die letzte Monatsversammlung
  2. Bekanntgaben
  3. Festlegung des weiteren Dienstes
  4. Sylvestervergnügen
  5. Verschiedenes

Zu Punkt 1: Die Niederschrift über die letzte Monatsversammlung wird durch den Schriftwart verlesen. Einwendungen gegen Form u. Inhalt der Niederschrift werden seitens der Kameraden nicht erhoben.

Zu Punkt 2: Wehrführer Pötter gibt aus den Rundschreiben des Kreisfeuerwehrführers die wichtigsten Punkte bekannt. Fast in jedem Rundschreiben wird auf die Entsendung von Teilnehmern zu Lehrgängen der Feuerwehrschule hingewiesen. Da die festgelegten Termine inzwischen aber verstrichen sind, soll Meldung von Teilnehmern zu späteren Lehrgängen stattfinden.

Hinsichtlich der Versicherung der Männer wird beschlossen, die Versicherung bei der Allgemeinen Brandkasse vorzunehmen.

Zu Punkt 3: Weiterer Dienst wird für kommenden Sonntag, 19.12.48 8.00 Uhr, angesetzt. Mit Rücksicht auf das Sylvestervergnügen muß nach dem Übungsdienst noch Arbeitsdienst verrichtet werden. Zum Schneiden u. Zerkleinern von Holz für die Beheizung der Festhalle erklären sich die Kameraden Felden, Fischer, Finke, Hestermann, Juhnke, Schultz, Völtz, Blaß, Vandreike, Huy und Bär bereit.
Für den Übungsdienst ist die Probe der Spritze vorgesehen, die nun wiederhergestellt ist. Noch vorhandene kleinere Mängel können leicht beseitigt werden.

Zu Punkt 4: Hier berichtet Kamerad Garz über die Vorarbeiten für das von der Wehr zu veranstaltende Sylvestervergnügen. Es sind noch erhebliche Arbeiten insbesondere für die Ausschmückung zu leisten, da die Halle so hergerichtet werden soll, daß jeder Freude findet. Musik wird durch die Kapelle „Atlantik“ gestellt. Zusage ist erteilt. Erhebliche Schwierigkeiten sind noch zu überwinden bezüglich der Beschaffung und Herbeischaffung der erforderlichen Tische und Bänke für die Halle. Die Kasse soll bis nachts 1 Uhr offen gehalten werden, da damit zu rechnen ist, daß auch nach 24.00 Uhr noch Gäste kommen werden. Die Kasse wird von den Kameraden Pötter, Lange, Huy, Schöniger, Wisniewski u. Völz übernommen. Die zu dritt je 3 Stunden stehen werden.

Zu Punkt 5: Hier sind keine besonderen Punkte mehr zu besprechen.

Um 22.00 Uhr schließt Wehrführer Pötter die Versammlung.

Lange, Schriftwart Wehrführer Pötter

1949

Der „Knüppel“ hat sich nicht bewährt und wurde wieder abgeschafft. Das geht aus dem am 4.2.1949 geschriebenen Protokoll der ersten Versammlung im Jahre 1949 hervor, die am 28.01.1949 stattfand. Es hat folgenden Wortlaut:

Oerrel, den 4. Februar 1949

Niederschrift
über die Monatsversammlung der Freiwilligen
Feuerwehr Oerrel am 28. Januar 1949

Zu der auf heute 20.00 Uhr einberufenen Monatsversammlung waren die Kameraden Wimmelmann, Ristok, Juhnke, de la Porte, Wisniewski, Gade, Draband, Schöniger, Garz, Seiffert, Hestermann, Finke, Fischer, Huy, Fetscher, Steinke, Bär, Nikolaus, Riedel, Pötter, Lange, Wisehomeier, Höpting, Blaß und Schulz erschienen.

