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Unser Oerrel in alten Landkarten

Unser Dorf zog sich über Jahrhunderte bis in Ende der 1930er Jahre nur im großen Bogen zwischen der Kleinen Oertze im Forstweg bis zur Kohlenbissener Straße gegenüber dem Jugendwaldheim. Die fünf Höfe des Dorfes wurden innerhalb eines Halbkreises um die Wiesen, die die Bauern entlang dem Ufer der Kleinen Oertze bewirtschafteten, auf festen Untergrund errichtet. Wie zu Beginn des 1. Rundgangs erwähnt, wissen wir aus den Urkunden von 1309 und 1347, das unser Dorf damals Orle genannt wurde.  

Doch wann wurde aus Orle Oerrel?

Der Name Orle bestand viel länger, als man heute vielleicht denken mag. Rechnen man nur die Zeit von der ersten Erwähnung 1308/09 – und davor gab es den Ort ja schon – dann kommt man  heute auf ungefähr 440 Jahre. Während es erst rund 250 Jahre sind, in denen es den Namen Oerrel trägt. Die Änderung des Namens vollzog sich zwischen 1750 und 1780. Dies geht eindeutig aus historische Landkarten hervor, in denen unser Dorf zu finden ist. Zu dieser Zeit entstand die Kurhannoversche Landesaufnahme, die erste amtliche Vermessung des Landes, die zur Namensänderung der Ortschaften beigetragen haben könnte.  

Damals änderten sich viele Ortsnamen, auch die von Oerrel bei Gifhorn und Oerel in bei Bremervörde, wobei das letztere schon immer etwas anders geschrieben wurde. Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich der Name bei unserem Oerrel und das im Landkreis Gifhorn von Orla (= kleiner Fluss) ableitet – heute die Kleine Oertze und der Oerrelbach. Dagegen wurde Oerel bei Bremervörde schon viel früher unter dem Namen „Urhala“ erwähnt. Wir vergleichen mal die Schreibweise der drei Orte:
Zeitraum (in etwa)
Oerrel / Munster
Oerrel / bei Gifhorn
Oerel / Bremervörde
Bis 1750
Orle
Orle
Ohrle
Zwi. 1750 und 1780
Orle / Öhrle / Oerrel
Orle / Örrel
Ohrle / Öhrel  
Im Ämteratlas 1590 *)
Örle
Öerle
Nicht enthalten
Ab 1780
Oerrel
Oerrel
Oehrel
Ab etwa 1860

Oerel
*) Die Schreibweisen Örle bzw. Öerle sind bereits im Ämteratlas von Johannes Mellinger, aus dem Jahr 1590, zu finden. Auf diesen Ämteratlas gehen wir später noch näher ein.

Zunächst schauen wir uns die anderen alten Landkarten näher ans. Dabei ist zu bedenken, dass es sich bei diesen frühen Darstellungen noch um keine exakt vermessenen Landkarten handelt. Die Orte wurden dort eingezeichnet, wo man glaubte, dass sie liegen. So kommt es, dass manchmal nicht weit voneinander entfernte Orte mit einem großen Abstand eingezeichnet sind. Manchmal haben sie einen größeren Abstand zu einem Fluss, an dem sie eigentlich (heute) liegen.   

Manchmal verlaufen die Bäche und Flüsse in den Karten völlig anders, als wir es gewohnt sind. Außerdem wurden nur selten die Namen der Flüsse hinzugefügt. Schon gar nicht bei den kleineren Bächen. Daher finden wir in den ältesten Karten zwar den Ortsnamen „Orle“, aber nicht den Bach/Fluss „Orla“. In späteren Karten finden wir dann schon eher mal die „Kleine Oertze“, die Übrigens auf allen Karten mit dem im 1. Rundgang beschriebenen ursprünglichen Bachverlauf eingezeichnet ist.

Nur im Blatt 84 – Munster – der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1775 findet sich der Begriff „Orle“ als Hinweis auf die Kleine Oertze, obwohl diese in der Karte schon mit diesem Namen verzeichnet ist.  Im Blatt 84 ist oben in der Mitte die Flurbezeichnung „vor dem langen Orle“ enthalten. Auf den ersten Blick liest man zwar „vor dem langen Orte“, was aber falsch ist, denn es ist ein „l“ und kein „t“. Aber auch schon 1784 hatte man das offensichtlich falsch gelesen, als man im Jahre 1784 aufbauend auf die zehn Jahre vorher entstandene Kurhannoversche Landesaufnahme eine Karte für das Amt Ebstorf anfertigte und an dieser Stelle die Flurbezeichnung „Vor den langen Orte“ eintrug. Diese Karte schauen wir uns nachher noch näher an.
Da es an dieser Stelle weit und breit keine und schon gar keine langgezogene Ortschaft gab, macht hier nur der Flurname „vor dem lange Orle“ Sinn. Wenn man damals auf den alten Heerstraßen von Lüneburg kommend diese Gegend erreichte, wusste man anhand des Flurnamens, dass als Nächstes das langgestreckte Oerreler Moor und die darin entspringende „Orle“ kam. Man befand sich vor dem langen Orle (Moor/Bach). Nachdem der Bach Kleine Oertze genannt wurde, verlor der Flurname „vor dem langen Orle“ aber schnell an Bedeutung und geriet schnell in Vergessenheit.

Flurnamen brauchten die Menschen in frühen Jahrhunderten, um sich zu orientieren und um eine Gegend näher bezeichnen und zuordnen zu können. Siehe dazu auch bei Wikipedia:  


Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Karl-Otto Körber dürfen wir die nachfolgenden Ausschnitte aus den in seiner Landkartensammlung vorhandenen Landkarten auf unserer Homepage präsentieren, wofür wir uns sehr herzlich bedanken.


Die Urheberrechte für diese Karten liegen bei Herrn Dr. Körber. Es gelten die auf seiner Website unter „Einführung“ genannten Nutzungsmöglichkeiten


Auf den verlinkten Seiten erhält man zu jeder Karte eine ausführliche Beschreibung und weitere Informationen. Außerdem hat jede Karte eine Lupenfunktion und kann vergrößert betrachtet werden. Dazu einfach in die jeweilige Karte klicken. Zusätzlich kann jede Karte als pdf-Datei in einem neuen Fenster angezeigt und auch so vergrößert betrachtet werden.

Und hier unsere Auswahl an Karten, auf den – sofern es enthalten ist - Oerrel (Orle) ungefähr in der Mitte zu finden ist. Zur besseren Orientierung nennen wir einige bekannte Orte, die jeweils in etwa auf gleicher Höhe von links nach rechts  auf der Karte zu finden sind. Nur auf wenigen Karten mussten wir davon abweichen, was besonders vermerkt wurde. Auf den ersten Karten ist Oerrel (Orle) noch nicht zu finden.
Ausschnitt aus der Karte:  

Saxonum regionis quatenus eius gentis imperium nomenque olim patebat, rescens germanaque delineatio

Aus dem Jahr 1578 / Urheber/Beteiligte: Joannes Doetechum / Christian Sgrooten  
Soltow, Elberßdorff (Ebstorf), Walstro. (Walsrode) und Ulezen


Ausschnitt aus der Karte:
Saxonia inferior et Meklenborg Duc.
Aus dem Jahr 1585 / Urheber: Gerhard Mercator
Soltaw – Ebsdorpe - Walsserhode (Walsrode) - Vltzen


Ausschnitt aus der Karte:  
Ducatus Luneburgensis adiacentiumque regionum delineatio
Aus dem Jahr 1592 / Urheber: Johann Mellinger  
Soltow – Munster – Embeck - Ebsdörp - Vltzen


Ausschnitt aus der Karte
Ducatus Luneburgensis
Aus der Zeit zwischen 1630 und 1654 / Urheber/Beteiligte: Johann Mellinger / Caspar Merian
Soltow – Munster – Embeck – Ebsdörp - Vltzen


Ausschnitt aus der Karte
Saxonia Inferior
Aus dem Jahr 1644
Soltow – Munster – Embeck – Ebsdörp - Vltzen


Ausschnitt aus der Karte
Inferioris Saxoniae Circulus
Aus dem Jahr 1667 / Urheber: Gerhard Mercator
Achtung: Auf dieser Karte ist Westen oben und Norden rechts
Achtung: Auf dieser Karte ist Westen oben und rechts Norden, daher in diesem Fall von oben nach unten: Newkirch – Soltow – Walßerhode - Ebsdorpe


Ausschnitt aus der Karte
Le Duché de Lunebourg
Aus dem Jahr 1713
Soltaw  -  Elber (Alvern) – Bredelaw (Breloh) – Orle (Oerrel) – Ebstorf – Ultzen

Kolden und Bispen sind auf dieser Karte zwei weit auseinander liegende Orte, obwohl KoldenBispen für Kohlenbissen steht. Vermutlich hat der Kartograf hier Munster fälschlicherweise als „Kolden“ bezeichnet und nur das Wort „Bispen“ für Kohlenbissen (KoldenBispen) verwendet.  
Außerdem wurde Orle zu weit nördlich eingezeichnet.

Anmerkungen: Da sich diese Fehler bei der Zuordnung des Namens „Kolden“ bzw. „Münster“ sowie die zu weit nördliche Lage von Orle (Oerrel) von nun an durch nachfolgende Karten ziehen, ist davon auszugehen, dass die Kartografen späterer Karten diese Fehler aus dieser Karte übernommen haben. Da in dieser Karte „Münster“ = Munster nicht erwähnt wird und in späteren Karten zusammen mit Ilster als IlsterMünster (oder ähnlich) verzeichnet und an der Stell, wo eigentlich Munster liegt, bereits „Kolden“ eingetragen war, muss vermutet werden, dass die Kartografen den Ortsnamen Munster „übrig hatten“ und ihn einfach an Ilster „anhängten“. Eine andere Erklärung gibt es für mich sonst nicht. Also bei den nachfolgenden Karten nicht wundern, wenn Ihr Munster immer wieder mal nur in direkter Verbindung mit Ilster als Ilster-Münster findet.  

Stattdessen müsste eigentlich „Kolden“ in direkter Verbindung mit „Bispen“ stehen, da es sich um „KoldenBispen“ also Kohlenbissen handelt.


Ausschnitt aus der Karte
A New & Exact Map of the Electorate of Brunswick-Lunenburg and the rest of the Kings Dominions in Germany

Aus der Zeit zwischen 1710 und 1720 / Urheber/Beteiligte: Bernhard Ripking / Herman Moll
Soltau – Ilster-Munster  - Bredelaw – Orle – Brambostel – Ultzen
Hier sieht es so aus, als ob Munster zusammen mit Ilster als eine Ort eingezeichnet wurde. Dafür ist die eigentliche Lage von Munster wieder Kolden verwendet worden und Bispen steht allein für KoldenBispen. Orle wurde wieder zu weit nördlich dafür aber sehr auffällig platziert.


Ausschnitt aus der Karte
Ducatus Luneburgensis et Comitatus Dannebergensis nova tabula

Aus dem Jahr 1718 / Urheber/Beteiligte: Christoph Weigel / Michael Kauffer
Soltaw – IlsterMunster – Bredelau – Orle – Embeck – Ultzen
Elber (Alvern) - Bispen und Kolden auch wieder getrennt.


Ausschnitt aus der Karte
Der Niedersaechsische Kreis
Aus dem Jahr 1720 / Urheber: Johann Georg Schreiber
Soltau – Kolden (wo Munster liegen müsste) – Muden (Müden) - Uelzen


Ausschnitt aus der Karte
Ducatus Luneburgicus cum Comitatu Dannebergensi juxta praefecturas suas
Aus der Zeit zwischen 1731 und 1741 / Urheber: Matthäus Seutter
Elber (Alvern) - Ilster-Munster – Kolden (wo Munster liegen müsste) - Bispen – davon nördlich  dann Orle – Brambostel. An der eingezeichneten Oertze von oben nach unten: Bredelaw – Kolden – Tedeling (Dethlingen) - Sulting (Sültingen) - Creutzing (Kreutzen) - Traweon (Trauen) und Tobing (Poitzen)


Ausschnitt aus der Karte
The German Dominions of the King of Great Britain; Comprized under the name of Elektorate of Brunswick-Luneburg and including the Duchies of Bremen, Verden, Luneburg-Zell, Calenberg and Grubenhagen. With the Counties of Danneberg, Diepholt and Hoya to which are added the Dominions of Brunswick-Wolfenbuttel
Aus dem Jahr um 1760 / Urheber: Thomas Jefferys
Elber – Kolden - Bredelaw – Bispen – Orle – Brambostel- Ultzen


Ausschnitt aus der Karte
L’Electorat de Hannover ou Les Duchés du Lunebourg, de Bremen et de Ferden etc.
c’est à dire Les Domaines du Roi de la Grand Bretagne en Allemagne
Aus dem Jahr 1762 / Urheber: Tobias Conrad Lotter
Soltau – Ilster-Munster - Elber – Kolden – Bispen  – Bredelaw  - Orle – Brambostel – Ultzen
Entlang der Oertze wie Karte vorher.