Um 20.30 Uhr eröffnet Wehrführer Pötter die Versammlung mit Begrüßung der zahlreich erschienenen Kameraden. Nachstehende Tagesordnung für die heutige Versammlung wird bekannt gegeben:

  1. Begrüßung der Kameraden
  2. Verlesen der Niederschrift über die Monatsversammlung vom 13.12.48
2a) Mitgliederbewegung
  1. Abschlußbericht über das Sylverstervergnügen
  2. Festsetzung des Termins für die Übungstage im Januar 1949
  3. Bekanntgabe der Eingänge
  4. Beschlußfassung über Umgruppierung des Mitgliederbestandes (aktiv und passiv)
  5. Anfragen und Verschiedenes

Zu 1: bereits erledigt.

Zu 2: Die Niederschrift über die Monatsversammlung vom 13.12.48 wird verlesen. Einwendungen gegen die Niederschrift werden nicht erhoben.

Zu 2a): Lothar Seiffert und Jürgen Seidel, beide aus Oerrel, haben ihren Beitritt zur Wehr erklärt. Der Wehrführer freut sich über diesen Beitritt, gerade aus den Kreis der jüngeren Menschen, und begrüßt die beiden Kameraden durch Handschlag auf das herzlichste.

Zu 3) Wehrführer Pötter und Kamerad Garz geben einen eingehenden Bericht über das von der Wehr veranstaltete Sylvestervergnügen. Nach ihren durch Rechnungen einwandfrei belegten Bericht ist ein Überschuß von 296,00 DM verblieben, der nunmehr für Zwecke der Wehr zur Verfügung steht. Der Wehrführer teilt noch mit, daß auf der letzten Feuerwehrtagung auf die Beschaffung der Ausrüstung für die Männer besonders hingewiesen wurde. Es ist nicht angängig, daß die Männer neben ihrer Zeit auch noch das Geld von zuhause mitbringen. Zuerst sollen aus dem Überschuß einige Rechnungen bezahlt und 1 Satz Schlüssel gekauft werden. Gegen den Abschlußbericht werden keine Einwendungen erhoben.

Zu 4): Als 2. Übungstag im Januar wird Sonntag, der 30.1.49 (9-11 Uhr) festgesetzt.

Zu 5): Der Wehrführer gibt das Schreiben des Hauptbrandmeisters Heß betr. Dienstpläne, Berichte usw. bekannt. Damit keine Verzögerungen oder Schwierigkeiten eintreten sind Dienstpläne u. Monatsberichte spätestens bis zum 12. j. Mts. Einzusenden. Die Monatsversammlungen sollen aus diesem Grunde immer zu Beginn eines Monats abgehalten werden.

Bezüglich der Benachrichtigung bezw. Einladung der Wehrangehörigen zu Übungsdiensten oder Versammlungen stellt Wehrführer Pötter die Anfrage, wie diese künftig erfolgen soll. Von den Kameraden wird allgemein zum Ausdruck gebracht, daß Bekanntmachung durch Anschlag an einer am Haus Quittmeyer/Paul *) anzubringenden Tafel vollauf genügt. Der Wehrführer sagt zu, sich für die Beschaffung der Tafel einzusetzen.

*) = Anmerkung des Verfassers: Gemeint ist das Fachwerkhaus in der heutigen Kohlenbissener Straße Nr. 10, in dem 1949 die Witwe Emma Quietmeyer (der Name ist im Protokoll vom Schriftwart falsch geschrieben worden)  und Julius Paul mit seiner Frau wohnten. Dieser Beschluss der Wehrmitglieder zeigt, dass sich der „Knüppel“ als Benachrichtigung nicht bewährt hat.

Anschließend gibt der Wehrführer das Rundschreiben über Lehrgänge an der Feuerwehrschule bekannt und teilt gleichzeitig mit, daß für die Lehrgänge im Februar gemeldet sind:
  1. Gerhard Vandreike – Maschinistenlehrgang
  2. Helmut Hestermann – Grundlehrgang
Auf Anfrage melden sich für die Lehrgänge im März:
  1. Arthur Ristok für Maschinistenlehrgang
  2. Arnold Gade für Grundlehrgang
Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß Unkosten durch die Teilnahme an Lehrgängen den Kameraden nicht entstehen.