Ausschnitt aus der Karte
Ducatus Luneburgici in suas Praefecturas et Vogteyas ad statum recentissimum divisi
Aus dem Jahr 1765 / Urheber: August Gottlob Böhme
IlsterMünster – Kolden – Bispen – Bredelau – Orle – Brambostel - Uelzen


Ausschnitt aus der Karte
Post Charte der Chur Braunschweigischen und angrenzenden Lande
Aus dem Jahr 1774 / Urheber/Beteiligte: Johann Lorenz / Jakob Rausch / Friedrich Wilhelm Ohsen
Soltau – Harber – Münster (weit weg von der Oertze) – Brelohe – Öhrle – Brambostel – Uelzen
Kohlenbissen (westlich der Oertze)  


Ausschnitt aus der Karte
Post Charte der Chur Braunschweigischen und angrenzenden Lande
Aus dem Jahr 1777 / Urheber/Beteiligte: Friedrich Wilhelm Ohsen / Johann Lorenz Jakob Rausch
Soltau – Harber – Münster (weit weg von der Oertze) - Brelohe – Öhrle – Brambostel – Uelzen
Kohlenbissen (westlich der Oertze)


Ausschnitt aus der Karte
Repraesentationem hanc ce Circuli Saxonici Inferioris ...
Aus dem Jahr 1784 / Urheber/Beteiligte: Anton Friedrich Büsching / Franz Ludwig Güssefeld
Wense – Ilstermünster – Kolden (an Stelle Munster) – Brockhöfde – Ueltzen
Orle / Oerrel ist auf dieser und den nächsten Karten nicht eingezeichnet.


Ausschnitt aus der Karte
Charte über den nördlichen Theil der Chur- und Fürstlichen Braunschweigischen Lande: die Herzogthümer Bremen und Sachsen-Lauenburg, die Fürstenthümer Lüneburg u. Verden, und die Grafschaften Hoya u. Diepholz vorstellend
Aus dem Jahr 1786 / Urheber: Franz Ludwig Güssefeld
Elbern – Ilster – Kohlenbissen – Wridel – Uelzen
An der Oertze von Nord nach Süd: Bredeloh – Münster – Dedlingen – Südlingen – Tobingen - Münden


Ausschnitt aus der Karte
Charte vom Niedersächsischen Kreise
Aus dem Jahr 1800 / Urheber: Franz Ludwig Güssefeld
Soltau – Münster – Südlingen – Uelzen


Ausschnitt aus der Karte
Neue Karte von Nieder-Sachsen, welche das Churfürstenthum Hannover, die Herzogthümer Braunschweig, Meklenburg, Holstein, Magdeburg, Fürstenth. Halberstadt, die Gebiete der Reichs u. Handsee-Städte Hamburg, Lübek, Bremen, und andere zum Nieder-Sächsischen Kreise gehörige Länder enthält.
Aus dem Jahr 1803 / Urheber: Johann Elias Lange
Soltau – Münster  - Ebsdorf – Uelzen  


Ausschnitt aus der Karte
Charte vom Churfürstenthum Hannover und angrenzenden Landen nach dem definitiven Reichs
Deputations Schluß vom 10. November 1802
Aus dem Jahr  1803
Soltau – Munster – Oerrel – Heidkrug – Gerdau - Uelzen


Ausschnitt aus der Karte
Karte von den Kurfürstlich und Herzoglich Braunschweigischen Ländern
Aus dem Jahr 1806  
Soltau  - Münster – Oerrel – Heidkrug - Ulzen


Ausschnitt aus der Karte
Charte von Nieder-Sachsen
Aus dem Jahr 1806 / Urheber: Franz Ludwig Güssefeld
Soltau (weit nördlich) – Ilstermünster – Kolden (an Stelle Munster) – Brockhöfde - Ueltzen


Ausschnitt aus der Karte
Charte vom Königreich Westphalen nebst den mit Frankreich vereinigten Hanseatischen Departements, den Besitzungen der Herzoge von Anhalt, der Fürsten von Schwarzburg, Lippe und Waldeck.
Aus dem Jahr 1812 / Urheber: Daniel Friedrich Sotzmann
Soltau – Munster – Eimke - Uelzen


Ausschnitt aus der Karte
Geographische Karte der Länder zwischen Elbe und Weser auch Trave und Hunte, besonders der vormaligen Churfürstlich- und Herzoglich- Braunschweig-Lüneburgischen Lande, nach ihrer gegenwärtigen Vertheilung zwischen dem Kaiserthume Frankreich und dem Königreiche Westphalen: enthaltend die Französischen Departements der Elb-Mündung ganz, und der Weser-Mündung auch Ober-Ems zum Theil, ferner die Westphälischen Departements der Aller, Oker und Leine völlig, des Harzes fast ganz, auch die der Elbe und Saale zum Theil, desgleichen die Fürstenthümer Lippe-Detmold und Lippe-Bückeburg, wie auch die Grafschaft Pyrmont
Aus dem Jahr 1812 / Urheber/Beteiligte: Johann Friedrich Wilhelm Heiliger / Julius Franz Salzenberg / Johann Ludwig Hogreve
Diese Karte besteht im Original aus insgesamt 3 Blättern, von denen dies ein Ausschnitt aus Blatt 2 ist.  Willenbockel – Münster – Kohlenbissen – Oerrel – Heidkrug – Brambostel – Eimbke  


Ausschnitt aus der Karte
General Charte von dem Königreiche Hanover, dem Großherzogthume Oldenburg, dem Herzogthume Braunschweig, den Fürstenthümern Lippe-Detmold und -Schauenburg, nebst den Gebieten der freien Staedte Bremen, Hamburg und Lübeck.
Aus dem Jahr 1829 / Urheber/Beteiligte: Carl August Ferdinand Weiland / Johann Carl Ausfeld
Soltau – Willenbockel – Münster – Oerrel – Lintzel – Gerdau - Ueltzen


Ausschnitt aus der Karte
Koenigreich Hannover.
Aus dem Jahr 1820 / Urheber: Joseph Dirwalt
Soltau – Bredeloh – unterhalb davon: Ilstermünster – Kolden - Brockhöfe – Ueltzen


Ausschnitt aus der Karte
Statistische Charte des Bezirks der Landdrostei Lüneburg
Aus dem Jahren 1831/1833 / Urheber: Bartholomä Herder
In dieser sehr schönen Karte sind erstmals sowohl die Große Oertze als auch die Kleine Oertze mit Namen verzeichnet. An der Großen Oertze sind Breloh (links davon: Alvern u. Heidkrug bei Alvern sowie Ilster) , Munster – Dethlingen – Sültingen eingezeichnet. Zwischen Munster und Oerrel liegt Kohlenbissen. An der Kleinen Oertze, die noch nördlich vom Oerreler Holz entspringt, liegen Oerrel, - Trauen und Creutzen. An der heutigen Quelle der Kleinen Oertze liegt der Neue Heidkrug am Oerreler Moore und zwischen Oerrel um Brambostel  liegt der Neuekrug an der Heerstraße nach Lüneburg.
Im Original besteht diese Karte aus insgesamt 4 Blättern, von denen dies ein Ausschnitt aus Blatt 4 ist.


Ausschnitt aus der Karte
Königreich Hannover und freie Stadt Bremen. Charte A. der Landdrostei Stade a. das Herzogthum Bremen. b. das Herzogthum Verden. c. das Land Hadeln. B. der freien Stadt Bremen
Aus dem Jahr 1836 / Urheber/Beteiligte: Robert Renner / August Kneisel
Bei dieser Karte betrachten wir uns nur den rechten Rand: Münster – Kohlenbissen - Oerrel


Ausschnitt aus der Karte
Königreich Hannover. Charte der Landdrostei Lüneburg
Aus dem Jahr 1836 / Urheber: August Kneisel
Soltau – Alvern – Neuekrug – Ilster – Breloh – Kreutzen (=muss ein Fehler sein!) Münster – Kohlenbissen – Dethlingen – Oerrel – Brambostel – Eimbke  


Ausschnitt aus der Karte
Hannover, Oldenburg & Braunschweig, Lippe & Schaumburg-Lippe und die Freien & Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen
Aus dem Jahr 1864 / Urheber/Beteiligte: E. Kratz / Carl Vogel
Soltau – Munster – Eimke – Gerdau - Uelzen sowie Kleine und Große Oertze mit Namen!


Ausschnitt aus der Karte
Hannover, Braunschweig, Oldenburg und die Hansestädte
Aus dem Jahr 1868 / Urheber/Beteiligte: Heinrich Kiepert / August Papen / Carl Ludwig Ohmann
Soltau – Munster – Kohlenbissen – Uelzen. Die Kleine Oertze und Große Oertze.


Wie wir sehen konnten, sind in allen Karten die Namen der Städte und Dörfer in den unterschiedlichsten Schreibweisen angegeben, woran auch zu erkennen ist, dass so manche Karte auf einer früheren Karte aufbaut und nur angepasst worden ist. Verlässliche Rückschlüsse auf die Lage der Dörfer sind ebenfalls nicht möglich, da nicht alle Orte in allen Karte zu finden sind. Aber wir haben noch mehr Karten gefunden.
Und nun zum Ämteratlas von Johannes Mellinger, der von ihm 1590 angefertigt wurde, als er Kartograf in Celle war. Wer mehr über Johannes Mellinger erfahren möchte, wird bei Wikipedia fündig:  

Eine Beschreibung der Ämter und Vogteien im Fürstentum Lüneburg einschließlich einer Liste dieser Ämter mit den entsprechenden Karten aus dem Ämteratlas ist auch bei Wikipedia zu finden. Die einzelnen Karten können dort angeklickt und so vergrößert betrachtet werden.  


Wir stellen hier mal die beiden uns betreffenden Blätter 27 und 28 nebeneinander:
Blatt 28: „Die Vogtey Amelikhausen“

Kohlenbissen (KaldenBispen) Munster (Münster) u. a. im unteren Drittel
Blatt 27:  „Daß Amt Ebstorf“

Oerrel (Örle) befindet sich am linken Rand


Laut Wikipedia sind die Karten mittlerweile gemeinfrei. Dort finden wir beide Karten unter den folgenden Links: Linke Karte – Vogtei Amelinghausen u. a. mit Kohlenbissen (KaldenBispen):


Rechte Karte – Amt Ebstorf u. a. mit Oerrel (Örle):


Es gibt aber auch eine 2001 veröffentlichte Reproduktion des Ämteratlas, die auf die älteste von fünf Kopien aus dem 17. Jahrhundert basiert und wohl um 1678 entstanden ist. Diese wird im Niedersächsischen Landesarchiv in Hannover verwahrt und steht dort zur Ansicht online zur Verfügung. Ebenso eine 1948 angefertigte Übersichtskarte aller Ämter und Vogteien des Fürstentums Lüneburg. So können die Übersichtskarte und der Atlas als Digitalisate unter den nachfolgenden Links eingesehen und zusätzlich besonders gut über den DFG-Viewer betrachtet und vergrößert werden.
Die 1948 angefertigte Übersichtskarte findet man unter:



Unter den nachfolgend aufgeführten vier Links gelangt man zuerst auf die Seite mit der kompletten „Mappe Nr. 36“, in der sich der Ämteratlas befindet und komplett angesehen werden kann.  
Über die drei nachfolgenden Links gelangt man im DGV-Viewer direkt auf die Seiten 27 (enthält Oerrel), 28 (enthält Kohlenbissen/Munster/Breloh u.a.) und 39 (enthält Oerrel bei Hankensbüttel)


Das Bild zeigt die aufgeschlagene Seite 27  
Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv  NLA HA Kartenmappen Mappe Nr. 36 Aufn 027  


Link zum DGV-Viewer auf die Seite 27 Amt Ebstorf, auf der Örle (Oerrel) ganz am linken Rand zu finden ist:


Link zum DGV-Viewer auf die Seite 28 Vogtei Amelinghausen, auf der im unteren Drittel der Karte KaldenBispen (Kohlenbissen) sowie Münster (Munster) und andere Munsteraner Ortschaften zu finden sind:  