Zu 6): Der Wehrführer teilt mit, daß es erforderlich erscheint eine Umgruppierung zu aktiver u. passiver Mitgliedschaft der Wehr vorzunehmen, und zwar aus verschiedenen Gründen. Die Versammlung stimmt diesem Vorschlag zu und legt folgende Gruppierung der Wehrangehörigen fest:
  1. Aktive Mitglieder
  1. Heinrich Finke
  1. Albert Huy
  1. Paul Lietz
  1. Walter Birr
  1. Emil Fetscher
  1. Fritz Garz
  1. Arthur Ristok
  1. Edmund Steinke
  1. Erich Nikolaus
  1. Erich Lange
  1. Erich Pötter
  1. Johannes Fischer
  1. Helmut Draband
  1. Reinhard Bär
  1. Erich Felden
  1. Gerhard Vandreike
  1. Fritz Brauner
  1. Adolf Höpting
  1. Werner Helms
  1. Fritz Liedtke
  1. Werner Völtz
  1. Helmut Juhnke
  1. Karl-Heinz Wisniewski
  1. Arnold Gade
  1. Georg de la Porte
  1. Fritz Mey
  1. Helmut Hestermann
  1. Johann Schulz
  1. Jürgen Seidel
  1. Lothar Seiffert
  1. Helmut König
  1. Passive Mitglieder
  1. Adolf Martin
  1. Adolf Kniep
  1. Emil Schöniger
  1. Bruno Blaß
  1. Paul Jurek
  1. August Gralher
  1. Herbert Felder
  1. Philipp Wimmelmann
  1. Wilhelm Wiesehomeier
  1. Johann Wisniewski
  1. Ernst Schröder
  1. Richard Pohl
Bürgermeister Wilh. Schierwagen
Forstmann Erich von Buch
Adam Löwenberg
Max Reinke
Zu 7): Der Wehrführer gibt bekannt, daß die Spritze nunmehr fertiggestellt und einsatzfähig ist. Die erste Wasserprobe soll beim kommenden Dienst gemacht werden. Stück für Stück muß nunmehr weitere Arbeit geleistet werden. Nächstes Ziel muß der Aufbau der Sirene sein, da die Gefahrenszeiten kurz vor der Türe stehen. Danach muß an den Aufbau von Löschwasserstellen herangegangen werden, da einige Baracken nicht erreicht werden können. Obwohl hier erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden sind, kann von einem Aufbau nicht abgegangen werden. Erneut wird der Vorschlag gemacht, den früheren Telefonbunker an der Magazinbaracke *) auszubauen. Hingewiesen wird ferner auf den an der Kunststraße (?) nach Kohlenbissen liegenden großen Kessel. Kamerad Garz wird gebeten, sich den Kessel einmal anzusehen und gelegentlich zu berichten. In regem Gedankenaustausch werden alsdann noch verschiedene Fragen besprochen.

Um 22.30 Uhr schließt Wehrführer Pötter die Versammlung.

Lange, Schriftwart Pötter, Wehrführer

*) Anmerkung des Verfassers: Die Magazinbaracke steht heute noch rechts neben der ehemaligen Waldklinik und wird zu Wohnzwecken genutzt. Der Telefon- bzw. Fernmeldebunker war ein unterirdischer Bunker, dessen Eingang sich auf der rechten Seite der Zufahrt zur Magazinbaracke befand. Der eigentliche Bunker lag unter dem mit Buchen bewachsenen Grundstück zwischen Waldklinik und der heutigen Straße Unter den Buchen.


Die nächste Monatsversammlung fand nur wenige Tage später am 9. Februar 1949 statt, in deren Verlauf das erste Kommando – damals Arbeitsausschuss genannt – gebildet und der erste Kassenwart berufen wurde. Außerdem ging es um den Aufbau der Sirene. Der Schriftwart hatte sich mit dem Schreiben des Protokolls bis zum 18.03.1949 Zeit gelassen. Dann musste er es unbedingt schreiben, da an dem Tag schon die nächste Versammlung angesetzt war, wie aus dem Protokoll danach ersichtlich ist. Das vom Schriftwart am 18.3.1949 verfasste Protokoll hat folgenden Wortlaut:

Oerrel, den 18. März 1949

Niederschrift
über die Monatsversammlung der Freiw.
Feuerwehr Oerrel vom 9.2.49

Zu der auf den 9.2.49, 20.00 Uhr einberufenen Monatsversammlung waren insgesamt 20 Kameraden erschienen. Besonders eingeladen und zur Versammlung erschienen waren Bürgermeister Schierwagen und Forstmeister von Buch.

Tagesordnung:
  1. Eröffnung der Versammlung u. Begrüßung der Kameraden und Gäste
  2. Genehmigung der Niederschrift über die Versammlung vom 28.1.49
  3. Bekanntgaben
  4. Arbeitsplan
  5. Festsetzung des Dienstes für den Monat Februar 1949
  6. Werbung und Verschiedenes

Zu Punkt 1:
Wehrführer Pötter eröffnet um 20.15 Uhr die Versammlung mit herzlicher Begrüßung der Kameraden und Gäste.

Zu Punkt 2:
Die Niederschrift über die Monatsversammlung vom 28.1.40 wird verlesen. Einwendungen gegen Form und Inhalt des Protokolls werden nicht erhoben.

Zu Punkt 3:
Kamerad Pötter verliest das Schreiben der Kreisverwaltung Soltau betr. Einsetzung seiner Person als 1sten Wehrführer der Freiw. Feuerwehr Oerrel.

Bezüglich der Meldung von Teilnehmern zu Lehrgängen an der Feuerwehrschule Celle teilt Wehrf. Pötter mit, daß diese über den Brandmeister in Munster nach Soltau und von da an die Schule gehen. Da z. Zt. eine Überfüllung eingetreten ist, wird mit Einberufung von Teilnehmern der Oerreler Wehr erst im März oder April zu rechnen sein.

Er gibt ferner bekannt, daß für das Gerät bereits 1 Stz. Schlüssel für 14,-- DM gekauft worden ist. Die Probe der Pumpe hat stattgefunden. Es hat geklappt, so daß diese nunmehr tatsächlich einsatzfähig ist.

Zu Punkt 4:
Hier wird insbesondere beraten über die Schaffung neuer Löschwasser-Entnahmestellen, aus welchem Grunde auch die Vertreter von Gemeinde und Forst um die Teilnahme an der Versammlung gebeten wurden. Es wird erneut festgestellt, daß die gesprengte Zisterne am Flakturm *) am meisten fehlt. Bürgermeister Schierwagen erklärt, daß er mit Major Gubbard (Anmerkung: der für Oerrel zuständige Offizier der britischen Besatzungsmacht) bezüglich des Wiederaufbaus der Zisterne bereits Rücksprache genommen habe. Leider habe er eine Entscheidung bisher nicht erhalten. Um die Fortführung der Verhandlung wird er sich jederzeit bemühen.

*) Anmerkung des Verfassers: Der Flakturm stand dort, wo heute das Feuerwehrhaus steht. Die Zisterne, die später tatsächlich wiederhergestellt wurde, befindet sich heute noch unter dem erhöhten Zugang zum Eingang des Feuerwehrhauses. In dem Protokoll heißt es nachfolgend mal Flakturm und mal Feuerturm. Es handelt sich aber immer um den gleichen Turm, wie aus einem späteren Protokoll ersichtlich wird.

Wehrführer Pötter macht auch noch den Vorschlag, im Dorf, und zwar unter den Eichen, eine Wasserstelle zu errichten. Forstmeister von Buch wird gebeten, mit den zuständ. Forststellen wegen finanzieller Beihilfe zu dem Aufbau der Wasserstellen in Verbindung zu treten. Forstmeister von Buch erklärt, daß er entsprechende Anträge stellen wird, wenn der Nachweis des Interesses für die Forst gelingt. Dies ist ohne Zweifel der Fall.