Link zum DGV-Viewer auf die Seite 39 Amt Isenhagen, auf der im unteren Teil Öehrle (Öerrel bei Hankensbüttel) zu sehen ist:


Im Niedersächsischen Landesarchiv in Hannover werden noch weitere historische Landkarten des Amtes Ebstorf verwahrt, in denen wir Oerrel ebenfalls finden. Auch diese Landkarten hat das Landesarchiv als Digitalisierte online einsehbar gemacht.
Beginnen wir mit dem Ausschnitt aus der Karte
Special Charte des Churfürstlich Braunschweig-Lüneburgschen Amts Ebstorf

Urheber: Zeichner F. Wedekind  

Auf dieser aus dem Jahr 1755 stammenden Karte des Amtes Ebstorf sind – wie auf dem Ausschnitt zu sehen - im Westen (also am linken Rand der Karte) Munster, Kohlenbissen, Oerrel und andere Ortschaften des heutigen Stadtgebiets von Munster eingezeichnet. Die in den Ortschaften eingezeichneten Häuser dürften nur darstellerische Zwecke gehabt haben und daher keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Bebauung zulassen.  
Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv NLA-HA-Kartensammlung Nr. 31 m/27 m  
Die komplette Karte kann über die beiden nachfolgenden Links im Landesarchiv und über den DGV-Viewer online eingesehen und dadurch vergrößert betrachtet werden.  



Von dieser Karte wurde 1778 eine Kopie angefertigt, in der 1840 Ergänzungen gemacht bzw. Änderungen vorgenommen wurden, die auch die Umgebung von Oerrel betrafen. Da es eine Kopie der zuvor aufgeführten Karte ist, hat sie ebenfalls den Namen
Special Charte des Churfürstlich Braunschweig Lüneburgischen Amts Ebstorf

Diese Karte basiert auf der Karte von 1755 und ist ein 1778 angefertigte Kopie mit Nachträgen von 1840
Die 1840 hinzugefügten Änderungen können an der Handschrift erkannt werden. Es handelt sich zum einen um den Eintrag der neuen Grenze (Gränze des Amtes) zwischen der Amtsvogtei Hermannsburg und dem Amt Ebstorf im Jahr 1840 im Bereich Dethlingen und Sültingen/ Sültinger Mühle.
An der Handschrift erkennt man auch, dass bei Oerrel hinzugefügt wurden, der  

  • Neuekrug zwischen Oerrel und Brambostel, der in der Karte von 1755 noch nicht enthalten sein konnte, da erst 1769 als Heidkrug erbaut und 1805 abgebrannt und etwa 1809/10 wieder aufgebaut worden war.  
  • Haidkurg (Neue Haidkrug am Oerreler Moor) weit nördlich von Oerrel, der nach 1784 entstanden sein muss, wie wir gleich bei der nächsten Karte erfahren werden.  

Wie bei der ursprünglichen Karte von 1755 dürften die in den Ortschaften eingezeichneten Häuser nur darstellerische Zwecke gehabt haben und keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Bebauung zulassen.  
Die Kopie der Karte von 1755 entstand 1778. Urheber: Vermesser/Zeichner: F. Wedekind / Kopist: G. C. Heinzmann. Wer die Ergänzungen 1840 hinzugefügt hat ist unbekannt.
Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv NLA-HA-Kartensammlung Nr. 31 m/3 pg


Die komplette Karte kann über die beiden nachfolgenden Links im Landesarchiv und über den DGV-Viewer online eingesehen und dadurch vergrößert betrachtet werden:  



Eine weitere Karte des Amtes Ebstorf entstand 1784. Diese Karte des Amtes Ebstorf basiert auf die Landvermessungen zur Kurhannoverschen Landesaufnahme aus den Jahren 1773 bis 1775, auf die wir weiter unten noch näher eingehen, und ist daher die erste detailgenaue Karte des Amtes. Es ist die Karte, in der deswegen auch der Flurname „vor den langen Orte“ (statt des eventuell richtigen „vor dem langen Orle“) zu finden ist.  
Carte des Amtes Ebstorf, Südwest-Teil
extrahiert aus den Planchen der topographischen Landesvermessung

Urheber: Zeichner: J. L. Hogrewe (Hogreve), Capitain-Lieutenant / Sibberns, Lieutenant / Hagemann, Fähndrich / Iffland, Fähndrich
Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv NLA HA Kartensammlung Nr. 31 m /17pg  


Die Karte besteht insgesamt aus vier Teilen. Das Bild zeigt den Süd-West-Teil, auf dem große Teile des heutigen Stadtgebiets von Munster entlang der Großen Oertze und der Kleinen Oertze zu sehen sind. Über die beiden nachfolgenden Links kann dieser Teil der Karte online beim Niedersächsischen Landesarchiv Hannover und direkt über den DGV-Viewer eingesehen und vergrößert betrachtet werden:



Die weiteren Teile der Karte müssen jeweils über eigene Links aufgerufen werden.  
Wir zeigen auch den Ausschnitt vom Nord-West-Teil, zu dem ebenfalls beide Links beigefügt sind, da dieser Teil im Wesentlichen das übrige heutige Stadtgebiet Munsters abdeckt. Am rechten Rand ist hier unterhalb von Lopau der veränderte Flurname „vor den langen Orte“  statt „vor dem langen Orle“ zu finden.  
Interessant sind auch die unterhalb des Waldstücks „Westerhorn Königlich“ zwischen den Haht-See (Hatz-See) und dem Drowwesloh nur sehr schwach zu erkennenden - weil nachträglich hinzugefügten - Blei- oder Buntstift-Eintragungen. Erst im DGV-Viewer wird es etwas besser lesbar, da dort die Karte in alle Richtungen gedreht werden kann, so dass die Eintragung: „Neuer Heidkrug am Oerreler Moor“ (wurde sogar zweimal vermerkt) etwas besser zu lesen ist. Daraus lässt sich ableiten, dass der Neue Heidkrug am Oerreler Moor erst entstanden ist, nachdem diese Karte 1764 veröffentlicht worden war.  
Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv NLA HA Kartensammlung Nr. 31 m /15pg




Im Süd-Ost-Teil der Karte finden wir ganz am linken Rand noch den zu Oerrel gehörenden Heidkrug unweit von Brambostel. Daneben sind auch hier nachträglich Bleistifteintragungen mit dem neunen Namen „Neuer Krug“ hinzugefügt worden.
  
Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv NLA HA Kartensammlung Nr. 31 m /18pg




Damit die Karte des Amtes Ebstorfs einmal komplett eingesehen werden kann, sind hier noch die beiden Links zum Nord-Ost-Teil.



Anfang der 19. Jahrhunderts wurden mehrere Pläne mit einer eingezeichneten „projektierten Chausseelinie“ erstellt, deren Grundlagen angefertigte Kopien der Kurhannoverschen Landesaufnahme gewesen sind. Die darin eingezeichnete geplante Chaussee, die offensichtlich nie gebaut wurde, sollte auch mitten durch Oerrel führen. Daher ist in dem betreffenden Abschnitt dieses Planes auch Oerrel sowie der Heidkrug bei Brambostel eingezeichnet. Und da die Chaussee von Oerrel aus - ungefähr dem Verlauf des heutigen Lüneburger Weges folgend - weiter in Richtung Wulfsode führen sollte, wäre sie auf durch die Flur „vor dem langen Orle (Orte)“ verlaufen, was wir dem Anschlussplanblatt entnehmen können.  
Als Ausschnitt aus dem „Plan der projektierten Chausseelinie von Bergen über Müden (Örtze) nach Oerrel und umgebende Feldmarken und Ortslagen“ zeigen wir hier den vorgesehenen Verlauf (rote Linie) durch Oerrel. Der komplette Plan sowie der Anschlussplan mit dem weiteren Verlauf der Chausseelinie von Lintzel bis Melbeck kann über die beigefügten Links beim Niedersächsischen Landesarchiv online eingesehen werden.
  


Anschlussplan:



Kommen wir nun zur Kurhannoverschen Landesaufnahme, die in ihrer Gesamtheit zwischen 1764 und 1786 entstanden ist. Das unsere Region betreffende Blatt 84 – Munster – entstand 1775 und war zusammen mit den Blättern der angrenzenden Gebiete Grundlage für die oben vorgestellte Karte des Amtes Ebstorf und der Chaussee-Pläne.  
In der Abteilung Wolfenbüttel des Niedersächsischen Landesarchivs wird eine einfarbige Reproduktion, des farbigen Originals verwahrt, die 1926 – 1931 von der Historischen Kommission für Niedersachsen im Selbstverlag Hannover herausgegeben wurde.
Diese Version, die aus insgesamt 188 Digitalisaten besteht, kann online unter den nachfolgenden Links eingesehen werden. Dabei ist zu beachten, dass das im Original mit „Blatt 84 – Munster“ bezeichnete Kartenblatt in dieser einfarbigen Version unter dem Blatt 68 zu finden ist.




Über das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen – LGLN – können  farbige Reproduktionen der Kurhannoverschen Landesaufnahme bezogen werden. Das dazugehörige Erläuterungsheft sowie Beihefte zu einigen Kartenblättern – u. a. zum Blatt 84-Munster – stehen zusätzlich auch zum kostenlosen Download auf der Internetseite des LGN zur Verfügung.


Mit freundlicher Genehmigung des LGN dürfen wir hier Auszüge aus dem Blatt 84-Munster veröffentlichen, so dass wir eine gute Vorstellung davon bekommen, wie Oerrel im Jahre 1775 ausgesehen hat.









Auszug aus den Geodaten des Landesamtes für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen,  
© 2020
Homepage des LGLN www.lgln.de

  
Ausschnitt aus dem Blatt 84 der Kurhannoverschen Landesaufnahme des 18. Jahrhunderts, die von Offizieren des Hannoverschen Ingenieurkorps 1775 aufgenommen wurde.
Quelle: Geodaten des Landesamtes für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen  
© 2020  Homepage des LGLN www.lgln.de

Erläuterungen zum Kartenausschnitt:
Der Ortsname Oerrel ist mit der Zahl „5“ versehen. Das bedeutet, dass der Ort fünf Feuerstellen hat. Da je Feuerstelle 6 bis 8 Benutzer angenommen wurden, dürfte Oerrel 1775 maximal 40 Einwohner gehabt haben. Wie aus der Karte weiter hervorgeht, bestand das Dorf aus fünf Bauernhöfen. In Rot eingezeichnet die Bauernhäuser mit den dazugehörigen Nebengebäuden.

Wenn wir uns diese von oben angefangen im Uhrzeigersinn betrachten, können die Höfe folgendermaßen zugeordnet werden, wobei uns nur die Namen der Hofbesitzer aus dem Jahre 1866 bzw. 1871 vorliegen (vermutlich sind die Höfe aber seit Generationen im Familienbesitz):  

  • Halbhöfer Johann Heinrich Peters - dessen Hof lag am Ende der Straße „Unter den Buchen“. Das Wohngebäude wurde später als Forsthaus genutzt und erst Ende der 1950er Jahre abgerissen. Heute stehen dort Wohnhäuser.
  • Vollhöfer Heinrich Christoph Peters – dessen Hof lag auf dem Gelände der ehem. Waldklinik. Er wurde abgerissen, als dieses Gebäude Ende des 19. Jh. als Korrigendenanstalt errichtet  wurde.  
  • Viertelhöfer Heinrich Christoph Peters  – der Hof lag links der Straße „Zur Kleinen Oertze“. Das Haupthaus wurde 1890 abgerissen, als dort ein Wohnhaus für die Aufseher der Korrigendenanstalt gebaut wurde.  
  • Halbhöfer Johann Heinrich Marcks – dessen Hof besteht heute noch als „Gut Orla“ (ehemals Kaminhof);
  • Vollhöfer Johann Peter Kuhlmann – das Wohngebäude dieses Hofes besteht heute noch am Ende der Straße „Forstweg“. Es wurde Ende des 19. Jh. als Forsthaus genutzt und später zum reinen Wohnhaus umgebaut.

Die Höfe der Bauern waren damals in unterschiedliche Klassen eingeteilt, die sich u. a. nach der Anzahl der von ihnen bewirtschafteten Fläche (Morgen) richtete. Dies wurde durch die Einteilung in Vollhöfer, Halbhöfer und Viertelhöfer deutlich gemacht. Der Vollhöfer hatte die größte Anzahl an Morgen und konnte meist von seinem Hof leben. Die Halb- und Viertelhöfer mussten neben ihren eigenen Höfen meist auch noch beim Vollhöfer mitarbeiten.  
Wie auf der Karte zu sehen ist, liegen Wiesen zwischen den Höfen und der Kleinen Oertze. Die Ackerflächen liegen weit verstreut um das Dorf herum. Auf der mit „Ort Feld“ bezeichneten Ackerfläche liegen heute die Wohnsiedlungen der Stettiner-, Tilsiter-, Berliner- und der Brandenburger Straße.  
Links davon - auf der als lichter Laubwald eingezeichneten Fläche – befindet sich heute die Siedlung an der Görlitzer Straße. Gegenüber vom heutigen „Gut Orla“ (Kaminhof) – da wo heute die Straßen Wildackerweg und Kreienberg liegen – war 1775 ein lichter Laubwald.