Bürgerm. Schierwagen erklärt sich außerdem bereit, mit der Landschaftlichen Brandkasse Fühlung zu nehmen, um eventl. einen Zuschuß zu erhalten.

Im Anschluß daran nahm wieder Wehrführer Pötter das Wort bezüglich Errichtung der Alarmvorrichtung. Er erklärt, daß die Forst mit dem Aufbau der Sirene auf dem Feuerturm grundsätzlich einverstanden sei. Für den Aufbau eines Podestes (Wort wurde im Protokoll durchgestrichen) Brettergestells auf dem 2. Podest des Turmes ist mit etwa 1 fm Holz (Eiche) erforderlich. Kamerad Wimmelmann macht noch den Vorschlag, den Holzbedarf genau festzustellen und diese Masse dem Forstamt mitzuteilen. Die Kosten für den Aufbau der Anlage betragen nach dem Anschlag (Kostenvoranschlag) des Kameraden Blaß 150,-- DM. Auch hier muß es in erster Linie das Interesse der Forst sein, finanziell beizusteuern. Für die Bedienung der Alarmvorrichtung wird vorgeschlagen, am Flakturm einen Kasten mit Druckknopf herzurichten, wie dies schon früher der Fall war. Wehrführer Pötter betont noch, daß der Feuerturm eine gute Gelegenheit zum Trocknen der Schläuche biete, wogegen seitens der Forst keine Einwendungen erhoben werden. Kamerad Finke macht der Forst noch den Vorschlag, um den Flakturm einen anständigen Zaun mit Pforte herzurichten.

Zu Punkt 5:
Als Dienst im Februar 1949 werden festgelegt:
  1. Sonntag, 13.2.49 Arbeitsdienst
  2. Sonntag, 27.2.49 Übungsdienst

Zu Punkt 6:
Kamerad Wimmelmann äußert den Wunsch möglichst noch passive Mitglieder für die Wehr zu werben, die die finanzielle Seite stärken sollen. +)
Über die Art der Werbung werden mehrfach Anregungen gegeben. Gleichzeitig wird über die Festlegung des Mitgliedsbeitrages für passive Mitglieder rege debattiert. Zum Schluß wird beschlossen, einen Monatsbeitrag von 0,50 DM pro Mitglied zu erheben. Als Kassierer der Wehr werden die Kameraden Finke, Bär u. Höpting seitens der Versammlung in Vorschlag gebracht. Kamerad Schöniger erbietet sich freiwillig zur Übernahme des Kassiererpostens, womit die Versammlung einverstanden ist.

Zur Erledigung dringlicher Arbeiten / Fassung eiliger Beschlüsse wird ein Arbeitsausschuß gebildet, der aus folgenden Kameraden bestehen soll:
Ehrenführer der Wehr: Bürgerm. Schierwagen
Wehrführer: Kamerad Pötter
Stellvertr. des Wehrführers: Kamerad Fetscher
Schriftwart: Kamerad Lange
Sonstige Mitglieder Kamerad Garz
Kamerad Wimmelmann
Kassenwart: Kamerad Schöniger

+) Gelegentlich der Aussprache über die Werbung erklären Bürgermeister Schierwagen u. Forstmeister von Buch ihren Beitritt zur Wehr als passive Mitglieder. Wehrführer Pötter dankt für diese Entschließung u. heißt beide Herren herzlich willkommen.

Um 21.50 Uhr wird die Versammlung mit Dank an die Kameraden für die rege Anteilnahme durch den Wehrführer geschlossen.

Lange, Schriftwart Pötter, Wehrführer


Die nächste Monatsversammlung fand am 18. März 1949 statt, der Tag, an dem das vorangegangene Protokoll geschrieben wurde. Vielleicht hat sich der Schriftwart deswegen auch mit dem Schreiben dieses Protokolls wieder viel Zeit – nämlich bis zum 10. Juni 1949 - gelassen. Auf jeden Fall kam er nach diesem langen Zeitraum anscheinend mit den Daten der Protokolle durcheinander, denn laut Tagesordnung sollte das Protokoll der Versammlung genehmigt werden, die gerade stattfand. Daher muss es unter TOP 2 eigentlich „… über die Versammlung am 9.2.49“ heißen, deren Protokoll er am 18.3.49 geschrieben hat.

Niederschrift
über die Monatsversammlung
der Freiw. Feuerwehr vom 18.3.49

Zu der auf den 18.3.49 einberufenen Monatsversammlung der Freiw. Feuerwehr Oerrel waren insgesamt 15 Kameraden erschienen.

Tagesordnung:
  1. Eröffnung der Versammlung
  2. Genehmigung der Niederschrift über die Versammlung am 18.3.49 (siehe Anmerkungen in der Einleitung zu diesem Protokoll)
  3. Mitgliederbewegung
  4. Bekanntgaben
  5. Verschiedenes

Zu Punkt 1:
Um 20.15 Uhr wird die Versammlung durch Wehrführer Pötter eröffnet, der die Kameraden auf das herzlichste begrüßt.

Zu Punkt 2:
Die Niederschrift über die Monatsversammlung am 18.3.49 (Anmerkung: gleicher Fehler wie in der Tagesordnung.) wird verlesen und von den Kameraden genehmigt.

Zu Punkt 3:
Als aktives Mitglied hat sich Helmut König zur Aufnahme in die Wehr gemeldet. Wehrf. Pötter begrüßt König als neues Mitglied. Er teilt gleichzeitig mit, daß König für einen der nächsten Lehrgänge nach Celle gemeldet werden soll.

Die Wehr zählt jetzt 31 aktive Mitglieder.

Zu Punkt 4:
Wehrführer Pötter gibt bekannt, daß der Kamerad Ristok für einen Maschinistenlehrgang in Celle in der Zeit vom 11.-14.4.49 gemeldet wurde.

Aus den Rundschreiben des Kreisbrandmeisters vom 16.3.49, 14.4. und 27.4.49 werden die wichtigsten Punkte vorgelesen und gleichzeitig erörtert.

Es wird bekannt gegeben, daß für den Ausbau einer Zisterne Kostenanschläge durch Ing. Hechinger und eine Firma aus Munster angefertigt worden sind. Die Anschläge sind den zust. Stellen inzwischen weitergeleitet.

Forstmeister v. Buch ist dem Wunsch der Wehr auf Einbau einer Pforte in die Einzäunung des Feuerturms (Flakturms) bereits nachgekommen.

Zu Punkt 5:
Der Wehrführer teilt mit, daß die Bretterzunft*) an die Wehr wegen Zahlung eines einmaligen Zuschusses zur Herrichtung der Bühne in der Gemeinschaftshalle herangetreten ist. Bretterzunft hat sich demgegenüber bereit erklärt, für die Wehr gelegentlich 1 Stück kostenlos aufzuführen. Es wird darauf beschlossen, 10,-- DM als Beihilfe zu bewilligen. Durch Sammlung unter den Kameraden kam der Betrag von 6,55 DM auf, so daß aus der Kasse der Wehr nur noch 3,45 DM zu zahlen sind.

Im Anschluß an den offiz. Teil hält Wehrf. Pötter für die Kameraden noch Schulungsunterricht ab.

Lange, Schriftwart Pötter, Wehrführer

*) Anmerkung des Verfasser: Mit „Bretterzunft“ ist anscheinend eine Theatergruppe oder ein Veranstalter gemeint, die/der auf der Bühne in der Gemeinschaftshalle (heute Turnhalle) Theateraufführungen veranstaltete und durch die/den die Bühne erneuert worden ist.


Die nächste Monatsversammlung der Wehr fand im September des Jahres 1949 statt. Aber über diese Versammlung gibt es kein Protokoll, da der Schriftführer keins geschrieben hat. Das geht aus dem TOP 2 des Protokolls der darauffolgenden Monatsversammlung vom 12. November 1949 hervor. Somit wissen wir nicht, was alles im September besprochen und beschlossen wurde. Wir können aber darauf schließen, dass dort aber beschlossen wurde, ein Jahresfest aus Anlass der Gründung vor einem Jahr, zu feiern.