Die heutige B 71 war damals – wie alle anderen Verkehrswege auch in dieser Gegend - lediglich ein unbefestigter, vermutlich ausgefahrener Sandweg. Nach Kohlenbissen führte nur ein Fußweg.  
Die blau eingezeichnete Kleine Oertze durchfließt Oerrel von Nord nach Süd. Kleine Wasserläufe, die es heute noch als Gräben gibt, münden nördlich der Ortschaft in den Bach. Südlich von Oerrel – wo vor einigen Jahren noch der Hahnenmoorsee lag - durchfließt die Kleine Oertze langgezogene Wiesen.
Auf das Altdorf gehen wir bei unserem Rundgang Nr. 2 noch ausführlicher ein.  

Ein weitere genau vermessener Karte unser Region ist das 1838 erschienene Blatt 32-Hermannsburg aus dem „Topografischen Atlas des Königreichs Hannover und des Herzogtums Braunschweig“ – dem  Papen-Atlas, der zwischen 1832 und 1848 im Maßstab 1 : 100.000 von A. Papen erstellt wurde. Kartenblätter aus diesem Atlas können beim LGLN über nachfolgenden Link bestellt werden. Dort findet man auch das Begleitheft zum kostenlosen Download.


Mit freundlicher Genehmigung des LGLN dürfen wir auch aus dem uns betreffenden Blatt 32 einen Auszug veröffentlichen.
Ausschnitt aus dem 1838 entstandenen Blatt 32-Hermannsburg im Papen-Atlas.

Quelle: Geodaten des Landesamtes für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen  

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Dieses Blatt 32 und die weiter oben vorgestellte Statistische Charte des Bezirks der Landdrostei Lüneburg“ von Bartholomä Herder aus dem Jahren 1831/1833 sind die beiden einzigen Kartenwerke, die wir gefunden haben, in denen Oerrel zusammen mit den beiden Heidkrügen zu finden sind.  
Im Blatt 32 erkennt man sehr schön den Verlauf der Kleinen Oertze, deren Quelle zu der Zeit noch nördlich des „Oerreler Holz“ lag, während der heutige Oberlauf des Baches als reines Moorgebiet  – das Oerreler Moor – eingezeichnet ist. Darauf sind wir schon ausführlich im 1. Rundgang eingegangen.

Den kompletten Papenatlas kann man sich unter dem nachfolgenden Link auf der Internetseite der Sammlung von Herr Dr. Körber, Einbeck, ansehen. Die Urheberrechte für diese Karten liegen bei Herrn Dr. Körber. Es gelten die auf seiner Website unter „Einführung“ genannten Nutzungsmöglichkeiten.
Bitte beachten, dass das unser Gebiet umfassende Kartenblatt 32 – Hermannsburg in dieser Sammlung die Blatt-Nr. 43 hat. Außerdem befindet sich am Ende dieses Atlas noch eine aus vier Teilen bestehende  „General- und Post-Karte des Königreichs Hannover, Herzogthums Braunschweig und den angränzenden Ländern“. In dieser Karte ist unsere Region auf dem Blatt Nordost“ zu finden. Während hier Munster mit Namen eingezeichnet wurde, sind die Dörfer Oerrel, Kohlenbissen, Dethlingen, Sültingen, Trauen und Kreutzen, wie viele andere Ortschaften auch, ohne Namen eingezeichnet worden.


Zwischen 1879 und 1912 entstand die Preußische Landesaufnahme im Maßstab 1 : 25:000, deren Blattzuschnitt bis heute beibehalten wurde, wodurch ein genauer Vergleich mit heutigen Karten möglich ist. Die uns betreffenden Blätter 3026–Munster und 3027- Eimke entstanden 1899 und wurden 1901 herausgegeben.   
Quelle: Geodaten des Landesamtes für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen  

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Auch die Veröffentlichung dieser Kartenauszüge erfolgt mit freundlicher Genehmigung des LGLN.

Anhand dieses Kartenblattes können wir nachvollziehen, wie es zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgesehen hat. Bei unseren Rundgängen werden wir die Preußische Landesaufnahme immer wieder zum Vergleich mit heute oder anderen Jahrzehnten heranziehen und dann auf nähere Einzelheiten näher eingehen.  

Eine Karte aus dieser Zeit haben wir bei unseren Recherchen noch gefunden, deren Grundlage die Preußische Landesaufnahme aus dem Jahr 1905 ist. Dabei handelt es sich um eine Karte, die aus mehreren Kartenblättern der topografischen Übersichtskarte des Deutschen Reiches (Ausgabe C)  zusammengefügt wurde. Herausgeben wurde diese Karte 1924 vom Reichsamt für Landesaufnahme.  
Verwendet wurde sie 1943 als „Raumordnungsplan Lüneburger Heide“,  weswegen die farblichen Einzeichnungen hinzugefügt wurden. Auf unserem Kartenausschnitt ist davon aber nur der blau eingezeichnete Verlauf der Großen Oertze sichtbar.
Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv NLA HA Kartensammlung Nr. 30/80 pg  
Die komplette Karte kann beim Niedersächsischen Landesarchiv online eingesehen und vergrößert werden. Diese Karte wird bei einer zu starken Vergrößerung allerdings unscharf.  



Auf dieser Karte ist erstmals der Verlauf der Waldbahn deutlich zu erkennen, deren Strecke aber zu dieser Zeit schon nicht mehr bis nach Oerrel führt, sondern schon an der letzten Jagen-Kreuzung des Weges „Groß O“ vor Erreichen der Kohlenbissener Straße endet. Der Rückbau hatte demnach begonnen, wobei sich allerdings nicht feststellen lässt, ob das schon 1905 oder erst 1924 war.