Das Protokoll von der Novembersitzung hat folgenden Wortlaut:

Niederschrift
über die Monatsversammlung der Freiw.
Feuerwehr Oerrel am 12.11.49 im Bunker

Zu der auf den 12.11.49 einberufenen Monatsversammlung waren 12 Kameraden erschienen, die vom Wehrführer auf das herzlichste begrüßt wurden.

Tagesordnung:
  1. Niederschrift über die letzte Monatsversammlung
  2. Bekanntgaben
  3. Bericht über das Jahresfest
  4. Bericht über Einsatz bei Waldbränden
  5. Beschlußfassung über Sylvestervergnügen

Zu Punkt 1:
Über die Versammlung im September war ein Protokoll nicht angefertigt.

Zu Punkt 2:
Der Wehrführer gibt verschiedene Rundschreiben bekannt. Besonders interessiert hier, daß inzwischen auch die Versicherung der Geräte usw. durch die Gemeinde übernommen wurde. Die „Gema“ hat die Gebühr für das Sylvestervergnügen 1948 auf Antrag auf den Mindestsatz von 24,-- DM festgesetzt. Ein völliger Erlaß wurde abgelehnt. Weiter interessiert, daß Rd.-Schreiben über den Einsatz der Freiw. Feuerwehren. Entstehende Lohnausfälle sollen den Gemeinden zur Last fallen. Die Zusatzversicherung der Männer ist inzwischen abgeschlossen.

Zu Punkt 3:
Wehrführer Pötter gibt hier einen ausführlichen Bericht über das Jahresfest der Wehr im September d. Jh. Trotz der erheblichen Unkosten konnte ein Reinüberschuß von 161,-- DM erzielt werden. Dieser Betrag ist inzwischen zum Teil für den Ankauf von Schläuchen, Kuppeln, Gewindefas. (sung) ausgegeben worden.

Bei diesem Punkt wird allgemein zum Ausdruck gebracht, daß seitens der Gemeinde bisher wenig für die notwendige Ausrüstung der Wehr getan hat und die bisherigen Anschaffungen allein aus den Mitteln der Wehr bestritten werden mußten.

Anmerkung des Verfassers: Im Protokoll fehlt der in der Tagesordnung angekündigte TOP 4. Vermutlich war es ein allgemeiner Bericht zum Thema „Einsatz bei Waldbränden“, der keinen Bezug zu örtlichen Waldbrandeinsätzen hatte und daher im Protokoll nicht festgehalten wurde.

Zu Punkt 5:
Die Mehrheit der Kameraden bringt zum Ausdruck, daß an dem Vorhaben, ein Sylvestervergnügen abzuhalten, festgehalten werden soll. Hinsichtlich der Musik wird empfohlen, eine auswärtige Kapelle zu engagieren, da die Kapelle Kunkel bei den letzten Veranstaltungen keine besonderen Leistungen gezeigt hat. Insbesondere (…) (Text fehlt hier, da Zustand der Seite an dieser Stelle gelitten hat) … die Kapelle Schleweiß – Faßberg für das Fest zu gewinnen. Für den Fall, daß die Preise bei einer geschlossenen Veranstaltung erheblich niedriger sind, soll die Veranstaltung als solche durchgeführt werden. Die Ausgestaltung soll noch in der nächsten Versammlung besprochen werden.

Nach weiterer Aussprache schließt Wehrführer Pötter um 21.45 Uhr mit Dank an die Kameraden für ihr Interesse die Versammlung.