Die Karten und Kartenausschnitte werden mit freundlicher Genehmigung des Landesarchivs Hannover präsentiert. Dabei bitte beachten: Dieses Archivgut ist Eigentum des Niedersächsischen Landesarchivs in Hannover. Ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Niedersächsischen Landesarchivs dürfen diese Abbildungen nicht gespeichert, reproduziert, archiviert, dupliziert, kopiert, verändert oder auf andere Weise genutzt werden.
© Niedersächsisches Landesarchiv NLA HA Kartensammlung Nr. 32 I Oerrel 1 pm

Auch auf dieser „Übersichtskarte der Provinzialforst Oerrel – Lintzel“, die vermutlich kurz nach den Aufforstungen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist, ist die Waldbahn eingezeichnet. Allerdings ist nur oben rechts der Endpunkt westlich vom Bahnhof Brockhöfe (Bhf. Brockhöfe) vermerkt, während der Streckenverlauf in der Karte nicht erkennbar ist. Was daran liegen könnte, dass die Strecke noch nicht in Betrieb war als die Karte entstand.

Links oben ist der zu dieser Zeit bereits neu angelegte Oberlauf der Kleinen Oertze durch das Oerrel Moor zu sehen. Den um 1900 entstandenen „großen Teich“ bzw. den späteren „Fischteich“ gab es noch nicht, als diese Karte entstanden ist.

Die handschriftlichen Ergänzungen wurden in die Karte erst nach 1945 eingefügt. Vermutlich mangels einer aktuelleren Karte wurde sie nach dem Krieg benutzt, um die Neueinteilung der Forstreviere im Gebiet des Forstamtes Oerrel festzuhalten.

Im Ortsbild von Oerrel erkennt man die Lage der Höfe. Zwischen dem großen Bogen, den die Oertze macht, und dem Wort „Örrel“ liegen die Gebäude der Korrigendenanstalt (späteren Waldklinik). Während das Schulgrundstück schon eingezeichnet ist, fehlt das Schulgebäude. An der alten Strecke der heutigen B 71 liegen das Forsthaus (Kuhlmann`sche Hof) und der Marcks`sche Hof (Gut Orla), zu dem auch die Gebäude auf der anderen Straßenseite (heute Wildackerweg) gehören.

Südlich von Oerrel verläuft am Jagen 99 der Weg an den Jagdhäusern vorbei, von denen anscheinend zweigegenüberliegende (oder eins mit Nebengebäude?) schon vorhanden sind. Etwas weiter findet man noch einmal das Wort „Schule“. An dieser Stelle befand sich kein Schulgebäude, vielmehr wurde kenntlich gemacht, dass dieses Gelände (Wiese oder Acker) zur Schule gehört und vom Lehrer bewirtschaftet wurde. An dieser Stelle entstand in den 1930er Jahren der Badeteich, den es später als Fischteich noch bis in die 1970er Jahre gab.

Diese einfache Übersichtskarte zeigt das Dorf zu der Zeit, als das Gebäude der Korrigendenanstalt bereits stand. Wie das Dorf ausgesehen hat, als die fünf Höfe des Dorfes noch betrieben wurden, können wir sehr schön aus den Kartenblättern der Grundsteuer-Veranlagung von 1872 ersehen. Allerdings wurde das Dorf darin leider nicht komplett auf einem Kartenblatt sondern auf drei verschiedenen Kartenblättern erfasst. Hinzu kommen noch die Kartenblätter, auf denen Kohlenbissen und der Neue Heidkrug am Oerreler Moor eingezeichnet sind. Den ehemaligen Heidkrug (späteren Neuenkrug) bei Brambostel gab es 1872 allerdings nicht mehr.

Allgemeine Vorbemerkungen zu den Kartenblätter:

Wie aus dem Deckblatt hervorgeht, wurden die „Einschätzungs-Kupons“ erstellt, als das Amt Soltau zum Kreis Fallingbostel gehörte. Später wurde das auf dem Deckblatt abgeändert in Kreis Soltau, während die ursprüngliche Bezeichnung auf den darin befindlichen Kartenblättern unverändert blieb. Auf den Kupon-Blättern, die jeweils einem Kartenblatt vorgeheftet sind, wurden jeweils drei Vermerke handschriftlich hinzugefügt:

Die Voreinschätzung der Holzungen bewirkt am 16. Septbr. 1872 (Unterschrift) Forstmeister
Die Einschätzung bewirkt am 18. Septbr. 1872 Die Einschätzungsdeputierten (Unterschriften)
Gesehen Soltau d, 3. October 1872 Der Veranlagungs-Commissar (Unterschrift: Böning)

Auf den Kartenblättern sind die sauber geschriebenen Flurbezeichnungen gut zu lesen. Außerdem wurden die Namen der Bauern aus Oerrel, zu dessen Hof das jeweilige Grundstück gehörte, in Sütterlinschrift eingetragen. Die in blauer Schrift vorgenommen Eintragungen (Zahlen und Buchstaben) stammen von den Einschätzungsdeputierten, die bei der Einschätzung am 18.09.1872 hinzugefügt wurden. Dadurch sind einige Blätter für uns heute etwas unübersichtlich.

Gebäude wurden rot eingezeichnet. Hauptwege ockerfarben, sonstige Wege farblos (Untergrund zu sehen). Rot umrandet sind die Grundstücke, die zu dieser Zeit bereits der Provinzialforst gehörten. Daher wurden bei diesen Grundstücken auch keine Namen hinzugefügt. Gemarkungsgrenzen wurden schwarz eingezeichnet. Mit einem geraden blauen Strich ist der Verlauf der Kleinen Oertze eingezeichnet, die nördlich von Oerrel aber als „Der Moorgraben“ bezeichnet wird. Daneben wird die Fließrichtung mit einem Pfeil angegeben. Erst südlich von Oerrel steht der Name „Kleine Oertze“ am Bachverlauf. In einigen Kartenblättern wurden durch die Einschätzungsdeputierten weitere Eintragungen (Linien, Umrandungen, etc.) gemacht, die für uns heute weniger von Bedeutung sind. Mit gestrichelten Linien wurden Höhenunterschiede im Gelände kenntlich gemacht.

Um die Orientierung zu erleichtern, werden die hier gezeigten Kartenblätter so dargestellt, wie man es von heutigen Karten gewohnt ist. Die Karten lassen sich vergrößert betrachten.
© Niedersächsisches Landesarchiv NLA HA Kartensammlung Nr. 32 I Oerrel Bd. 24

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