Der Schriftwart: Lange Der Wehrführer: (Unterschrift fehlt)


Die letzte Monatsversammlung des Jahres 1949 fand am 18. Dezember im Bunker Wiesehomeier statt und wurde mit folgendem Protokoll festgehalten:

Niederschrift
über die Monatsversammlung der Freiw. Feuerwehr Oerrel
am 18.12.49 im Bunker

Die auf den 18.12. einberufene Versammlung der Freiw. Feuerwehr wird um 20.15 Uhr durch den Wehrführer eröffnet, der die erschienenen Kameraden herzlichst begrüßt. Der Versammlung liegt folgende Tagesordnung zugrunde:

  1. Verlesen der Niederschrift über die Versammlung am 12.11.49
  2. Bekanntgabe der Eingänge
  3. Sylvestervergnügen
  4. Verschiedenes

Zu 1) Das Protokoll über die Versammlung am 12.11.49 wird verlesen. Einwendungen werden nicht erhoben.

Zu 2): Wehrführer Pötter gibt die inzwischen eingegangenen Schreiben bekannt. Besonders hervorzuheben ist hier die Mitteilung über die Festlegung der Lehrgangszeiten an der Feuerwehrschule Celle für die Monate Januar/März 1950. Eine Teilnahme von Kameraden der Wehr Oerrel wird nicht möglich sein, da die Kosten von den Teilnehmern getragen werden müssen. Von dem Angebot über Feuerwehrkalender ist Gebrauch gemacht worden; es sind 3 Stück bestellt worden, die an die Kameraden ausgegeben werden. Gleichzeitig wird noch mitgeteilt, daß die Versicherung der Wehrangehörigen durch die Gemeinde übernommen wurde.

Zu 3): Es wird allgemein zum Ausdruck gebracht, daß an der Durchführung des Sylvestervergnügens festgehalten werden soll. Mit den Vorarbeiten, insbesondere der Werbung soll so rechtzeitig begonnen werden, daß Weihnachten die Plakate aushängen. Die Verhandlungen mit der Kapelle Schleweiß-Faßberg sind leider gescheitert. Es ist aber gelungen, die Kapelle Kunkel für den 31.12. fest zu machen, so daß die Musikfrage klargekommen ist, auch konnte ein einigermaßen tragbarer Preis erzielt werden. Von besonderen Einlagen usw. soll abgesehen werden, um größere Ausgaben, die evtl. nicht gedeckt werden könnten, zu sparen. Die nächsten Wehren sollen ebenfalls eingeladen werden. Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß Herr Tillot seine Schießbude aufstellt. An Standgeld sollen 20 % der Einnahme, mindestens aber 20,-- DM von Herrn Tillot gezahlt werden. Der Eintrittspreis für die Veranstaltung soll 1,50 DM für Herren, 1,-- DM für Damen u. Arbeitslose betragen.

Zu 4): Wehrführer Pötter streift in kurze Worten noch die bisherige Arbeit der Wehr. Er kündigt an, daß ab Januar 1950 neben den gewöhnlichen Übungsabenden am Gerät auch theoret. Unterrichtsabende abgehalten werden. Eine Umfrage bei den Anwesenden, wie es sich mit dem Einbau eines Knauftores in das Gerätehaus verhalten soll, wird dahin beantwortet, daß darauf verzichtet werden kann. Ein Abbruch des rückseitig angebauten Schuppens soll insbesondere nicht gefordert werden. Versucht soll werden, die Kosten für Bekleidung der Wehrangehörigen zu Lasten der Gemeinde zu bringen, da die Mittel der Wehr nahezu erschöpft sind.

Um 21.50 Uhr schließt Wehrf. Pötter die Versammlung in der Hoffnung auf erfolgreiche Arbeit auch im Jahr 1950.

Wehrführer, Pötter Lange, Schriftwart


Damit enden die Protokolle aus den Jahren 1948 und 1949, den beiden Aufbaujahren der Freiwilligen Feuerwehr Oerrel. Deutlich wird, dass in den Anfangsjahren viele Kosten von der Wehr oder sogar von den Mitgliedern selbst getragen wurden, damit es mit der jungen Wehr voran ging. Bei aller Aufbauarbeit kam aber auch in diesen Jahren das Vergnügen nicht zu kurz. Von Anfang an leistete die Freiwillige Feuerwehr für Oerrel ihren Beitrag für die Dorfgemeinschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

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